Leserstimmen zu
Ich bekenne, ich habe gelebt

Pablo Neruda

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Taschenbuch
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„Ich bekenne, ich habe gelebt“, Pablo Neruda. Memoiren. Neuerscheinung Luchterhand Verlag Es ist der Regen, mit dem die Erinnerung des Dichters einsetzt. Die Kindheit und die Tage, Wochen des schweren Regens, der sich langsam wie ein Vorhang über Chile legt – „Der Regen fiel in Fäden langer Glasnadeln, die auf den Dächern zerbrachen oder in undurchsichtigen Wellen gegen die Fensterscheiben schlugen, und jedes Haus war ein Schiff, das in diesem Wintermeer mühsam in den Hafen gelangte…“. Der Regen lehrte dem Sohn eines Lokomotivführers und einer Volksschullehrerin, die an Tuberkulose verstarb als er ein Monat alt war, die Langsamkeit des Sehens in der Aufmerksamkeit des Moments. Jeder Regentropfen fällt anders vom Himmel und jeder Regentropfen verändert die Erde, wenn du darauf achtest und deine Sinne, dein Herz öffnest. Der Junge, der jetzt bei seinem Großvater in Temuco aufwächst interessiert sich bald dafür, das Gesehene, Empfundene ins Wort zu bringen. Mit seinem Vater unternimmt er in den Ferien lange Zugfahrten und die Weite und Ursprünglichkeit der chilenischen Landschaft prägt und inspiriert ihn. Er schreibt mehr und mehr und bald folgen erste Anerkennungen. Dann Universitäts- und Berufsjahre im Diplomatischen Dienst in Asien. Ebenso kommt er nach Europa. Es sind die Jahre des Spanischen Bürgerkriegs, die er miterlebt und die ihn klar Position beziehen lassen gegen Gewalt und Faschismus. Als er nach Chile zurückkehrt, engagiert er sich politisch und sucht aber auch seine Sicht der Welt in poetischen Bildern darzustellen, die jenseits aller Ideologien Schönheit und Frieden der Erde „besingen“ (Gedichtzyklus „Der große Gesang“). Doch es ist auch die Liebe, die ihn wesentlich in seiner Poesie bewegt. Und da ist es Matilde, seine unsterbliche Liebe der letzten Lebensjahre, die ihn bis zu seinem Tod 1973 begleitet und der er in vielen Gedichten huldigt. Die Todesumstände des Literaturnobelpreisträgers (1971), der ein Freund des sozialistischen Präsidenten Allendes war, sind unklar. Neruda litt an Krebs, doch eine Vergiftung als unmittelbare Todesursache ist nicht ausgeschlossen. Seine hier vorliegenden Memoiren sind das bewegte, sehr poetische Zeugnis einer starken, großartigen poetischen Stimme, die bis zum heutigen Tag immer wieder neu entdeckt wird und fasziniert wie auch eines reichen Lebens in turbulenter politischer Zeit. Das Buch lässt gleichsam ein Begleiten der Lebensstationen zu und fasziniert in großartigen Sprachbildern, die der Nobelpreisträger für Erlebtes und Erfahrens findet. Walter Pobaschnig, Wien 12_2017 https://literaturoutdoors.wordpress.com https://literaturoutdoors.wordpress.com/Rezensionen

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