Leserstimme zu
Schuld

Sehr interessant, regt zum Nachdenken an

Von: Dinilovesbooks
31.08.2018

Innerhalb meines Jurastudiums arbeitet man mit dem Gesetz. Man wendet es hauptsächlich an und hinterfragt die Dinge nur selten. Da ich mich aber auch für die Hintergründe interessiere und Strafrecht und Kriminologie mein Studien-Schwerpunkt waren, ist Ferdinand von Schirach für mich natürlich ein absolutes Muss. Wie der Titel schon sagt, handelt das Buch von der menschlichen Schuld. Schirach schildert in 15 Geschichten Fälle, die er übernommen hatte. Dabei stehen immer die Menschen selbst und nicht irgendwelche Paragrafen im Vordergrund. Man erfährt deren Geschichte und Beweggründe, was ich sehr interessant fand. Nichts desto trotz erfährt man auch immer wieder rechtliche Hintergründe, die allesamt auch für Laien gut verständlich aber trotzdem juristisch fundiert sind. Vom Schreibstil her ist das Buch recht nüchtern, was vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Aber ein blumig ausschmückender Stil würde meiner Meinung nach auch gar nicht zur Thematik passen. Allgemein ist der Schreibstil aber super gut und flüssig zu lesen. Trotz der Nüchternheit fesselt einen der Schreibstil total. Bei den längeren Geschichten wurde meist zuerst der Sachverhalt und die Gedanken der Täter, Opfer und anderen Beteiligten geschildert. Im Anschluss folgten dann die Gedanken von Schirach selbst. Das hat mir wirklich gut gefallen, da es so trotz des nüchteren Stils sehr persönlich wirkte. Insgesamt ist das Buch wirklich interessant und regt gleichzeitig auch zum Denken an. Thematisch sind manche Fälle doch recht grausam und skrupellos, daher ist das Buch vielleicht nicht unbedingt für zart besaitete Personen geeignet. Abgesehen davon kann ich das Buch aber jedem, den die Thematik interessiert, uneingeschränkt empfehlen!