Leserstimmen zu
Die Republik der Diebe

Scott Lynch

Locke Lamora (3)

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Erste Sätze Man verfrachte zehn Dutzend hungrige Waisenkinder, lauter Diebe, in ein feuchtkaltes Labyrinth aus Höhlen und Tunneln unter einem ehemaligen Friedhof, lasse sie von einem verkrüppelten alten Mann beaufsichtigen, und schon bald wird man feststellen, was für eine heikle Angelegenheit es ist, die Bande im Zaum zu halten. Der Lehrherr der Diebe, der im Königreich der Waisen unter dem Hügel der Schatten im alten Camorr das Regiment führte, war noch nicht so gebrechlich, dass einer seiner schmuddeligen kleinen Schützlinge eine Chance gehabt hätte, sich allein gegen ihn aufzulehnen. Klappentext Locke Lamora, Meisterdieb, Lügner und wahrer Gentleman, ist mit seinem Kumpan Jean nur knapp dem Piratentod entronnen. Nun ist er wieder auf Beutejagd, doch dann begegnet er einer Frau, die er längst tot glaubte: Sabetha, seine wahre Liebe – und die ist entschlossen, Locke ein für alle Mal zu vernichten, im Auftrag der finsteren Soldmagier. Für Locke und Jean geht es nun um alles oder nichts… Meine Meinung Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben und berichtet aus der Sicht verschiedener Personen, allen voran Locke Lamora. Locke ist ein Dieb, hat aber eine besondere Ausbildung durchlaufen, denn er ist gebildet in Sprachen, Politik und Schauspielerei. Er kann mit genügend Recherchen jeden verkörpern, der er will, auch wenn es die Person eigentlich gar nicht gibt, solange alles glaubwürdig zu sein scheint mit den Hinweisen. Locke ist klug, mutig, raffiniert und ehrgeizig und bereits vom ersten Augenblick an Sabetha verfallen. Alle Charaktere durchleben irgendwie eine Entwicklung, geraten an ihre Grenzen und wachsen über sich hinaus. Ich konnte mich wirklich gut in alle hineinversetzen und fand ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehbar. Die Geschichte spielt wieder in Vergangenheit und Gegenwart und erzählt die Geschichte diesmal mit Schwerpunkt auf Sabetha und Locke, auch wenn viel über die Soldmagier und ihre Heimat erfährt. Aber es geht auch mehr als um eine Liebesgeschichte, denn der Autor schafft wieder einen komplexen Rahmen für die Handlung, die einen in diese Welt hineinfallen lässt. Auch die Welt ist und bleibt einzigartig und bietet neue interessante Schauplätze und Facetten. Das Buch konnte mich wieder von Beginn an fesseln und mitreißen. Es bietet einige überraschende Wendungen und Entwicklungen. Der Hörbuchsprecher hat die unterschiedlichen Charaktere wieder gut vertont. Der Schreibstil des Autors ist angenehm und flüssig zu lesen. Bewertung Eine gelungene Fortsetzung mit anderen Themen und Schauplätzen, die dem Vorgänger in nichts nachsteht und mich komplett überzeugen konnte, daher gibt es von mir verdiente 5 von 5 Würmchen

