Leserstimmen zu
Schule des Schweigens

Jeffery Deaver

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In Kansas wird ein Bus mit taubstummen Mädchen und deren Lehrerinnen entführt. Die Entführer sind kurz vorher aus dem Gefängnis ausgebrochen. Ihre Opfer sind ihnen egal. Agent Potter, Spezialist für Geiselnahmen, versucht, mit den Kidnappern zu verhandeln. Doch diese haben andere Pläne... "Schule des Schweigens" ist ein Stand-Alone von Jeffery Deaver und konnte mich leider nicht überzeugen. Ich bin ein großer Fan des Autors, jedoch wird dieser Thriller sehr ruhig, langsam und unspannend erzählt. Da bin ich besseres von Deaver gewohnt. Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei bekommt man sowohl einen Einblick in die taktische Arbeit der Polizei, als auch in die Gedankenwelt der Geiseln. Diese Mischung versprach Spannung und ich freute mich sehr, dass Deaver diese Art der Erzählung gewählt hatte. Leider wurde mir schnell langweilig. Und ich konnte es mir zunächst nicht erklären. Bis ich einen Blick auf das Datum der Erstveröffentlichung warf: 1995! Der Thriller ist also mittlerweile 23 Jahre alt. In dieser Zeit hat sich nicht nur die Welt, sondern auch der Autor verändert. Mir war beim Kauf nicht bewusst, dass dieses Buch ein frühes Werk des Autors ist. Hier hätte ich mir vom Verlag mehr Transparenz bei der Vermarktung gewünscht. Und so legte ich den Thriller nach wenigen hundert Seiten beiseite. Zum Glück weiß ich, dass Deaver es besser kann.

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Inhalt In Kansas entführen drei entflohene Schwerverbrecher einen Schulbus mit zwei Lehrerinnen und acht taubstummen Mädchen. Sie flüchten mit ihnen in einen abgelegenen ehemaligen Schlachthof und stellen ein Ultimatum: Im Austausch gegen ihre Geiseln wollen sie einen Hubschrauber – sonst stirbt jede Stunde ein Mädchen. Arthur Potter, psychologisch geschulter FBI-Spezialist, ist fest entschlossen, die Täter zur Strecke zu bringen. Während die Geiseln im Schlachthof durch die Hölle gehen, nimmt ein nervenaufreibendes Feilschen um ihre Leben seinen Lauf. Meine Meinung Der Schreibstil ist gut und einfach, so dass man sehr gut ins Buch rein kommt und sich auch in die Situationen hineinversetzen kann. Dadurch, dass immer aus verschiedenen Perspektiven berichtet wird, erfährt man immer was gerade an den verschiedenen Orten (im Schlachthaus, bei den Polizisten und auch an anderen Plätzen und mit anderen Personen) passiert und genau das macht es meiner Meinung nach so spannend. Mit Arthur Potter bin ich nicht so wirklich warm geworden. Ich kann nicht mal genau sagen wieso, aber irgendwie war er mir unsympathisch. Es kam mir irgendwie so vor, als hätte er lieber die Geiselnehmer als die Geiseln gerettet. Er kam irgendwie manchmal total kalt rüber. Auch, dass er sich mit dem Geiselnehmer Lou Handy so „verbunden“ gefühlt hat, hat ihn nur noch unsympathischer gemacht. Die ersten Seiten haben mir überhaupt nicht gefallen und ich bin auch nicht wirklich ins Buch reingekommen, was sich aber nach ca. 10-15 Seiten geändert hat. Die Spannung blieb im ganzen Buch erhalten und ich konnte es ab Seite 100 nur noch schwer aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter und auch aus geht. Fazit Das Buch war sehr spannend und hat mir, bis auf ein paar Sachen, sehr gut gefallen. Ich werde auf jeden Fall auch noch andere Bücher des Autors lesen. 4/5 Punkte.

