Leserstimme zu
TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?

Ein ganz besonderes Leseerlebnis

Von: Cocolinchen
31.07.2018

Meine Meinung: Ich liebe Thriller, das habt Ihr sicher schon gemerkt ;-). Dieser hier war mal wieder etwas ganz Besonderes, allein schon vom Aufbau her. So etwas habe ich bisher bei noch keinem Buch erlebt. Und auch, wenn der Stil anfangs etwas gewöhnungsbedürftig gewesen ist, hat er mir sehr gefallen. Es beginnt alles mit Teil 1, dort wird von der Rückkehr von Nic in ihren Heimatort berichtet und die Geschehnisse von vor 10 Jahren werden kurz angeschnitten. Dann kommt man zum 2. Teil und dieser beginnt mit Tag 15, also 2 Wochen nach Nics Ankunft in Cooley Ridge. Es folgen Tag 14 bis Tag 1. Diese Reihenfolge, in der erzählt wird, ist jedenfalls sehr gewöhnungsbedürftig. Man weiß beim Lesen von Tag 14 ja schon, was an Tag 15 passiert usw. Ich musste mich zwar erst ein wenig reinfinden, aber das Ganze hat schon seinen Reiz. Nics (Nicoletts) Heimatort hat sich in all den Jahren ihrer Abwesenheit so gut wie gar nicht verändert. Dank Megan Mirandas Schreibstil kann man sich den kleinen Ort Cooley Ridge, der in dunkle Wälder eingebettet liegt, richtig gut vorstellen. Dort ticken die Uhren noch anders. Es herrscht eine besondere Atmosphäre. Aber nicht nur der Ort, sondern auch seine Bewohner werden sehr gut beschrieben, so dass man sich jeden einzelnen von ihnen gut vorstellen kann. Die Protagonistin empfand ich die ganze Zeit über als sehr sympathisch. Ich habe sie gern begleitet. Nic hat die Heimat damals zwar verlassen, ihre Freunde und Bekannten sind aber dort geblieben. Sie haben sich dort niedergelassen, Familien gegründet und leben mit der Gewissheit, dass eine von ihnen vor 10 Jahren spurlos verschwunden ist und der Täter vielleicht einer von ihnen ist. Nic und ihr Bruder, der auch in Cooley Ridge geblieben ist und bald Vater wird, wollen ihr Elternhaus verkaufen, denn ihr Vater leidet unter Alzheimer und lebt längst im Heim. Außerdem trifft sie, wie sollte es auch anders sein, ihre Jugendliebe wieder. Tylor führt mittlerweile das Unternehmen seines Vaters. Die junge Frau, die plötzlich verschwindet, ist seine Freundin. Natürlich kann man sich vorstellen, dass es nicht jedem gefällt, dass Nic nach 10 Jahren zurückkehrt und anfängt alte Wunden aufzukratzen. Und dann verschwindet ausgerechnet am Abend ihrer Rückkehr wieder eine junge Frau. Wie schon gesagt, die Stimmung ist sehr gut eingefangen und man kann wirklich richtig mitfiebern. Und das Ende hat mich nochmal richtig überraschen können, aber da verrate ich natürlich nicht zu viel!!! :-) Aber natürlich fragt man sich, was es mit dem neuen Opfer auf sich hat. Warum muss diese Frau ausgerechnet in diesem Moment verschwinden? Gibt es einen Zusammenhang zur Tat von vor 10 Jahren? Immerhin hat sie den Freunden damals ein Alibi gegeben. Handelt es sich um ein und denselben Täter? Lebt er im Ort? .... Fragen über Fragen, Ihr seht schon, es gibt für Nic einiges herauszufinden. ;-) Insgesamt war dieser Thriller eine sehr spannende Erfahrung. Der Schreibstil macht ihn zu etwas ganz Besonderem, aber auch der Fall an sich ist wirklich sehr gut gelungen. Aufbau, Charaktere, Handlung alles ist rund und konnte mich mitreißen! Ich kann Euch Tick Tack daher nur empfehlen! Und auch, wenn Euch der Einstieg in das Buch schwer fallen oder komisch vorkommen sollte, haltet durch, es lohnt sich wirklich! Man muss eben auch mal was Neues wagen! ;-)