Leserstimmen zu
Es

Stephen King

(27)
(9)
(2)
(3)
(0)
€ 14,99 [D] inkl. MwSt. | € 15,50 [A] | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

Klappentext: 1957 hat alles begonnen: Der kleine Georgie ist das erste Opfer. Und dann bricht Es wie die Pest über die Stadt Derry herein, eine Gräueltat folgt der anderen … Über 25 Jahre später: Mike Hanlon ruft sechs Freunde zusammen und erinnert sie an den Schwur, den sie getan haben. Sollte Es, sollte das namenlose Böse noch einmal auftauchen, wollen sie sich wieder in Derry treffen. Damals sind die Freunde in die Abwasserschächte gestiegen, als Kinder haben sie Es gejagt und zu töten versucht. Aber Es war nur verletzt worden. Und jetzt geht das Grauen wieder um, daran besteht kein Zweifel. Einer der Freunde kann zum Treffen nicht mehr kommen. Er liegt blutverschmiert in seiner Badewanne. Offensichtlich Selbstmord … Meinung: Ach, "Es" und ich. Das ist auch eine dieser unendlichen Geschichten. Bereits vor etlichen Jahren versuchte ich das Buch zu lesen. Das ganze zog sich über viele Jahre, bis ich es aufgab. Nach dem Erfolg verschiedener Bücher, die ich nicht schaffte zu lesen, aber zu hören, durfte dann auch "Es" als Hörbuch einziehen. So hörte ich das Buch knapp ein halbes Jahr, mit verschiedenen Unterbrechungen, auf dem beinah täglichen Weg in die Arbeit, oder eben auf dem Weg nach Hause. David Nathan hat seine Arbeit wieder ganz hervorragend gemacht. Er schafft es tatsächlich, dass sich mir gelegentlich fast der Magen umdreht, da sich die Situationen so unglaublich intensiv anfühlen durch das Gehörte. Manchmal möchte man dem Wahn selbst anheimfallen. Die Geschichte fand ich, wie bereits beim Buch, sehr langatmig. Ich habe ja wirklich kein Problem damit, wenn man eine Welt oder Geschichte drum rum aufbaut, das schafft schließlich Atmosphäre, aber hier bekommt man so viele Geschichten nebenher erzählt, die mit der eigentlichen Situation so wenig am Hut haben, dass man sich lieber schlafen legen möchte, übertrieben gesagt. So ging es mir. Mein Freund kann das so überhaupt nicht verstehen, weil ihm genau das gefällt. Wobei er hingegen die ausschweifende Art der Frauen - zumindest von mir - in etwa genauso anstrengend findet, wie ich stellenweise den Stil von King. Welch Ironie. So war das Buch für mich eben nur ein mäßiges Erlebnis und ich habe für meinen Teil gelernt, dass ich von den King-Wälzern dann einfach besser die Finger lasse. Die Geschichte an sich gefiel mir super, auch die Grundidee dahinter. Tatsächlich schade fand ich diverse Änderungen wie beispielsweise, dass die Kinder nicht mehr schweben, sondern inzwischen fliegen. Ansonsten ist der Erzählstil von Stephen King einfach absolut einnehmend. Auch die Entwicklung der Charaktere gefiel mir sehr gut. Vor allem dieses subtile aufgreifen von Klischees, dass man sich ja auch oftmals an den Eltern oder der Vergangenheit orientiert bei der Partnerwahl. Da ist was wahres dran! Doch King weiß eben, wie man den Leser abholt. Fazit: Ich wusste, dass es mich vermutlich nicht vom Hocker hauen wird und darum möchte ich mir das Fazit sparen. In meinen Augen liebt man das Buch entweder oder man tut es nicht. Hier kann ich wirklich nur empfehlen es anzulesen und selbst eine Meinung zu bilden. 2,5 von 5

