Leserstimme zu
Am Fluss

Ein Buch für Tagträumer und Abenteurer

Von: Martina Leinweber aus Basel
15.09.2018

[...] Marc Martins einfache Geschichte von einem Mädchen, dass sich in einem Tagtraum auf eine phantastische Reise begiebt, zeichnet sich durch die fabelhaften Illustrationen aus. Die Seiten, die nicht nur durch den im Titel enthaltenen Fluss immer einen Blaustich enthalten, lassen die Leser so einiges Entdecken. Im Kinderzimmer gibt es spannende Regale, in der Stadt hält die Rushhour eine Menge Autos auf den Brücken, die sich kreuz und quer über den Fluss ziehen, und auf den Feldern kann man eine Vogelscheuche erspähen. Das Mädchen im Boot sitzt und staunt und zeigt nur einmal, als sie mit ihrem Boot den Wasserfall hinunterstürzt, ein wenig Aufregung, indem sie die Hände nach oben reißt. Überhaupt kann man sich ein Spiel daraus machen, dass kleine silberne Boot auf jeder Doppelseite wiederzufinden. Die Ruhe und das Staunen des Mädchens wirken ansteckend, die schöne Sprache führt uns entspannt und unaufgeregt bis zum offenen Meer. Durch die einfache Struktur der Geschichte ist sie auch für Kinder geeignet, die gerade erst deutsch lernen. Die Bilder sprechen für sich, der Text ergänzt und verzichtet dabei nicht auf Wörter, welche den Wortschatz erweitern können, wie z. B. Mangrovenwälder oder Seegras. „Am Fluss“ ist ein Bilderbuch, dass dazu anregt sich seine eigene Geschichte, seinen eigenen Traum auszumalen. „Wohin würdet ihr Euch vom Fluss tragen lassen?“, würde ich die Kinder im (theater-)pädagogischen Angebot fragen. [...]