Leserstimme zu
Der Bote

Der neue Johnsrud schwächelt etwas

Von: Sabrina
26.09.2018

Letztes Jahr war "Der Hirte" für mich das Thrillerhighlight und darum habe ich auch so gespannt auf "Der Bote" gewartet. Das meine Rezension dazu erst jetzt online kommt, hat seine Gründe, denn zwischendurch musste ich das Buch einfach mal auf Seite legen, weil es mir zu lang war und weil der Fall einfach ganz neu aufgegriffen wird - ich hatte eigentlich erwartet und mir gewünscht, dass offene Fragen aus dem ersten Band geklärt werden, denn da blieb so einiges offen... Der Schreibstil gefällt mir nach wie vor und das Buch lässt sich, wenn man dann denn angekommen ist und sich vor allen Dingen damit abgefunden hat, dass hier nicht mehr auf den Fall Solro eingegangen wird (außer an ein paar klitzkleinen Stellen) gut lesen. Es gibt zwei Handlungsstränge. Einer in der Gegenwart, in dem mehrere Leichen aufgefunden werden - der zweite spielt in Russland in den 90ern und erzählt die Geschichte einiger norwegischer Soldaten, die sich auf einem Einsatz befinden - wie alles zusammenpasst erfährt man im Laufe des Buches. Johnsrud hat Beier für mich ja irgendwie schon als Antihelden konstruiert, nichts läuft in seinem Leben so, wie es eigentlich sein sollte. Seine Beziehung holpert, aufgrund eines versuchten Selbstmordes, wollen sie ihn am liebsten vom Fall abziehen, und auch mit seinem Partner und Freund Andreas läuft es nicht so recht. Und dennoch mag ich ihn, mit allen Ecken und Kanten ist er einer meiner Lieblingsermittler in den letzten Jahren - auch deshalb hoffe ich, dass Johnsrud im abschließenden Buch "The cross I bear" noch eine ordentliche Schippe drauflegt. Wer "den Hirte" ebenso geliebt hat, wie ich, wird etwas enttäuscht sein, weil "Der Bote" nicht zu 100% mithalten kann - dennoch ein toller Thriller von Ingar Johnsrud, der Spannung auf den letzten Band aufkommen lässt.