Leserstimmen zu
Der Muschelsammler

Anthony Doerr

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Auch in dieser Neuauflage der fünfzehn Jahre alten Kurzgeschichtensammlung mit dem Titel Der Muschelsammler erweist sich Anthony Doerr wieder als brillanter Autor, der auch in der Kurzform seine Klasse zeigt. Bereits seine Roman Alles Licht, das wir nicht sehen oder Winklers Traum vom Wasser waren eindrucksvolle Studien von Menschen in Extremsituationen, die durch die farbige und bildreiche Sprache Doerrs veredelt wurden. Genau dieses Talent kommt ihm auch in den vorliegenden acht Geschichten zugute. Doerr erzählt darin oftmals von Anglern und Fischen – einer Art wiederkehrenden Motiv in dessen Schaffen. Mal geht es um ein Wettangeln eines europäischen und amerikanischen Teams, die auf der Suche nach dem dicksten Fisch sind, den sie erangeln können. Dann wieder betrachtet er die junge Dorotea, der Angeln eine Flucht aus ihrer ärmlichen Existenz ist und zugleich die Chance bedeutet, einem Jungen näherzukommen. Eine weitere starke Figur ist der Flüchtling und kurzzeitige Hausmeister Joseph Saleeby, der in der Natur seinen eigenen Kampf um seine Existenz führt. Da wäre auch noch der blinde Muschelsammler, der Eisenfresser, und und und. Anthony Doerr gelingt in seinen acht Geschichten ein Kaleidoskop an Leben, Orten und Menschen – keine der Geschichten ist langweilig, vielmehr meint man, mit diesen Kurzgeschichten fast schon komprimierte Romane in der Hand zu halten. Dass dieser Autor in Deutschland nicht bekannter ist, ist eine bedauernswerte Tatsache – Doerr hätte Ruhm und viele Leser verdient, die in seine Welten eintauchen!

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Der Zauber von Meer und Natur.. "Der Muschelsammler" ist erstmals im Jahr 2002 in der amerikanischen Originalausgabe erschienen und Anthony Doerrs preisgekröntes Debüt. Die acht wunderbaren Erzählungen sind zwar inhaltlich völlig unterschiedlich, jedoch haben sie alle etwas gemeinsam: Den beeindruckenden Erzählstil Doerrs. Oft steht das Meer mit seinen vielen Facetten im Vordergrund, aber auch der Zauber des Winters wird hier mit Liebe zum Detail beschrieben. Das Buch enthält folgende Geschichten: - Der Muschelsammler - Die Frau des Jägers - So viele Chancen - Lange Zeit war das Griseldas Geschichte - Der 4. Juli - Der Hausmeister - Verwicklungen am Rapid River - Mkondo "Über ihm zogen die Sterne herauf in myriadenfachem Erschauern. Sein Leben hatte die letzte Windung vollführt und tauchte hinab. Dorthin, wo es nicht mehr weiterging, wo es am dunkelsten war, wo sich das Schneckenhaus im Schattenhaften verlor." - Seite 39 (Der Muschelsammler) Nachdem ich schon mit Begeisterung die anderen Werke des Autors gelesen habe, war ich nun sehr gespannt auf diese Erzählungen, die nun im März 2017 als Taschenbuch veröffentlicht wurden. (Die gebundene Ausgabe erschien bereits 2007). Die einzelnen Geschichten sind völlig unterschiedlich: In "Der Muschelsammler" entdeckt ein blinder Muschelsammler zufällig die Heilkraft einer hochgiftigen Meeresschnecke; in "So viele Chancen" begeistert sich ein vierzehnjähriges Mädchen nach einem Umzug ans Meer für das Fliegenfischen und in "Der 4. Juli" spielt ein skurriler Wettkampf eine zentrale Rolle. Die Erzählungen sind in dem typischen Stil Anthony Doerrs erzählt, den man schon aus "Winklers Traum vom Wasser" oder auch "Alles Licht, das wir nicht sehen" kennt - immer leicht poetisch, zwischendurch -besonders bei Beschreibungen von Landschaften- auch immer mal in langen, verschachtelten Sätzen. Die Kurzgeschichten, die zwischen 20 und 50 Seiten lang sind, haben alle ausdrucksstarke Charaktere, die man selbst auf den wenigen Seiten sehr gut kennen lernt. Dieses hat mir sehr gut gefallen. Das Cover ist mit dem einzelnen Segelboot auf dem Meer eher schlicht gehalten und passt meiner Meinung nach sehr gut zu dem Inhalt. "Der Fluss taute auf und trieb riesige Eisschollen in Richtung Missouri. Das Glucksen und Plätschern des fließenden Wassers, das Geräusch der Befreiung, des Schmelzens drang durch die offenen Fenster der Hütte herein. Der Jäger spürte die alte Erregung, spürte, wie seine Seele auflebte." - Seite 60 (Die Frau des Jägers) Mein Fazit: Acht Kurzgeschichten, jede auf besondere Art erzählt. Auch hier sticht Doerrs einzigartiger Erzählstil hervor: Leicht poetisch und mit detailreiche Beschreibungen, die aber perfekt zu den Storys passen. Das nur 256 Seiten dünne Buch lässt sich flüssig lesen, eine schöne Lektüre für zwischendurch. Insgesamt hat mir diese Story-Sammlung sehr gut gefallen - nur bei ein, zwei Geschichten war das Ende etwas zu abrupt, es blieben ein paar Fragen offen. Ansonsten ein sehr lesenswertes, wunderbares Buch. Ich vergebe 4,5 Sterne hierfür.

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