Leserstimme zu
Endstation Tokio

Starkes Debüt über japanische Widersprüchlichkeit!

Von: Schurkenblog
02.08.2018

Ein starkes Debüt legt uns James Buckler vor, der selbst in Japan lebte und uns dieses Land der Widersprüche aus den Augen eines „gaijin“, eines Ausländers, zeigt. An der Seite von Alex Malloy, der als Englischlehrer an der Excelsior School in Shinjuku Dori arbeitet, ziehen wir durch die Straßen Tokios. Eine Stadt des Lärms, des Rauchs, der Lichter, der 4-Liter-Sake-Flaschen und teuren Frauen, die sich ihre Einkäufe nur mithilfe von Boyfriends finanzieren können. Und das obwohl Japaner ständig auf Ruf und Ansehen bedacht sind. Genau diese Widersprüche stellt Buckler in den Vordergrund. Geschäftsmäßiges Treiben wechselt zu ständigen Aberglauben, Ruf und Ansehen sind wichtiger als Gerechtigkeit und Freundschaft. All das zeigt Buckler verpackt in eine Geschichte, die an eine Abwärtsspirale erinnert. Denn für Alex Malloy hätte Tokio eigentlich ein Neuanfang sein müssen, doch dieser Neuanfang erinnert in der Tat an eine Endstation, denn wenn mal die Yakuza hinter einem her, kann man sich nicht mehr viel erhoffen. Zudem ist Alex eine Figur, die eigentlich alles richtig machen will, bei der aber das Schicksal wie eine Kettenreaktion des Bösen zuschlägt und ihn hinabzieht in den Strudel japanischer Doppeldeutigkeit und Tokios Unterwelt. Böse wird das enden, das ahnt der Leser. Und das lässt ihn bis zum Schluss den japanischen Ausflug genießen. Wer Japan kennenlernen möchte, wird dieses Buch lieben. Ich habe jede Seite davon genossen. Uchi-soto. Drinnen und draußen.