Leserstimmen zu
Verstummt

Karin Slaughter

Will-Trent-Serie (1)

(1)
(1)
(2)
(0)
(0)
Taschenbuch
€ 10,99 [D] inkl. MwSt. | € 11,30 [A] | CHF 16,90* (* empf. VK-Preis)

Ein super Thriller aus der Feder von Karin Slaughter, aber da wiederhole ich mich glaube ich nur… Dieser Thriller ist absolut tiefschichtig, er zeigt die Abgründe der Menschheit auf. Aber auch, wie übel einem das Schicksal mitspielen kann. Protagonisten sind meiner Meinung nach eher Will und Angie, der Klappentext ist was das angeht meiner Meinung nach nicht so treffend. Will kennen wir schon aus Zerstört, wo er einen kleinen Gastauftritt hat. Er ist Special Agent und Legastheniker. Zwei Dinge, die eigentlich nicht zu gut zusammenpassen, bei Will passt es aber irgendwie. Vor allem ist er absolut kompetent und abgesehen vom Lesen von Fallakten bereitet ihm die Legasthenie während der Arbeit auch kaum Probleme. Verstecken tut er sie trotzdem vor jedem, abgesehen von Angie. Angie kennt Will aus ihrer Kindheit, die beide im selben Waisenhaus verbracht haben. Ihre Mutter besucht sie ab und an im Krankenhaus, seit einer Überdosis vegetiert sie dort vor sich hin. Damit andere Frauen es besser haben arbeitet Angie bei der Sitte, als Undercover-Prosituierte. Die Beziehung zwischen den beiden könnte man mit „es ist kmpliziert“ betiteln, sie scheinen nicht ohne einander zu können, aber miteinander ist auch irgendwie schwierig. Und Michael? Nun ja, der ist ein Ex-Soldat, hatte kurzzeitig eine Affäre mit Angie, ist bei Will schon alleine deswegen nicht so hoch im Kurs, und scheint irgendwie etwas zu verbergen… Fazit: Erwähnte ich, dass es total vielschichtig ist? Abgesehen davon sind die Figuren total gut gezeichnet und man hat sie regelrecht vor sich stehen, während man liest. Außerdem ist das Buch spannend, wie man es von Thrillern von Karin Slaughter gewohnt ist und auch der gewisse Ekelaspekt ist vorhanden. Schwache Nerven sind also eher fehl am Platz!

Lesen Sie weiter

"Verstummt" ist der erste Teil der Reihe, um Will Trent. Ich war gespannt, wie ein Karin Slaughter Buch ohne Sara und Jeffrey funktionieren kann, aber es kann! In diesem ersten Teil liegen Ekel, verstörende Vergangenheiten und Zuneigung sehr nah bei einander. Will Trent ist ein sehr ungewöhnlicher Polizist. Er hat schreckliche Dinge in seiner Familie erlebt und ein Dasein im Kinderheim gefristet. Dort lernte er Angie kennen, die auch Jahrzehnte später noch die Hauptrolle in seinen Leben spielen sollte. Doch die beiden teilen eher eine verrückte Beziehung miteinander. Doch seine Vergangenheit ist nicht alles, was Will antreibt. Obwohl er nicht lesen kann, kämpft er sich durch schwierige Ermittlungen. Ein brutaler Mord an einer Prosituierten ruft Will auf den Plan. Die lokale Polizei ist alles andere als begeistert sich von außen bei den Ermittlungen helfen zu lassen, doch Will lässt nicht locker. Dieser Mord passt nämlich zu einer ganzen Reihe an Vergewaltigungen und Morden, die eine umfassendere Ermittlung benötigen. Die Beschreibungen der Opfer und des Vorgehens des Täters sind meiner Meinung nach wirklich nichts für schwache Nerven. Bei abgeschnittenen und abgebissenen Zungen dreht sich selbst mir der Magen um. Die Geschichte um die Ermittlungen wird aus verschiedenen Sichten erzählt. Neben dem lokalen Polzist Michael, Will und Angie, berichtet auch John, ein ehemalige Sexualstraftäter, aus seiner Sicht. Dieser Mix war meiner Meinung nach wirklich gelungen. So ergab sich auch eine Mischung aus blutigen Fällen und tiefgehenderen Hintergrundinformationen zu den Charakteren. Manche dieser Rückblenden war mir allerdings etwas zu langatmig. Leider war auch die Ausgang der Geschichte nach 200 Seiten mehr als deutlich, sodass es wenig Überraschungen gab. Der Schreibstil von Karin Slaughter ließ sich wie immer sehr gut und schnell lesen. Die Autorin weiß meiner Meinung nach einfach, wie man blutig und brutal schreibt. Leider gab es trotzdem immer wieder Längen, die mich beim Lesen gehemmt haben. Alles in allem ist es aber ein solider Thriller, der Luft nach oben lässt..

