Leserstimmen zu
Per Anhalter durch die Galaxis

Douglas Adams

Per Anhalter durch die Galaxis (1)

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Die Story beginnt noch relativ harmlos. Man lernt den Protagonisten Arthur Dent kennen, der eines Tages erfährt, dass sein Haus abgerissen werden soll. Was bis dahin noch ganz normal klingt, ändert sich sogleich, als Arthur den Grund für den Abriss erfährt: Nicht nur sein Haus, sondern die gesamte Erde muss gesprengt werden, weil an ihrer Stelle eine Umgehungsstrasse durch das Universum gebaut werden soll. Und warum eine Umgehungsstrasse, fragt ihr euch vielleicht? Na: "Es ist eine Umgehungsstrasse. Und Umgehungsstrassen baut man eben." Also, alles klar soweit. Verständlicherweise hält Arthur von diesem Plan nicht so viel, denn als Erdenbewohner hängt er sehr an seinem Planeten. Als er seine Kritik zu dem Projekt äussern möchte, wird er jedoch freundlich darauf hingewiesen, dass die Pläne seit neun Monaten im Planungsbüro gelegen hatten und man deshalb genügend Zeit gehabt hätte, Protest gegen die Umgehungsstrasse einzulegen. Blöd nur, dass die Pläne irgendwo zuunterst in einem Aktenschrank in einem dunklen Keller mit einem kaputten Licht und einer kaputten Treppe in einem unbenutzten Klo mit der Aufschrift "Vorsicht, bissiger Leopard" versteckt waren. Aber sie waren nun mal da. Und nun ist es zu spät, Einspruch einzulegen. Bevor Arthur sich jedoch seinem Schicksal hingeben muss, erfährt er, dass sein bester Freund Ford Prefect gar kein Mensch ist, sondern ein Ausserirdischer. Und zu seinem Glück, nimmt Ford Arthur mit, um per Anhalter durch die Galaxis zu reisen, so dass er haarscharf dem Tod entgeht, der ihn bei der Sprengung der Erde erwartet hätte. Ab diesem Zeitpunkt beginnt das eigentliche Abenteuer, denn nach ihrer Flucht auf der Erde werden sie in das Raumschiff "Herz aus Gold" geschleust, wo Arthur und Ford auf die restlichen Hauptcharaktere aus der Geschichte treffen. Das sind: Zaphod Beeblebrox, Halbcousin von Ford und zeitweise Präsident der Galaxis, Tricia McMillan und Marvin, ein depressiver Roboter. Wer denkt, dass der Anfang schon ulkig klingt, der sei vorgewarnt. Alles was Arthur bis zu seiner Ankunft ins Raumschiff erlebt hat, war im Vergleich noch absolut harmlos. Denn was die Hauptcharaktere bei ihrer Reise durch die Galaxis erleben, lässt sich gar nicht so richtig zusammenfassen. Jedes Mal, wenn man denkt, dass es nicht noch ulkiger und seltsamer werden kann, legt der Autor noch einen drauf. Er nimmt weder seine eigene Geschichte, noch seine Charaktere ernst und genau das macht "Per Anhalter durch die Galaxis" so herrlich amüsant. Ich war überrascht, wie viel Blödsinn (im positiven Sinn) sich ein einziger Mensch ausdenken kann und habe mich gleichzeitig auch gefragt, welche lustigen Pillen man einwerfen muss, um solche Einfälle zu haben :D. Die Story an und für sich ist total unsinnig - aber genau das will sie auch sein. Mich konnte sie weniger durch die Handlung, sondern immer wieder durch einzelne witzige Zitate und Sprüche überzeugen. Allen voran war Marvin, der depressive Roboter, einer meiner liebsten Charaktere. Das Hörbuch wird von Christian Ulmen vorgelesen, der seine Sache wirklich gut macht. Er haucht jedem einzelnen Charakter eine eigene Interpretation ein, was es mir als Hörerin leicht gemacht, der Geschichte zu folgen und zu wissen, wer gerade spricht. (Ein Interpretation hat mich ja ein klein wenig an Marc-Uwe Klings Känguru erinnert, das hat gleich ein paar Sympathiepunkte bei mir eingebracht :D). Trotz all der Lobeshymnen, kann ich dem Buch allerdings nicht die ganze Punktzahl vergeben. Grund dafür ist, dass ich vor allem im zweiten Teil ein wenig das Interesse für den eigentlichen Plot verloren habe. Die Handlung bleibt zwar bis zum Schluss skurril, aber irgendwann habe ich mich an die Art des Humors so gewöhnt, dass sie nicht mehr den gleichen Effekt bei mir ausüben konnten, wie die erste Hälfte des Buches. Ich hatte mir stellenweise ja fast ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit herbeigewünscht, die der Geschichte einen stärkeren roten Faden verliehen hätten. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau. Fazit: Eine ulkige, urkomische und skurrile Geschichte, die ich auf diese Art und Weise noch kein zweites Mal gelesen habe. Es ist erstaunlich, wie viel Unsinn sich Douglas Adams ausdenken konnte. Ich liebe den britischen Humor, bei dem der Autor weder seine Charaktere, noch die Handlung so richtig ernst nimmt. Das Buch ist ein Klassiker, der vor allem mit seinen sehr bekannten und erinnerungswürdigen Zitaten punktet, die mir teilweise schon vor dem Hören des Hörbuchs bekannt waren - und das spricht für das Buch! Nichtdestotrotz haben sich bei mir im zweiten Teil "Abnutzungserscheinungen" bemerkbar gemacht, was den Humor angeht. Die Skurrilität konnte bei mir irgendwann nicht mehr die gleiche Wirkung wie am Anfang erzielen, so dass ich mir ein bisschen einen roten Faden herbeigewünscht hätte. Insgesamt aber ein fantastisches und sehr amüsantes Buch, das jeder einmal gelesen oder gehört haben muss.

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