Leserstimme zu
Der Bruder des Königs

Für Freunde von Schurkengeschichten, die man mal eben zwischendurch lesen kann.

Von: Hirilvorgul
23.09.2018

So eine Kurzgeschichten-Sammlung ist doch immer wieder eine gute Gelegenheit, sich über alte Bekannte zu freuen und neue Autoren kennenzulernen. Spannend an diesem Kennenlernen ist, dass die Herausgeber den Autoren völlig freie Hand gelassen haben, in welchem Genre sie sich bewegen. Wichtig war nur, dass es um Schurken geht. Schurken, wie wir sie doch alle mögen und die uns oft lieber sind, als der eigentliche Held der Geschichte. Wie formuliert Martin es so schön in seinem Vorwort: „Gibt es irgendwen, der Luke Skywalker wirklich cooler findet als Han Solo?“ In diesem Sinne lernen wir viele liebenswerte Schurken, Gauner, Diebe … kennen. Ich will stellvertretend eine Neuentdeckung, mein Highlight und den Flop nennen: Ich weiß jetzt, dass ich jetzt wirklich unbedingt bald Joe Abercrombie lesen muss, denn sein Stil hat mir sehr gut gefallen. Er erzählt die Reise eines Päckchens durch die Nacht und viele Hände rasant und mit viel Humor. Er war für mich die schönste Neuentdeckung. Absolutes Highlight war für mich das Wiederlesen mit Bast aus der Königsmörder-Reihe von Patrick Rothfuss, den der Autor selbst mit Worten beschreibt: „Er sah aus wie ein unartiges Kind aus, dem es gelungen war, den Mond zu stehlen und ihn zu essen. Sein Lächeln war der letzte Splitter, der vom Mond noch übrig war…“ Ich liebe seine Sprache einfach. Auch eine Enttäuschung muss es wohl immer geben in so einer Anthologie. Die liefert für mich leider G.R.R. Martin mit der namensgebenden Geschichte. Sie ist die kürzeste, die uns von Daemon Targaryen erzählt (wer „Westeros“ kennt, der erfährt nichts neues) und in der es von Schurken nur so wimmelt. Aber das kennen wir ja von Martin. Und wer die Game of Thrones kennt, weiß, wie die Geschichte endet… Alles in allem gibt es 4 Sterne von mir und eine Empfehlung für alle Freunde von Kurzgeschichten egal welchen Genres. Fazit: Schöne Schurkengeschichten, die man mal eben zwischendurch lesen kann.