Leserstimme zu
Der Fremde am Strand

Monster der Vergangenheit...

Von: alittlebookconversation
29.07.2018

Beim Spaziergang mit ihren Hunden, spricht die alleinerziehende Alice einen fremden, vom Regen durchnässten Mann am Strand vor ihrem Haus an. Der Mann wirkt traurig, verwirrt und behauptet, sein Gedächtnis verloren zu haben und nicht zu wissen, wer er ist. Aller Vernunft zum Trotz bietet Alice dem Fremden ihre Hilfe an und nimmt ihn bei sich zu Hause auf, sehr zum Missfallen ihrer Kinder. Zur selben Zeit am anderen Ende des Landes, gibt die junge Ukrainerin Lily eine Vermisstenanzeige auf, da ihr frisch angetrauter Ehemann Carl plötzlich verschwunden ist. Sowohl Alice als auch Lily beginnen zu recherchieren - und treffen quasi in der Vergangenheit aufeinander... Eigentlich bin ich überhaupt kein Fan von Spannungsromanen, in denen Jemand sein Gedächtnis verloren hat. Meistens ist die Auflösung nämlich wenig zufriedenstellend. Dennoch reizte mich, aufgrund der vielen guten Besprechungen, "Der Fremde am Strand". Und Autorin Lisa Jewell hat mir gezeigt, dass man dieses Thema auch plausibel bearbeiten kann! Der Roman ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend, schlüssig, einfühlsam und einfach klasse geschrieben. Ein sehr guter Plot, gelungene und großartige Wendungen und ein toller Charakter-Mix; alles, was ein gutes Buch braucht! Mit Alice, Frank, Russ und Co habe ich angenehme, kurzweilige Lesestunden verbracht und als Hundemensch waren Alices Vierbeiner für mich das persönliche i-Tüpfelchen. Ich habe nur wenige Kritikpunkte, wie zum Beispiel den schnellen Volltreffer von Alice und ihrer Freundin bei der Recherche zu Franks Jugend. Oder ein paar, für mich, wenig nachvollziehbare Handlungen von Lily, deren Charakter für mich irgendwann etwas widersprüchlich wurde. 4,5 von 5 Sternen vergebe ich abschließend für "Der Fremde am Strand".