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Neue Stadt, neuer Auftrag, aber alte Gegner und immer die gleichen großartigen Halunken. Ich kann es nicht anders sagen für mich ist Scott Lynch einer der großartigsten Autoren unserer Zeit. Nicht nur sein Schreibstil an sich ist großartig, sondern auch die Geschichten, welche er damit aufs Blatt bekommt, lassen mein Fantasy Herz höher schlagen. Die Republik der Diebe ist der dritte Band der Gentleman Ganoven Reihe. Er knüpft an den Zweiten Band „Sturm über roten Wasser“ nahtlos an. Auf den dritten Band musste der Leser ein paar – wirklich sehr sehr lange - Jahre warten. Trotz dieser schier endlosen Zeit flammte meine große Liebe zu den zwei Hauptcharakteren, Locke Lamora und Jean Tanner, schon nach der ersten Seite wieder auf. Es war ein bisschen so als würde ich alte Freunde wieder treffen – auf die ich wirklich viel zu lange warten musste. Die Story ist, wie in den voran gegangenen Büchern, wieder von der ersten Sekunde an spannend. Ständiger Wechsel zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit. Rückblenden gab es auch schon den voran gegangen Büchern und sie fehlten natürlich auch in diesem nicht, aber nahmen dieses Mal einen höheren Stellenwert ein. Es werden weitere Kapitel aus Lockes Vergangenheit enthüllt und endlich lernt der Leser auch Sabetha richtig kennen. Ihr Name war schließlich schon so oft präsent, aber man kannte sie nur irgendwie „vom Hörensagen“. Ich fand das klasse. Endlich kann man Lockes tiefe Verbundenheit zu dieser Frau verstehen. Ein bisschen melancholisch machte es einen dann nur, wenn die Rückblenden einem Charakter wieder näher bringen von denen man längst Abschied hatte nehmen müssen. Außerdem, mal ehrlich…die Stadt Camorii war so interessant und ausgeklügelt, das ich mir immer wieder wünsche, dass die Handlung bald dorthin zurückkehrt. Fazit: Ding. Ding. Ding. Volle Punktzahl. 5 Pfötchen mit Keks Sternchen. Wer Scott Lynch noch nicht kennt sollte dringend damit anfangen ihn kennen zulernen. Bei mir haben seine Bücher einen Ehrenplatz im Regal. Ich kann nur sagen ich freu mich schon auf den vierten Band – hoffe aber dass bis dahin nicht wieder Jahre vergehen – Am Ende bleibt natürlich wie immer eine Frage übrig: Wie im Namen des namenlosen dreizehnten Gottes heißt Locke Lamora wirklich?!

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Ich war richtig begeistert, als der Termin für der lang erwartete dritten Band der Locke Lamora Reihe bekannt gegeben wurde, ganze sechs Jahre nach dem Erscheinen von Sturm über roten Wassern. Ich gehörte dann auch noch zu den Glücklichen, die es schafften eine Advanced Reading Copy einige Monate vor offizieller Veröffentlichung zu erhalten. Die Freude legte sich dann aber schnell, als ich mit dem Lesen begann. Die Republik der Diebe fängt genau da an, wo das letzte Buch aufgehört hatte, mit dem vergifteten Locke dem Tode nahe. Von da an wird die Geschichte in typischer Scott Lynch Manier weiter erzählt. Mit einer Haupthandlung rund um die Soldmagier und einer Hintergrundgeschichte um die Entstehung der Gentleman Bastards, die mit Hilfe von Rückblenden erzählt wird. Hierbei lernen wir nun endlich ,die in den vorherigen Büchern so viel erwähnte, Sabetha kennen. Und genau das war die erste große Enttäuschung für mich und für die meisten bestimmt der entscheidende Faktor, ob sie dieses Buch lieben oder hassen, denn die Beziehung und Vergangenheit zwischen Locke und Sabetha ist ganz klar der Fokus dieser Geschichte. Für mich hat diese "Liebesgeschichte" zwischen Lock und Sabetha einfach nicht funktioniert, die beiden haben keinerlei Chemie zusammen. Das liegt aber auch hauptsächlich an der Art und Weise wie Sabetha geschrieben wurde, für mich ist sie ein schwach konstruierter Charakter, der größten Teils unüberlegt und irrational handelt. Sie erinnerte mich eher an eine schlecht geschriebene Soap Opera Rolle, mit dem kindischen verhalten eines pubertierenden Teens. So fand ich die Szenen mit Locke und Sabetha zusammen schon nach kurzer Zeit unerträglich zu lesen, vorallem, da sie immer nach dem selben Muster abliefen. Jean tritt hier leider etwas in den Hintergrund und ist die einzige reife Stimme, die jedoch zu gerne überhört wird. Die Neckerreien zwischen ihm und Locke sind allerdings wieder großartig und das Markenzeichen von Scott Lynce, sehr lustig zu lesen mit was für kreativen Flüchen er aufwarten kann. Die Handlung kann das Niveau des Buches leider nicht heben. Die Haupthandlung schleppt sich so dahin und lässt die Stärken des Debüt Romans vermissen. Die Premisse, wie sie im Klapptext beschrieben wird "Für Locke und Jean geht es nun um alles oder nichts…" , will einfach nicht rüberkommen. Die Rückblenden fand ich auch etwas überbeansprucht, sie bilden circa die Hälfte des Buches und erzählen eine ebenso zu lang geratene und langweilige Geschichte wie der Hauptteil. Die Entstehungsgeschichte der Bastards und die Historie zwischen Locke und Sabetha sind zwar interessant, hätten aber durchaus in einem kürzeren Rahmen erzählt werden können. Einzig das überraschende Ende konnte das Buch in meiner Wertung noch etwas nach oben reißen. Alles in Allem war Die Republik der Diebe eine große Enttäuschung für mich. Das gesamte Buch wirkte eher wie eine große Vorbereitung auf sein nächstes Buch (The Thorn of Emberlain im Englischen), dass sogar dieses Jahr erscheinen soll. Hoffentlich schafft es Lynch damit endlich an seinen Erfolg von Die Lügen des Locke Lamora anknüpfen zu können, die Grundvorraussetzungen sind mit diesem Ende auf jedenfall gegeben.