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Eigentlich ist das Buch schon ein Oldie, denn es ist 1996 erstmals auf deutsch erschienen! Aber in meinen Augen ist es zeitlos spannend und daher definitiv auch ein Goldie der Thriller-Literatur. Was das Buch für mich so außergewöhnlich und hochinteressant machte war vor allem zweierlei: Zum einen gibt es dem Leser einen faszinierenden Einblick darin, was bei einer Geiselnahme (in den USA) eigentlich hinter den Kulissen passiert: eine enorme, gut geölte Maschinerie, an der außer dem mit den Geiselnehmern ermittelnden Verhandler viele unterschiedliche Parteien beteiligt sind. Bundespolizei, Staatspolizei, FBI... Leider ergeben sich daraus in dieser Geschichte auch interne Machtkämpfe, denn so mancher Beteiligte will sich mithilfe der Geiselnahme und dem damit einhergehenden Medienspektakel profilieren - oder hat andere Gründe, Sand ins Getriebe zu streuen, was für die Geiseln tödlich enden kann... Darüber hinaus erfährt man viel über die ganz eigene Kultur und die Gemeinschaft der Gehörlosen. Eine völlig andere Welt mit Hierarchien, Wertvorstellungen und Kunstformen, von denen ich keine Ahnung hatte! Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei Personen: Arthur Potter, der FBI-Spezialst, der mit den Geiselnehmern verhandeln soll, die gehörlose junge Lehrerin Melanie, die zu den Geiseln gehört, und der Anführer der Geiselnehmer, Lou Handy. Arthur Potter ist ohne Zweifel ein ungewöhnlicher Romanheld: kurz vom Rentenalter, leicht übergewichtig, nicht unbedingt gut aussehend... Aber er ist ein Verhandler mit immenser Erfahrung, der eine beinahe schon übernatürliche Fähigkeit dazu hat, sich in Geiselnehmer hinein zu versetzen und dadurch genau das zu sagen, was nötig ist, um sie in eine bestimmte Richtung zu lenken. Erst erschien er mir sehr skrupellos, denn er betrachtet es als seine höchste Priorität, dass die Geiselnehmer gestoppt werden - wenn die Geiseln dabei sterben, dann ist das bedauerlich, aber ein vertretbarer Verlust. Im Laufe des Buches konnte ich ihn aber immer besser verstehen, denn seine Erfahrung hat ihn gelehrt, dass entflohene Geiselnehmer im Endeffekt oft wesentlich mehr Unschuldige das Leben kosten. Melanie steht in der Hierarchie der Gehörlosen relativ weit unten, denn sie ist erst nach ihrem achten Lebensjahr nach und nach ertaubt. Für sie war das doppelt tragisch, da sie eigentlich immer Musikerin werden wollte. Ihre Eltern betrachten ihr Taubsein als Problem und Makel, und vielleicht ist sie daher so ängstlich, zaudernd und wenig selbstbewusst. Obwohl sie für ihre Schülerinnen verantwortlich ist, schafft sie es kaum, ihnen wenigstens ein bisschen Trost zu spenden. Stattdessen flüchtet sie sich in ihre Traumwelt: ihr "Musikzimmer", in dem sie noch hören kann und Besuch von berühmten Komponisten bekommt. Ich habe mir immer wieder gedacht: "Komm schon, Melanie - komm schon!" Sie will ja mutig sein, sie setzt immer wieder dazu an, die Kinder den Geiselnehmern gegenüber zu beschützen, tritt aber stets ängstlich den Rückzug an. Aber natürlich macht sie dann doch noch eine große Entwicklung durch, die mich größtenteils auch überzeugt hat. Erst ganz am Schluss stellt sie an sich etwas fest, das ich drastisch, schockierend und nicht mehr komplett glaubwürdig fand. Einer von zwei Kritikpunkten, die ich an dem Buch habe! Lou Handy (den Melanie und die Kinder "Brutus" nennen) ist hochintelligent und völlig skrupellos. Die Vorstellung, kleine Kinder zu