Leserstimme zu
Der zauberhafte Trödelladen

Manuela Inusa: Der zauberhafte Trödelladen

Von: Sandy Kolbuch
17.09.2018

Eine gefühlte kleine Ewigkeit haben die Fans der “Valerie Lane“ darauf gewartet, dass Manuela Inusa ihre Romanreihe über die Frauen einer kleinen Einkaufsstraße in Oxford fortsetzt. Nach ‚‚Der kleine Teeladen zum Glück“ und “Die Chocolaterie der Träume“ widmet sich die Hamburger Autorin in ihrem dritten Band “Der zauberhafte Trödelladen“ (blanvalet) nun dem Leben von Ruby. Diese ist mit 24 Jahren die jüngste der Freundinnen. Nach dem tragischen Krebstod ihrer Mutter hat sie ihr Studium in London abgebrochen und ist nach Oxford heimgekehrt. Dort kümmert sie sich nicht nur liebevoll um ihren Vater Hugh, der nach dem Tod seiner Frau sehr wunderlich geworden ist, sondern auch um den alten Antiquitätenladen ihre Mutter. Ihre Kindheit hat Ruby in dem alten Laden verbracht, der einst der legendären Valerie Bonham gehörte. Doch sie konnte sich nie vorstellen, ihn eines Tages zu übernehmen. Glücklich trat sie ihr Kunststudium in London an, wo sie regelrecht aufblühte und die Zeit mit ihrem Freund genoss, bis eines Tages der Anruf ihres Vater kam, der sie nach Hause rief. Nach dem Abschied von ihrer Mutter sah sich Ruby in der Pflicht, den Laden weiterzuführen. Drei Jahre sind seither vergangen und Ruby tut stets alles, um das Geschäft am Laufen zu halten. Doch nur selten verliert sich ein Kunde in den Laden und Ruby fühlt sich regelrecht erdrückt in den Antiquitäten, die teils schon seit ihrer Kindheit zu den Ladenhütern zählen. Wäre da nicht Gary, der charmante Obdachlose, der meist an der Ecke der Valerie Lane sein Lager aufgeschlagen hat und in den Ruby sich heimlich verliebt hat, wäre sie schon längst davongelaufen. Aber natürlich hätte Ruby dies nie übers Herz gebracht, schon alleine wegen ihrem Vater. Und so fristet sie ihr Leben in dem alten Laden, mit den noch älteren Antiquitäten. Doch dank des guten Zuredens ihrer Freundinnen Laurie, Keira, Susan und Orchid schöpft Ruby endlich Mut für einen Neuanfang. Als es dann auch noch so aussieht, als ob Gary ihre Gefühle erwidern würde, schwebt Ruby im siebten Himmel. Plötzlich ist das Leben wieder schön und beglückend und der Umbau ihres Ladens scheint sich zu lohnen. Bereits die ersten zwei Bände der Reihe waren warmherzig, emotional und beglückend. Rubys Geschichte ist bisher die emotionalste von allen. Das Schicksal der jungen Frau rührt einen zu Tränen. Aber auch Garys Vergangenheit berührt einen zutiefst, da Inusa zeigt, wie das Leben eines Menschen innerhalb eines kurzen Moments für immer zerstört werden kann. Eingebettet in das malerische Oxford, das mit seinen Kirchen und gotischen Bauwerken für eine wundervolle Kulisse dient, wachsen die Protagonisten einem noch mehr ans Herz. Man möchte das Buch eigentlich gar nicht aus der Hand legen und es in einem Rutsch durchlesen. Doch man bemüht sich, es in vielen Etappen zu lesen, damit man möglichst lange etwas davon hat. Als England-Fan kann man sich schon alleine in die Beschreibungen der Läden der Valerie Lane verlieben. Umso schöner ist es, dass man im dritten Band immer wieder in das Leben der Frau blicken kann, nach der diese Straße benannt ist. Durch Tagebucheinträge verbindet Inusa die Vergangenheit und Gegenwart mit so viel Charme, Gefühl, Witz und Hoffnung, dass man das Leben trotz der schmerzhaften Tiefpunkte mit voller Euphorie erleben möchte. Ich kann es schon jetzt kaum erwarten, dass die Reihe am 17. September 2018 mit “Das wunderbare Wollparadies“ fortgesetzt wird.