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Der dritte Band der Gentleman Bastard Reihe hat gegen die Vorgänger ein kleines bisschen nachgelassen, trotz allem aber wieder beeindruckende Schauplätze, gepfefferte Dialoge und die liebenswerten Ganoven in vollem Einsatz! In einer dicht gewebten Sprache erzählt Scott Lynch nun schon im dritten Teil von den unglaublichen Abenteuern des Locke Lamora. Auch mich hat diese gut ausgearbeitete Welt wieder von der ersten Seite an begeistert und obwohl der dritte Teil mit über 900 Seiten ein ganz schöner Wälzer ist, haben sich die wenigen Längen gut zurückgehalten. Dadurch wird man natürlich nicht mit großem Tempo durch die Handlung gejagt, aber das dicht gewebte Netz aus Sprache und einer ganz eigenen, besonderen Atmosphäre hat mich total gefangen genommen. Gerne hab ich mich an die Fersen von Locke und seinem Freund Jean geheftet, die trotz ihrer sarkastischen, eigensinnigen Art eine sympathische Ader haben, die mich in ihren Bann gezogen hat. Alle Charaktere haben etwas Besonderes und sind nicht in ein bestimmtes Schema gepresst. Sie alle passen in diese außergewöhnliche Welt, die vor überraschenden Ideen nur so strotzt. Locke musste schon früh lernen, sich mit Lügen und Diebereien durchs Leben zu schlagen, was man immer wieder im "Zwischenspiel" durch Rückblicke auf seine Kindheit erfährt, vor allem seine komplizierte Beziehung zu Sabetha wird hier genau unter die Lupe genommen. Es gibt auch hier wieder zwei Handlungsstränge, die einen in die Entwicklung der Ereignisse eintauchen lassen - Lockes Vergangenheit und die gegenwärtigen Ereignisse. Die Cliffhanger an jedem Ende, bevor zwischen den Erzählebenen gewechselt wird, lassen einen das Buch kaum aus der Hand legen! Die Welt ist sehr gut durchdacht - die Regierung mit all ihren machthungrigen Intrigen, der Glauben an eine Vielzahl von Göttern, die neuartige Magie, die immer unterschwellig vorhanden ist und vor allem die ungewöhnlichen und raffinierten Methoden, mit der die beiden Diebe ihre Aufgabe zu meistern versuchen. Die anspruchsvolle, ausdrucksstarke und teilweise derbe Sprache spiegelt sich in der Erzählung wie auch in den Dialogen und lässt einen tief in diese abgefahrene Welt eintauchen. Am Ende haben sich die Ereignisse etwas überstürzt und ich konnte den Schluss nicht mehr wirklich ganz durchschauen - aber die Gentleman Ganoven haben ja noch einige Abenteuer vor sich und ich bin mir sicher, dass Scott Lynch hier noch mit einigen Überraschungen aufwarten kann! Ich kann euch nur empfehlen, diese völlig andere Art von Fantasy einmal auszuprobieren. Auch wenn mich der dritte Band jetzt nicht völlig vom Hocker gerissen hat, war es ein unterhaltsames, lesenswertes Buch. Die Welt und die Sprache, die der Autor hier erschaffen hat, sind einfach genial! Insgesamt gibt es sieben Bände, von denen bisher drei auf deutsch erschienen sind. Fazit Ich kann jedem Fantasy Fan nur ans Herz legen, es mit dieser Reihe zu versuchen. Es ist wirklich mal was ganz anderes als das übliche. Alles ist gut durchdacht, die Charaktere sind einzigartig und die Handlung ist keine typische Heldengeschichte - ein furioses Abenteuer, das ich gerne verfilmt sehen würde :)

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