Lesen Sie weiter

Wir schreiben das Jahre 1957. Der kleine Georgie läuft hinaus in den Regen, nichtsahnend, dass er seinen großen Bruder Bill nie wieder sehen wird. Das kleine Boot aus Papier gleitet neben ihm im Rindstein dahin, bis es von einem Sog erwischt und in die Kanalisation gezogen wird. Doch aus den Tiefen des Abwassersystems scheinen Stimmen zu ertönen und dann ist da plötzlich das Gesicht eines Clowns. Ein Clown, der die kleine Gemeinde in Maine alle 27 Jahre das Fürchten lehrt… Es von Stephen King gehört zu einem der Horrorromane, der für fast jeden westlichen Menschen ein Begriff sein dürften. Passend zur neuen Kinoverfilmung, erscheint ebenfalls eine Neuauflage des Romans in neuer Übersetzung und mit ihm ein neues, ungekürztes Hörbuch im Randomhouse Verlag. Auch für dieses Werk übernimmt David Nathan – besser bekannt als deutsche Stimme von Johnny Depp, Christian Bale und Paul Waker – die Lesung für Stephen King. Wie schon in der Vergangenheit zieht er seine Zuhörer mit seiner tiefen, charismatischen Stimme in seinen Bann und schafft es gleichzeitig eine äußerst spannende Atmosphäre zu erschaffen. Dabei ist Es mit seinen über 1.500 Seiten – was einer Hörbuchlaufzeit von gut 52 Stunden entspricht – nicht gerade wenig anspruchsvoll. Dennoch gelingt es Nathan seine Zuhörer in die Geschichte hineinzuziehen und sie gebannt an ihre Abspielgeräte zu fesseln. Und das mit einen Stoff, der in seiner ungekürzten Variante, alles andere als einen durchgehenden Spannungsbogen erzeugt. Es oder wie man möglichst viele unzusammenhängende Geschichten erzählt Gerade der Anfang des Romans, der in der ungekürzten Hörbuchversion eins zu eins übernommen wurde, ist für Leser mehr als nur anstrengend. Nicht nur, dass die Handlung zwischen drei Zeitebenen hin-und-her springt, sie erzählt dabei auch noch die Handlung aus Sicht sieben verschiedener Personen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Da wäre der Barkeeper, dessen Lieblingskunde sich gerade zu Tode zu trinken versucht oder auch die Ehefrau, die ausführlich erklärt, wie ihr Mann und sie immer wieder versuche Kinder zu bekommen. Oder es gibt einen Sprung zu einer Frau, die sich jahrelang von ihrem Mann verprügel lässt. Und während all diese Geschichten einen ganz eigenen Alltagshorror heraufbeschwören, ist keine dieser Geschichten wirklich interessant. Nach gut 20 Stunden Hörzeit macht sich King endlich die Mühe die einzelnen Handlungsstränge zusammen zu führen und beginnt langsam eine Handlung aufzubauen, die man als annähernd spannend beschreiben könnte. Es vergehen noch einmal zehn Stunden und die Geschichte beginnt wirklich spannend zu werden und jetzt ist der Punkt erreicht, an dem man das Hörbuch am liebsten nicht mehr ausschalten möchte und plötzlich alle Geschichten vom Anfang beginnen einen Sinn zu ergeben. Sicherlich ist es rein technisch interessant zu sehen wie King versucht gängige Erzählformen zu verändern und Erwartungen zu umgehen, dennoch hat Es zwei große Probleme: Zum einen gibt es viel zu viele Protagonisten und Erzählperspektiven, die im Grunde immer wieder das gleiche betonen: „In unserer Stadt gibt es ein Monster.“ Zum anderen wiederholt sich King in seinen Erzählung so unglaublich häufig, dass man sich fragen muss, ob er selber beim Schreiben vergisst, was er vorher geschrieben hat oder ob er absichtlich den Roman aufblähen möchte. Nimmt man beispielsweise die Geschichte in der Ben im Winter seiner Lehrerin hilft, so wird gleich drei Absätze lang in beinahe dem gleichen Wortlaut beschrieben wie kalt es ist und wie ausgestorben die Stadt wirkt. Weder bringen diese Wiederholungen die Handlung voran, noch tragen sie dazu bei die Szenerie detaillierter zu beschreiben. Auch die immer wieder gleiche Beschreibung von Bills Fahrrad oder wie unlustig Richies Stimmen sind, wirken eher ermüdend. Dennoch schwebt über allen Geschichten, Perspektiven und Zeitsprüngen das Versprechen, dass es eine große Auflösung geben wird. Das die Spannung nun jeden Moment einsetzen wird und das sicherlich irgendetwas gruseliges, ja, vielleicht sogar erschreckendes geschehen wird. Und ja, nach etwa 30 Stunden Hörzeit wird dieses Versprechen endlich gehalten, auch wenn es von dort schnell runter in den Kaninchenbau aus Alice im Wunderland geht und man sich wirklich fragen muss ob es dieser Art von Aufklärung wirklich bedurfte. Wer das Buch kennt wird sicherlich wissen, dass ich über die Schildkröte und die sonderbare „Wie kommen wir aus der Höhle raus“-Szene spreche. Es: Sonderbarer Horrorklassiker mit toller Erzählstimme Weshalb ich dieses Hörbuch dennoch bis zum Ende gehört habe ist einzig und alleine David Nathan zu verdanken, dessen Stimme vermutlich selbst eine Gebrauchsanweisung einigermaßen spannend erscheinen lassen könnte. Hätte ich den Roman selber lesen müssen, hätte ich ihn sicherlich irgendwann bei der Geschichte von Stanleys Frau zur Seite gelegt oder zumindest übersprungen, aber hier sind Geschmäcker natürlich sehr verschieden. Nichts desto trotz handelt es sich bei der Hörbuchversion von Es um ein wirklich gut hörbares Buch. Nathan hat eine fantastische Stimme, die klar unterscheidbar die einzelnen Figuren darstellt und die Illusion erweckt, dass es mehr als nur einen Sprecher geben muss. Punktabzug gibt es lediglich für die langatmige Erzählung Kings, die leider sehr viel Zeit braucht, bis sie so richtig in fahrt kommt, dann jedoch auf sehr gute Art und Weise die einzelnen Stränge miteinander verwebt.

Lesen Sie weiter