Leserstimmen zu
Heimweg

Harald Martenstein

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Klappentext Ein ungewöhnlicher Blick auf die Kinderjahre der Republik, geschrieben vom Kult-Kolumnisten Harald Martenstein. Als Joseph aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkommt, ist er trotz Lungendurchschuss topfit verglichen mit dem, was sonst noch aus dem Zug steigt. Dass er von seiner Frau Katharina, der schönen Tänzerin vom Rhein, nicht abgeholt wird, überrascht ihn kaum. Er ist Realist. Aber das Eifersuchtsdrama, in das er hineingerät, verblüfft ihn doch ein wenig. Cover Das Cover passt zum Buch und ist eher schlicht und in dezenten Farben gestaltet. Schreibstil Ich habe die Kolumnen von Harald Martenstein leider nicht gelesen, werde dies aber unbedingt nachholen müssen. Mit trockenem Humor schafft er es die ernste Thematik angenehm und fesselnd zu erzählen. Inhalt/Rezension Der Klappentext hat mich sofort angesprochen, doch wer wie darauf beschrieben auf einen typischen Nachkriegsroman wartet, der bekommt noch einiges mehr. Es geht um eine Familie zu dieser Zeit und mit welchen Problemen sie zu kämpfen hat. Mich hat die Familiengeschichte sehr berührt und zum Nachdenken gebracht. Die Erzählperspektive war für mich erst etwas schwierig einzuordnen. Erzähler ist der Enkel der Hauptperson, der aber im Buch nie auftaucht und man fragt sich bis zum Schluss wer es wohl ist und die Auflösung hat mich doch etwas verwirrt zurück gelassen. Es geht um den Großvater Joseph, der aus dem Krieg zu seiner hübschen Frau Katharina zurückkehrt. Katharina hat eine Schwester Rosalie, die sich in den einbeinigen Fritz verliebt. Ihr Bruder Otto ist schon in jungen Jahren brutal ums Leben gekommen. Auch erfährt man etwas über die Eltern und deren Probleme, die sich auf die Kinder übertragen haben. Joseph ist Realist und bei seinen Gedankengängen musste ich sehr oft schmunzeln. Er hat sehr viel erlebt und auch mit seiner Frau hat er es nicht leicht, sie ist sehr hübsch und nach seiner Rückkehr nicht mehr sehr angetan von ihm. Doch die Entwicklung der Beziehung finde ich sehr erstaunlich, auch wie Joseph mit dem ganzen umgeht hat mich sehr beeindruckt. Fazit Ein unerwarteter Lesegenuss über eine Familie und deren Erlebnisse zur Nachkriegszeit. Zum Buch Autor: Harald Martenstein Verlag: Penguin Verlag Preis: 12 Euro Buchlänge: 221 Seiten

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Das schlichte Cover und der Klappentext sprangen mit sofort ins Auge und versprachen mir eine emotionale, aber tiefgründige Geschichte. Joseph kommt nach Jahren aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause. Er ist nicht überrascht, dass er von seiner schönen Frau Katharina nicht abgeholt wird – nach all den Jahren. Er ist Realist, aber das Eifersuchtsdrama, in das er hineingerät, verblüfft ihn doch ein wenig. Selten habe ich mich so schwer getan eine Rezension zu schreiben. Eins vorweg: ich habe eine andere Geschichte erwartet. Aber was habe ich bekommen? Der Autor schreibt die Geschichte rund um Joseph und seiner Frau sehr humorvoll, und das auch manchmal überspitzt. Für mich war diese Form der Erzählung gar nichts. Ich konnte diese Art von Humor in Verbindung mit dieser Geschichte nicht ertragen. Man könnte jetzt meinen, dass der Autor doch bekannt dafür ist. Vielleicht... Ich kenne weder ihn, noch seine früheren Werke oder eine Kolumne. Mich hat allein der Klappentext neugierig gemacht. Und so kam es, dass ich nach ein paar Kapiteln das Buch zur Seite legte und mich nach neuem Lesestoff umsah…

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Lesenswert!

Von: khira.liest

20.04.2020

So ein Buch, wie „Heimweg“ von Harald Martenstein habe ich wirklich noch nie gelesen. Der Einsteig in die Geschichte gelang mir schnell und auch vom Schreibstil war ich sofort angetan. Das Geschehen liest sich sehr leicht, ist aber trotzdem voller kleiner Details und vor allem angefüllt mit einem sehr trockenen Humor, der mir sehr gut gefallen hat. Auch wenn ich einige Ansichten der Charaktere nicht zu 100% teile, habe ich sie doch gerne gelesen und mich mit ihnen beschäftigt. Allerdings habe ich mich beim Lesen recht bald gefragt: Was soll das Ganze eigentlich? Und ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich mich das nach Beenden des Buches immer noch gefragt habe. Genau das war für mich aber der Reiz der Geschichte, denn ich war nach dem Ende total aufgewühlt und habe noch recht lange über das Gelesene nachgedacht. Das mag ich an Büchern! Auch von der Handlung selbst war ich angetan, einfach weil sie so anders war. Viele Aspekte der Geschichte waren unfassbar traurig, einige total absurd, wieder andere still, leise und nachdenklich. Manchmal habe ich beim Lesen schmunzeln müssen, manchmal habe ich mich einfach nur unwohl gefühlt und habe mich für die Protagonisten geschämt. Was ich aber auf jeden Fall habe, ist: mitgefühlt. Und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. Was mich allerdings etwas gestört hat (und dafür kann die Geschichte und das Buch selber recht wenig) ist der Klappentext. Dort ist von einem Kriegsrückkehrer die Rede, den ein Eifersuchtsdrama erwartet, als er aus Russland wieder nach Hause kommt. Dieser Teil der Geschichte ist nach dem ersten Kapitel schon vom Tisch und auch das sogenannte Eifersuchtsdrama ist nach zwei erklärenden Sätzen Geschichte. Was danach noch alles passiert, wird im Klappentext nicht einmal angedeutet. Denn das Buch thematisiert vor allem das Leben dieses Kriegsgefangenen nach seiner Heimkehr und zwar noch Jahre danach. Nichts davon hat allerdings mit dem Eifersuchtsdrama zu tun, auf das ich doch so gespannt war. Das fand ich recht schade, da ich den Klappentext, der falsche Erwartungen schürt, einfach nicht als passend empfinde. Insgesamt ist „Heimweg“ also ein Buch, das mich verwirrt und aufgewühlt hat, weshalb ich es nicht aus der Hand legen wollte. Die Geschichte war so einzigartig und anders, dass sie mich wirklich fesseln konnte. Nach dem Ende des Buches hatte ich das dringende Bedürfnis, mit jemandem darüber zu reden, und ich finde, das müssen Bücher bewirken! Außerdem empfinde ich das Cover als äußerst gelungen und sehr ansprechend.

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