Leserstimme zu
Hello Sunshine

Die Sprecherin konnte mich überzeugen, der Rest leider nicht

Von: Daggi
05.08.2018

Die Protagonistin und ihre Geschichte Sunshine Mackenzie ist über die sozialen Medien zu einem Star geworden. Woche für Woche steht sie in ihrer Küche und lässt sich für YouTube dabei filmen, wie sie neue Kreationen am Herd schafft. Doch an ihrem 35, Geburtstag macht jemand der Öffentlichkeit zugänglich, dass „ihre“ Rezepte gar nicht von ihr stammen. Ihr Mann lässt sie sitzen, ihre Freunde brechen den Kontakt ab, der Verleger ihrer Kochbücher und ihr Manager trennen sich von ihr und so wagt Sunshine in einem Städtchen an der Küste einen Neuanfang. Meine Gedanken zum Buch Ein wunderbares Jahr von Laura Dave hatte mir gut gefallen und deswegen habe ich mich sehr auf diese neue Geschichte der Autorin gefreut, deren Klappentext auch vielversprechend klang. Doch leider konnte mich „Hello Sunshine“ nicht richtig überzeugen. Was hatte ich erwartet? Nach dem Lesen des Klappentextes dachte ich, dass die Protagonistin ihre Rezepte gestohlen hat, dass es zu einem Skandal in der Öffentlichkeit kommt, vor dem sie flieht und dass sie sich in einem Küstenstädtchen weit weg von New York, dem Ort ihrer größten Niederlage, etwas Neues aufbaut. Tatsächlich ist es so, dass nichts an Sunshine Mackenzie echt ist, ihr Leben ist ein einziges Lügengebäude ist. Die mühsam konstruierte Vergangenheit, eine Lüge, ihre Rezepte, die sie übrigens nicht geklaut hat, sondern die für sie von einer anderen Frau kreiert werden, eine Farce, ihr Fremdgehen, ein Schlag ins Gesicht für ihren Ehemann Danny. Hinzu kommt, dass das „Küstenstädtchen“ ihre Heimatstadt in den Hamptons ist, wo sie bei ihrer Schwester unterkriechen möchte, mit der sie aber im Streit auseinander gegangen ist und die sie am liebsten wieder loswerden möchte. Und das „Neue“, dass sie sich aufbauen möchte, ist nicht etwa ein neues Leben, die Protagonistin versucht vielmehr, herauszufinden, wer hinter den Veröffentlichungen steckt, die sie zu Fall gebracht haben und arbeitet gleichzeitig daran, sich eine neue Karriere als Social-Media-Star aufzubauen und sich ihre Verträge zurückzuerobern. Es mag sein, dass ich damit schon zu tiefe Einblicke in die Handlung gebe, etwas, dass ich in Rezensionen gerne vermeide, aber ich finde, der Klappentext ist diesbezüglich eher irreführend und man sollte als potentieller Leser wissen, auf was man sich einlässt. Mit der selbstdarstellerischen Protagonistin, die nicht weiß, wann sie verloren hat, bin ich nicht warm geworden und viele der Nebencharaktere sind mir zu oberflächlich geblieben. Heraus sticht nur Sunshines bezaubernde, hochbegabte Nichte Sammy, die ihre Tante ein wenig erden kann. Was ich der Geschichte zugute halten muss, sie war nie langweilig, die Autorin hat es durchaus geschafft, mich mit Wendungen zu überraschen. Auch die Sprecherin Britta Steffenhagen konnte mich einmal mehr überzeugen und hat das Hörbuch zu einem Erlebnis gemacht. Doch das reicht nicht für mich als drei Sterne.