Lesen Sie weiter

verstummt

Von: Nicole Plath

15.04.2016

Die Prostituierte Aleesha wird grausam zugerichtet und verstümmelt in einem Treppenhaus gefunden. Detective Michael Ormewood und Special Agent Will Trent sollen diesen Fall aufklären. Der Fall weist zudem Parallelen zu anderen Vorfällen auf – ist hier ein Serientäter am Werk? Polizistin Angie Polaski, die verdeckt im Milieu arbeitet und mit Will seit ihrer Kindheit befreundet ist, wird ebenfalls in den Fall verwickelt. Der Ex-Häfltling John Shelley, der durch seinen Cousin Woody auf den Geschmack von Drogen kam, wurde wegen einer ähnlichen Tat bereits verurteilt. Ist er der Killer? Fazit Auf der Rückseite des Buches befindet sich ein Zitat des Daily Express: „Lesen Sie diesen Thriller nicht, wenn Sie allein sind. Lesen Sie ihn nicht nach Einbruch der Dunkelheit. ABER LESEN SIE IHN“ – Dieser Hinweis sollte von zartbesaiteten Personen ernst genommen werden. Abgebissene Zungen von Opfern sind nur ein „Markenzeichen“ des Täters. Geschickt versucht dieser, die Spuren soweit es geht von sich auf eine andere Person zu lenken. Die geschilderten Vergangenheiten der Haupt- und Nebenfiguren können nur streifen, warum ein Mensch so geworden ist, wie er nun mal ist. Was hat ihn dazu gemacht? Zwischen der Handlung des Thrillers begegnen dem Leser viele kleinere Geschichten über Figuren, die zeigen, welche Zukunft einer missbrauchten und geschundenen Seele bevorstehen könnte. Die Autorin versteht es, die Schicksale, oft in nur wenigen Sätzen, zu schildern. Eine Mutter sagt im Buch, dass ihr Kind so was nicht macht, nein, ihr Kind sei anständig und würde niemals jemandem etwas antun. Selbst, wenn die Beweise erdrückend sind, findet diese Mutter noch Ausreden – es seien die Anderen, die seien schuld, dass ihr Kind das getan habe. Leider ist dieser Satz „Mein Kind macht so was nicht“ auch heute noch einer der meist gesagten Sätze von Eltern, wenn ihr Kind etwas angestellt haben soll. Hier stellt sich die Frage: Wie soll ein Kind lernen, was Recht und was Unrecht ist, wenn sich die Eltern „schützend“ vor es stellen und sich das Kind dadurch nie verantworten muss. Sein Kind zu schützen bedeutet nämlich auch, ihm Unrechtsbewusstsein zu lehren und es nicht auf einen „Unschuldsthron“ zu heben. Denn wenn die Liebe zum eigenen Kind so weit geht, dass ein anderes Kind für das Vergehen des eigenen bestraft wird, hat dies nichts mehr mit Liebe zu tun, sondern ist purer Egoismus.

Lesen Sie weiter