töten, berührt ihn nicht mehr als die Vorstellung, einen Wurm zu zertreten. In seiner verdrehten Vorstellung der Welt ist sein Verhalten dennoch gerechtfertigt, denn er bestraft ja nur, wenn ihm etwas vorenthalten wird, was ihm zusteht... Sowohl Arthur als auch Melanie spüren eine tiefe Verbundenheit mit dem eiskalten Killer - und miteinander, obwohl sie sich nie begegnet sind. Aber am Ende können nur zwei dieses seltsamen Dreigespanns überleben... Es gibt ziemlich viele Charaktere, aber ich hatte keine Schwierigkeiten damit, sie auseinander zu halten, weil sie alle lebendig, detailliert und glaubhaft beschrieben werden. Gut fand ich, dass man auch bei den "Bösen" zumindest nachvollziehen (wenn auch nicht entschuldigen) kann, warum sie handeln, wie sie handeln. Obwohl ein Großteil es Buches beherrscht wird von den Gesprächen zwischen Arthur und "Brutus", war es für mich immer unglaublich spannend. Ich fand es sehr intelligent geschrieben, mit vielen unerwarteten Wendungen. Besonders gegen Ende passieren dann noch einmal Dinge, die ich überhaupt nicht erwartet hatte, und die Auflösung widersteht den üblichen Klischees. Mein zweiter Kritikpunkt ist, dass in den letzten Kapiteln ein paar Dinge passieren, die ich vollkommen unrealistisch fand, und die die Spannung auf in meinen Augen billige Art und Weise hoch puschen - was gar nicht nötig wäre. Der Schreibstil hat mich voll und ganz überzeugt. Der Autor schreibt prägnant und atmosphärisch, mit ungewöhnlichen Formulierungen und viel Gespür dafür, wie Gehörlose die Welt wahrnehmen. Fazit: Meiner Meinung nach ist "Schule des Schweigens" ein intelligenter Thriller, in dem einerseits politische Elemente eine Rolle spielen, andererseits aber auch die faszinierende Kultur der Gehörlosen und die verschiedenen Spielarten des Stockholm-Syndroms. Im Mittelpunkt stehen drei starke Charaktere, und die Handlung konnte mich immer wieder überraschen und überzeugen.

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Eigentlich bin ich ein Fan von Jeffery Deaver. Ich mag die Kathryn Dance und Lincoln Rhyme Reihen, obwohl meine Begeisterung für seine Rhyme Reihe langsam bergab geht. Dieses Buch ist keine Reihe und nachdem ich »Edge« (Schutzlos), das auch ein Standalone ist, wirklich gut fand, war ich schon sehr neugierig. Acht Kinder zwischen 8 und 17 Jahren und zwei Lehrerinnen einer gehörlosen Schule sind mit einem Bus unterwegs zu einer Veranstaltung. Sie kommen zu einer Kreuzung, bei der ein Unfall passiert ist. Mrs Harstrawn, die ältere Lehrerin, die am Steuer sitzt und nicht gehörlos ist, hält an. Das war ihr größter Fehler. Drei Schwerverbrecher, die aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen sind, haben den Nachrang missachtet und wurden von einem Cadillac gerammt. Mrs Harstrawn steigt aus und stellt schnell fest, dass der Fahrer erschossen worden ist. Die Frauen und Mädchen haben keine Chance gegen die drei bewaffneten Männer, die nun den Bus übernehmen. Ein Polizeiauto nähert sich. Die drei Verbrecher fahren Ziel stracks zu einem alten Schlachthaus und verbarrikadieren sich mit ihren 10 Geiseln. Arthur Potter vom FBI wird als Verhandler bestimmt. Louis Handy ist der Anführer der kleinen Verbrecherbande. Er ist eiskalt, unbarmherzig und berechnend. Ihm gegenüber steht Arthur Potter, der nur noch zwei Jahre bis zur Pensionierung hat. Es ist nun sein Job, eine Beziehung mit Handy aufzubauen und ihn schlussendlich dazu zu bringen, sich zu ergeben und die Geiseln freizulassen. Dann