Leserstimmen zu
In einer Winternacht

Mary Higgins Clark

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Die Verbindung einer „klassischen“ Weihnachtsgeschichte (mit Motiven des „ausgesetzten Kindes“, mit Krippenspiel, Kindertagesbetreuung und alten Nonnen, denen das Ende ihrer wunderbaren Kinderbetreuung droht) und einfachen, aber fein ausgewählten Kriminalelementen (der Diebstahl eines Kelches und ein merkwürdiges Testament, das eine Freundin von Alvira ihres Erbes berauben würde) bildet im gesamten eine einfach zu lesende „Kriminalweihnachtsgeschichte“ mit liebevoll gezeichneten Personen, die zwar nicht ganz den Stereotypen ihrer Charaktere entkommen können, aber durchaus ein gewisses „Eigenleben“ aufweisen. Ein Kind wird ausgesetzt auf den Stufen eines Pfarrhauses in New York. Ein Dieb stiehlt einen Kelch und das Kind. Eine Mutter ist sieben Jahre später schwer getroffen von dem, was sie getan hat und kehr fast Tag für Tag an den Ort vor dem Pfarrhaus zurück. Alvira, Lottomillionärin, Bewohnerin Manhattans mit Blick auf den Central Park, Freundin von Kate (die fest damit gerechnet hätte, dieses konkrete Haus, in dem sie lebt, von ihrer Schwester vererbt zu bekommen) geht ihrer stillen und herausfordernden Neigung nach. Als Detektivin zu ermitteln. Und das nun gleich in mehreren „Fällen“. Der Erbschaft. Der Mutter, die ihr Kind sucht. Der Hilfe für die beiden älteren Nonnen, deren Kinderbetreuung durch städtische Auflagen vor dem Aus stehen könnte. Und als Hilfe für Pater Timothy, der seinen Kelch immer noch schmerzlich vermischt. Natürlich weiß der Leser von Beginn an bereits relativ viel von dem, was Alvira und ihre Freunde samt Willy, ihrem Mann (der „Stille Nacht“ eisern auf dem Klavier übt) erst Schritt für Schritt herausbekommen werden müssen. Und auch die Auflösung des Erbfalles ist keine sonderlich aufregende oder tief überraschende Wendung um Geschehen. Dennoch, es gelingt Higgins Clark von Beginn an, jenen besonderen Ton klassischer Weihnachtsgeschichten mit „schöner Bescherung“ auf allen Seiten am Ende zu treffen, der zudem in der Ermittlerin und den Schilderungen der Nachforschungen sehr an klassische, britische Kriminalroman erinnert, so dass insgesamt ein beachtliches Wohlgefühl bei der Lektüre auftritt. Keine Blutströme, keine Killer, dafür eine stringent erzählte Geschichte mit klar gezeichneten Personen, die, ruhig erzählt, durchaus ihren unaufgeregten Spannungsbogen aufbaut und nachher tatsächlich alles mit allem zu verbinden versteht.

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