Leserstimme zu
Kleinhirn an alle

(Fast) alles über Otto – „nach einer wahren Geschichte“

Von: Chrissi66
29.08.2018

Eigentlich war ich nie Otto-Fan, aber die lustigen Ottifanten haben in unserem Haushalt eine ganz besondere Bedeutung – und seit dem Besuch einer Otto-Ausstellung seiner Kunstwerke bin ich nun doch zu einem heimlichen Otto-Fan geworden. Beschreibung des Buches: Die Autobiografie „Kleinhirn an alle“ von Otto Waalkes ist von Otto selbst geschrieben. Das Buch ist als Hardcover 2018 im HEYNE-Verlag erschienen. Es hat 413 Seiten. Auf dem Titelbild sieht man einen nachdenklichen, aber freundlich schauenden Otto Waalkes. Der Titel passt zu Ottos Humor. Kurze Zusammenfassung: Diese „große Otto Biografie“ ist aufgeteilt in 3 Lebensabschnitte. „Lehr- und Wunderjahre (1948 – 1968)“, „Gründerjahre (1969 – 1985)“ und „Märchenzeit (1986 bis heute) sowie dem Kapitel „The Final Countdown“. Es gibt zwei Fotobereiche, einen mit Fotos aus dem Familienalbum bzw. Fotos mit Otto in Aktion. Im zweiten Bereich findet man ein paar seiner zahlreichen Kunstwerke incl. Beschreibungen. Mein Leseeindruck: Die Reise durch die Lebensabschnitte ist kurzweilig, humorvoll und in Ottos sehr eigener, aber feinen Schriftsprache erzählt. Ich fand es sehr erstaunlich mit welchem schönen Sprachstil Otto aus seinem Leben berichtet, hatte ich ihn doch bisher eher als „Ulknudel“ wahrgenommen. Noch heute habe ich Filmsequenzen aus Auftritten oder den Otto-Filmen vor Augen und auch seine lustige Art zu Sprechen. Neben den familiären Ereignissen erlebt man als Leser auch Welt- bzw. Deutsche Geschichte, schließlich umreißt dieses Buch fast 70 Jahre. In dieser Zeit ist Otto zahlreichen bekannten Künstlern begegnet, von diesen erfährt man so manche nette Geschichte. Niemals ist Otto beleidigend oder macht jemanden schlecht. Er spricht eigentlich nur positiv von seinen Mitmenschen – oder – er unterlässt jede weitere Erwähnung – da kann man sich dann sein eigenes Bild machen. Zur Auflockerung benutzt Otto eine Menge englischer und deutscher Zitate, die meist ein Kapitel einleiten. Warum habe ich diese Biografie gelesen? Weil mich der Mensch Otto Waalkes mein Leben lang, zumindest im Fernsehen, „begleitet“ hat. Seine teils etwas übertrieben witzige Art spiegelte zwar nicht immer meinen Humor wieder, aber irgendwie kann man diesem lustigen Menschen nicht böse sein. Was ich erfahren habe? Dass Otto ein Kunststudium absolviert hat, ist mir erst seit einiger Zeit bekannt. Eine Ausstellung seiner zahlreichen Werke habe ich gerade besucht und fand diese ganz hinreißend. Außerdem sind in mir Erinnerungen an andere Komiker, Comedians und Bühnen- bzw. Fernsehkünstler geweckt worden. Einige haben tatsächlich so manchen Fernsehabend in unserer Familie gefüllt. Weshalb schreibt ein Künstler eine Biografie? Sicherlich auch, um mal wieder auf sich aufmerksam zu machen. Schließlich wird Otto 2018 70 Jahre alt, da passt so eine Biografie natürlich hervorragend, um aus ihr auf Lesungen vorzutragen oder in Talkshows darüber zu sprechen. Fazit: Mir hat diese „Reise“ durch Ottos Leben Spaß bereitet. Sie ist gut geschrieben, weckt Erinnerungen und hat mir den Komiker Otto in ein anderes Licht gerückt.