Leserstimme zu
Star Wars™ - Die letzten Jedi

Sehr stimmungsvolle und gelungene Romanadaption des achten Star Wars-Abenteuer.

Von: Wolfgang Brunner - Buchwelten
18.09.2018

General Leia Organa kämpft mit dem Widerstand gegen die Erste Ordnung , die eine neue Bedrohung für die Freiheit der gesamten Galaxoe darstellt. Zur gleichen Zeit sucht Rey den legendären Jedi Luke Skywalker, um ihn dafür zu gewinnen, sie bei ihrem Kampf zu unterstützen. Als dann Kylo Ren telepathischen Kontakt mit Rey aufnimmt, wird ihr immer bewusster, dass sie ebenfalls etwas besonderes ist. . Es ist ja immer so eine Sache mit Romanen, die nach einem Drehbuch entstanden sind. Oftmals sind sie eine schlichte Nacherzählung von dem, was man bereits im Film gesehen hat. Manchmal sind solche Romane aber auch eine Bereicherung und lassen während des Lesens nicht nur den Film wieder im eigenen Kopfkino noch einmal ablaufen, sondern liefern noch einige Hintergrundinformationen. So geschieht es auch bei Jason Frys Romanversion des Star Wars-Abenteuers „Die letzten Jedi“. Zum einen schildert der Autor sehr bildhaft den Plot des Films und zum anderen erfährt man auch einiges über die Gedankenwelt der Protagonisten und wie so manche Begebenheiten zusammenhängen. Ich hatte auf jeden Fall einen Riesenspaß während des Lesens und bekam nochmals so richtig Lust auf den Film, den ich übrigens für absolut gelungen und toll halte. Jason Frys Schreibstil ist sehr flüssig und daher absolut gut zu lesen. Durch diesen angenehmen Stil entwickelt sich das Buch, auch wenn man den Film bereits kennt, zu einem wahren Pageturner. Der Autor ist selbst ein Star Wars-Fan, was man seinem Roman durchaus anmerkt. Mit einer Detailverliebtheit werden auch vergangene Begebenheiten in die Handlung eingebaut, so dass sich ein gelungenes rundes Gesamtbild ergibt, das sich hervorragend in das (neue und alte) Star Wars-Universum einpasst. Denn geschickt jongliert Fry zwischen den beiden Star Wars-Universen: Während im „alten“ Kanon Han Solo und Leia Organa drei Söhne haben (die allerdings in keinem Film, sondern nur in Romanen und Comics vorkommen), wurde im Kanon, der seit der Übernahme der Disney Studios erfolgte, nur ein Sohn geboren, nämlich Ben Solo aka Kylo Ren. Fry umgeht die Problematik, erwähnt die anderen Kinder der Solos nicht, widmet sich aber dennoch den alten Filmen und Romanen. Diese „Unstimmigkeit“ wurde aus meiner Sicht geschickt gelöst und hat mich alles andere als enttäuscht. Jason Frys Roman liest sich wie ein eigenständiger Roman und nicht wie ein typisches Filmbuch. Wer den Film nicht mochte, wird sich durch diesen Roman wahrscheinlich auch nicht überzeugen lassen. Aber die Story erweitert die Filmhandlung auf sehr befriedigende Weise und lässt den Leser an zusätzlichen Szenen teilhaben, die im Film nicht zu sehen waren. Ich finde durch diese Lektüre den Film nun im Nachhinein tatsächlich noch besser, als ich ihn ohnehin schon fand. 😉 Wer, wie ich, „Die letzten Jedi“ als Film genossen hat, wird eine Erweiterung des Plots entdecken und auch eine gewisse Tiefe in den Charakterbeschreibungen, so dass der Roman in manchen Belangen sogar fast schon eine neue Perspektive zum Film darstellt. Gerade die ruhigen Szenen auf Ahch-To, dem Planeten, auf dem sich Luke versteckt, wirken auch im Roman sehr atmosphärisch und machen geradezu süchtig. Fry hält sich schlichtweg an die Stimmung der Filmvorlage und versucht nicht, ein actionlastigeres Abenteuer zu machen. Wenn Luke über die Macht und die Lehren der Jedi spricht, bekommt man einen sehr tiefen Einblick in den Charakter und die Unentschlossenheit des Protagonisten. Das hat mir außerordentlich gut gefallen und trägt mit Sicherheit dazu bei, dass ich den Film beim nächsten Mal mit anderen Augen sehen werde. Es wirkt, als hätte Fry anscheinend sehr eng mit Regisseur Rian Johnston zusammengearbeitet. Für mich auf jeden Fall wieder ein Highlight im literarischen Star Wars-Kosmos, das man als Fan (aber auch als Nichtfan) unbedingt lesen sollte. . Fazit: Sehr stimmungsvolle und gelungene Romanadaption des achten Star Wars-Abenteuer. © 2018 Wolfgang Brunner für Buchwelten