gibt es noch Melanie Charrol, die 25-jährige Lehrerin, die Deaver von Anfang bis Ende als ängstliche graue Maus bezeichnet. Ich glaube, mir ist noch nie eine Figur untergekommen, die dermaßen widersprüchliche Charaktereigenschaften zeigt. Eine ängstliche graue Maus handelt anders, darum verstehe ich das Beharren auf dieser Bezeichnung nicht. Jeder hätte in so einer Situation ziemlich große Angst. Es gibt recht viele Nebencharaktere, wobei Deaver ein bisschen Verwirrung stiftet, in dem er abwechselnd Nachnamen und Vornamen verwendet. Vielleicht bin ich einfach zu dumm mir die ganzen Namen zu merken, mich hat’s diesmal echt genervt. Der einzige Charakter, den ich wirklich mochte, war der ruhige Sheriff Dean Stilwell, der nur eine kleine, wenn auch wichtige Rolle gespielt hat. Es kommen die gängigen Klischees vor: Das FBI hat das sagen, State Police und Sheriffs Büro müssen sich unterordnen und keinem schmeckt das wirklich. Generalstaatsanwalt, sein Stellvertreter und verschiedene Sonderkommandos, alle wollen mitmischen. Eigentlich wäre die Geschichte recht spannend und die Einblicke in das Vorgehen bei einer Geiselnahme sind auch wirklich interessant. Ich vermute, dass der ehemalige Rechtsanwalt Deaver sich hier auch auskennt. Die Spannung wird immer wieder zerstört durch die Figur Melanie Charrol, die sich in Gedanken in ein »Musikzimmer« zurückzieht und sich mit diversen Personen unterhält, auch mit Arthur Potter. So erfahren wir auch viel über die Geschichte der Gebärdensprache und über die Gehörlosenbewegung in den Vereinigten Staaten, was aber mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun hat. Da bekam ich den Eindruck, hier wird einfach Wissen an den Leser gebracht. Dann wird eine für mich ziemlich abwegige Romanze gesponnen zwischen zwei Personen, die sich nur aus der Ferne gesehen haben und altersmäßig ein Vierteljahrhundert auseinander stehen. Sorry, aber das fand ich nicht nur übertrieben, sondern auch unglaubwürdig. Dann handelt es sich hier um eine Geiselnahme und Leben stehen auf dem Spiel. Geiselnehmer sollten ihre Geisel im Griff haben, sie bewachen, fesseln, was auch immer. Diese drei Schwerverbrecher scheinen das für überflüssig zu halten so nach dem Motto; sie können nichts hören also sind sie harmlos. Angeblich ist Louis Handy intelligent, aber er bekommt nicht einmal mit, was seine Kumpels im Nebenzimmer treiben! Es passiert recht viel, auch Unerwartetes, aber irgendwann ist alles vorbei und die diversen FBI Agenten, Sheriffs, Trooper und Polizisten sind auf dem Heimweg. Doch ungefähr noch 10 Prozent vom Buch gibt es noch zu lesen! Es wäre nicht Jeffery Deaver, wenn es am Ende nicht doch noch einen Plot Twist gäbe. Ganz ehrlich? Diesen hätte er sich und den Leser wirklich ersparen sollen. Unglaubwürdig, unrealistisch, unlogisch und einfach absurd. Das hat für mich das Buch noch mal um einiges abgewertet. Auf dem Buch steht Thriller, aber ich empfand es anders und war eher enttäuscht. Es kommt durchaus Spannung auf, aber die wird immer wieder durch Träumereien von Melanie und Erklärungen zu Gehörlosenbewegung unterbrochen. Von einem FBI Agenten erwarte ich auch mehr Professionalität und weniger komplett illusorische Tagträume während einer Geiselnahme mit Kindern. Den letzten Teil des Buches könnte man einfach streichen, aber das ist nur meine subjektive Meinung. Leider bin ich doch sehr enttäuscht von einem meiner bisher liebsten Autoren.

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