Leserstimmen zu
Die Schriftenhändlerin

Brenda Vantrease

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Inhalt Die Schreiberin Anna flieht vor der Inquisition aus ihrer Heimatstadt nach Frankreich. Dort trifft sie auf den Kaufmann Gabriel, dem sie schnell ihr Herz schenkt. Gabriel jedoch ist ein Priester, der geschickt wurde, um Ketzer ausfindig zu machen. Gabriel seinerseits fängt auf Grund seiner Gefühle zu Anna an, an seinem Glauben zu zweifeln. Hat diese junge Liebe in diesen schweren Zeiten überhaupt eine Chance? Eigene Meinung Normalerweise lese ich keine historischen Romane, der Klappentext hat mich jedoch neugierig gemacht und mich davon überzeugt, es doch noch einmal zu versuchen. Leider fand ich den Einstieg extrem schwer und auch alles danach hat sich sehr gezogen und war stellenweise echt trocken. Es war wirklich interessant zu lesen, wie schwer das Leben damals war und wie schnell man auf die Abschussliste der Kirche geraten konnte. Das war aber auch schon alles. Gabriel und Anna sind wirklich selten zusammen anzutreffen, was es mir dann wieder schwer gemacht hat, ihnen ihre Gefühle füreinander abzukaufen. Auch habe ich gehofft, dass Annas Part in Frankreich viel mehr Raum einnehmen würde, so wie es nach dem Klappentext anzunehmen war. Diese Episode ist jedoch recht kurz. Dass "die Schriftenhändlerin" der zweite Teil einer Reihe ist, habe ich erst später erfahren. Allerdings kann man das Buch auch gut ohne das Vorwissen aus Band eins lesen. An ein, oder zwei Stellen beziehen sich die Figuren auf Geschehnisse aus Band eins, aber der Rest erschließt sich von selber. Es ist also eher eine eigene Geschichte, mit ein wenig Bezug auf vorherige Ereignisse, die zudem Jahrzehnte vorher passiert sind. Fazit Liebhaber historischer Romane werden an dem Buch sicherlich ihre Freude haben. Für mich war das leider nichts.

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In „Die Schriftenhändlerin“ erzählt Brenda Ventrease vom Lollardentum im 15. Jahrhundert und dem Prozess gegen Lord Cobham. Der Roman wurde von blanvalet neu aufgelegt und ist im April 2019 erschienen. Prag, 15. Jahrhundert: Anna ist eine begabte Schreiberin, die zusammen mit ihrem Großvater Finn verbotene Übersetzungen religiöser Schriften anfertigt. Doch diese Arbeit wird immer gefährlicher, da der Klerus damit beginnt, die Lollarden und die Anhänger der Schriften Wycliffes zu verfolgen. Als es die ersten Toten gibt und ihr Großvater stirbt, flieht Anna aus Prag. In Frankreich begegnet Sie dem Händler Van Cleve und die beiden verlieben sich ineinander. Doch Van Cleve spielt ein doppeltes Spiel, dass ihre Liebe und ihr Leben bedroht. Bruder Gabriel wird von Erzbischhof Arundel nach Cooling Castle und die nahe gelegene Abtei entsendet. Er soll Beweise beschaffen, die Lord Cobham seines ketzerischen Tuns überführen und ihn unweigerlich in den Tod führen sollen. Bei dieser Aufgabe gerät Bruder Gabriel in einen Zwiespalt, der seinen Glauben auf eine harte Probe stellen soll. Bei diesem Roman handelt es sich um den zweiten Teil einer Reihe. Dies habe ich allerdings erst erfahren als ich nach dem Lesen, die ein oder andere Rezension gelesen habe. Fürs Verständnis dieses Buches ist der erste Teil also nicht zwingend notwendig. Der Schreibstil hat mir soweit gut gefallen, allerdings wirkte die Übersetzung gerade anfangs etwas ungelenk und manche Umschreibung war mir ein wenig zu blumig. Es waren so einige Fehler im Buch zu finden. Ich weiß nicht, ob das im gedruckten Buch auch so ist oder ob dies der Umwandlung ins kindle-Format geschuldet ist. Ganz oft gab es kein Leerzeichen zwischen dem Punkt und dem nächsten Satz. Die Geschichte insgesamt hat sich für mich teilweise sehr gezogen, so dass ich einiges quer gelesen habe. Ich denke, hier hätte man sich auch kürzer fassen können. Der Unterschied zwischen der kirchlichen Lehrmeinung und den Lehren Wycliffes wurde sehr ausführlich dargestellt. Darüber hinaus hat man auch einiges über das Leben der Roma erfahren, was ich sehr interessant fand. Bruder Gabriel war in diesem Roman eine sehr schwer zu fassende Person für mich. Auf der einen Seite war er nachsichtig mit Sündern und hat ihnen Barmherzigkeit zuteil werden lassen, weil er selber nicht zu 100% hinter dem Handel mit den Ablassbriefen steht, andererseits konnte er aber auch sehr hart sein und hat die Lehren seiner Kirche vehement verteidigt, die dennoch im Laufe des Romanes deutlich ins Wanken geraten. Diesen Prozess zu verfolgen fand ich sehr spannend. Anna, die Schriftenhändlerin, war mir durchgehend sympathisch, auch wenn mir ihre lose Zunge so manches Mal auf die Nerven ging. Sie ist die Person, die neben Lady und Lord Cobham, Einblick in die Überzeugungen der Lollarden gibt. Ich persönlich hätte mir einen größeren historischen Anteil gewünscht, aber der Klappentext hat auch nicht mehr als das religiöse Thema versprochen und so steht die Geschichte rund um Anna und Gabriel im Vordergrund, während die Geschichte der Verurteilung Lord Cobhams zwar einen wichtigen Part des Romanes ausmacht, aber in gewisser Weise auch in den Hintergrund rückt. Das Bild, das in diesem Roman von Romantik vermittelt wurde, fand ich sehr fragwürdig. Jemand hört an den Stimmen, dass diese perfekt zusammen passen und füreinander bestimmt sind oder auch die Liebe auf den ersten Blick, die aber nur an Äußerlichkeiten fest gemacht wird. Ich mag durchaus Liebesgeschichten und es darf auch ein bisschen kitschig werden, aber das war mir schon zu viel des Guten. Ein Personenverzeichnis sucht man in diesem Roman vergeblich, aber die Personenanzahl ist überschaubar. Ein kurzes Nachwort klärt über die Arbeitsweise und die Quellen der Autorin auf. Fazit: Ein sehr durchwachsener historischer Roman, der einen die Lehren Wycliffes und der Lollarden ausführlich näher bringt. Für meinen Geschmack zu ausführlich, aber wer dem nicht abgeneigt ist und dramatische Liebesgeschichten mag, dem sei dieser Roman ans Herz gelegt.

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