Leserstimme zu
Remember the Fun

Holpriger Start, aber zum Ende hin doch noch unterhaltend

Von: snowyy13
02.08.2018

Nachdem Zoeys Bruder Daniel bei einem Autounfall umgekommen ist, wirft dies ihr ganzes Leben über den Haufen. Um zu vergessen, betrinkt sie sich, geht feiern und betrügt sogar ihren Freund Finn. Einige Monate später steht ein Roadtrip an zu einem Konzert in Melbourne. Und dort ist nicht nur Finn dabei, sondern auch Cass, Zoeys beste Freundin und Finns neue feste Freundin. Zusätzlich kommen noch Finns Cousine Jolie und Cousin Luc und begleiten das Dreiergespann zum Konzert. Während Zoey den Trip mit der Einstellung beginnt Finn wieder für sich zu gewinnen, entgeht ihr nicht die Anziehung zu Luc, der meist so kalt wirkt, aber sobald es um seine Schwester geht sofort beschützend und einfühlsam wird. Als ich das Buch angefangen hatte, begegnete mir sofort das erste Problem, weswegen die Hauptprotagonistin mir extrem unsympathisch wurde. Ich kann verstehen, dass man Ablenkung sucht wenn einem etwas schlimmes zustößt, oder das man Fehler macht, aber das sie ihrer besten Freundin Cass ihren Freund ausspannen wollte, fand ich ging zu weit. Was sagt das über sie aus? Was für eine Freundin macht so etwas. Und genau andersrum war das so, dass Cass Andeutungen machte, dass Zoey ein Flittchen sei. Da dachte ich mir mehrmals das das doch keine Freundschaft mehr ist. Besonders wenn man sich nur ein Lächeln aufsetzt und so tut als wäre alles in Ordnung und über die wichtigen Probleme schweigt und nicht versucht sie aus der Welt zu bringen. Dennoch blieben Finn und Cass im Verlauf der Geschichte ziemlich blass und es fehlte ihnen an Tiefe. Aber dann fing es sich an zu bessern. Denn sobald Zoey sich selber eingestehen konnte, dass sie nicht mehr zu ihrem alten Ich zurückkehren kann, sondern eine neue Zoey ist – eine die besser sein soll, damit ihr verstorbener Bruder auf sie stolz sein kann – konnte ich mich mit ihr aufwärmen. Die Liebesbeziehung mit ihr und Luc war bespikt mit Trauer, Verständnis, Verlust. Und ich konnte ihr da sehr gut nachfühlen. Beide zusammen schienen sich wunderbar auszugleichen und auf einer Wellenlänge zu sein. Doch das ist nicht alles was in der Handlung passiert. Ohne viel zu verraten, das folgende das noch passierte, war der wichtigste Punkt, wieso mir das Buch doch noch so gefallen hat. Nicht nur, lagen mir einige Dinge schwer auf dem Magen und haben mich bedrückt, mich hat auch der Rollentausch ziemlich bewegt. Zwar spricht das Buch zwar Themen an wie Betrug und Fremdgehen, was natürlich viel über einen Charakter aussagt, aber sobald ich mehr in der Geschichte war, mehr von dem Innenleben von Zoey erfahren habe und dann noch die zusätzlichen Umstände die eintrafen, fand ich, dass sie sich sehr stark verhielt und auch wunderbar, dass sie nicht in alte Muster zurückfiel. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Jedes Kapitel wird mit ein paar Zeilen von einem Songtext des Interpreten „Gray“ eröffnet, dessen Konzert die Charaktere besuchen. Es war leicht und schnell zu lesen. Man konnte sich zudem alles sehr gut vorstellen. Die Settings waren auch sehr schön gewählt. Das Ende war eventuell etwas vorhersehbar, aber um ehrlich zu sein, wäre dieses Ende nicht eingetreten, wäre ich vermutlich sauer auf die Autorin, da es ungerecht wäre, diesen Charakteren kein Happy End zu geben. Mir hat es so gefallen wie es war. Fazit: Auch wenn ich anfangs Schwierigkeiten auf einer Wellenlänge mit der Hauptprotagonistin zu kommen, da mir einige Charakterzüge auf den Senkel gingen, konnte ich während der Verlauf der Geschichte mich doch mit ihr versöhnen. Die zusätzlichen Geschehnisse in diesem Buch waren bewegend und zerreißend. Die Liebesbeziehung ist zwar vorhersehbar, aber trotzdem ziemlich süß und das Buch konnte mich im gesamten doch noch unterhalten. 3 von 5 Sternen!