Leserstimme zu
Der Kult

Ewiger Kampf: Gut gegen Böse

Von: Sabrina
21.09.2018

Marlon James Debüt "Der Kult" ist erstmals 2009 unter dem Titel "Tod und Teufel in Gibbeah" erschienen. "Der Kult" ist nicht einfach -kein Buch, das man einfach so runter liest. Warum das so ist? Für mich gibt es da dann doch mehrere Antworten. Zum einen den Gassenjargon, die Ausdrucksweise von Marlon James ist an manchen Stellen schon sehr derbe, auf der anderen Seite wird der Fanatismus durch eine Unmenge an Bibelzitaten dargestellt - zudem hatte ich manchmal das Gefühl einfach pausieren zu müssen. Der Schreibstil ist eigentlich eher anspruchsvoll, trotz derber Ausdrucksweise, und so musste ich auch einige Stellen zum Verständnis zwei mal lesen - der Lesefluss ist ansonsten aber auch ganz gut. Auch die Charaktere sind sehr eindrucksvoll, haben Wiedererkennungswert und strahlen im Laufe des Buches immer mehr Tiefe aus - und dennoch konnte mich "Der Kult" irgendwie nicht zu 100% von sich überzeugen. Zumal ich das Thema "Gut gegen böse" oder "menschliche Apokalypse" schon mehr als reizvoll finde. "Der Kult" ist ohne Frage ein starkes Debüt, dass mir leider nicht komplett lag, dennoch würde ich Marlon James jederzeit eine zweite Chance geben, da ich davon überzeugt bin, dass er ein starker Schriftsteller ist.