Leserstimmen zu
Das Kurtisanenhaus

Amy Tan

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Amy Tan ist Bestsellerautorin und brachte wieder einen Roman heraus. Den ich dieses Mal zweimal gelesen habe. Die deutsche Übersetzung hat mich sehr überrascht, denn das Buch las sich eintönig, langweilig und sehr gesetzt. Das amerikanische Original "Valley of Amazement" hingegen war äußerst lesenswert und brachte viele interessante Informationen sowohl zur damaligen Zeitgeschichte als auch gesellschaftskritisch. Die Originalausgabe schließt an ihre alten Erfolgsromane an. Der deutsche Titel wirkt so, als wäre die Autorin auf eine alten Zug aufgesprungen und hätte versagt. Dem Übersetzer sollte man den Hintern versohlen... (gedacht) 1912 bricht in Shanghai mit dem Sturz des chinesischen Kaisers Chaos aus. In den Wirren wird Violet von ihrer Mutter getrennt und landet in einem heruntergekommenen Kurtisanenhaus. Dort nimmt sich eine Kollegin ihrer an und wird ihre Vertraute. Mit viel Gefühl erzählt die Autorin kenntnisreich sowohl vom Leben Violets und wie sie es meistert und am Ende doch die große Liebe findet als auch vom Leben der Mutter. Diese hat die Flucht nach Kalifornien geschafft und denkt, dass sie keine Tochter mehr hat. Man lernt sowohl das Leben und die verschiedenen Mentalitäten in China als auch in Kalifornien zu Anfang des 20. Jahrhunderts kennen. Ebenso erfährt man von den Schwierigkeiten, wenn man ganz neu in einem fernen Staat mit völlig anderer Kultur und Sprache anfangen muss. Ein wunderbares Buch für den Strand oder lange Fahrten, trübe Wochenenden - im Original.

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Shanghai 1905: Wir betreten das gehobene Freudenhaus "Verborgener Jadepfad", das die geschäftstüchtige Amerikanerin Lulu in der internationalen Konzession betreibt. Sie lebt dort in Saus und Braus und knüpft mit etlichem interkulurellen Talent Beziehungen zwischen einflussreichen Westlern und Chinesen. Zwischen den Geschäftsmännern und Kurtisanen wächst Lulus Tochter Violet auf. Nach und nach wird sie sich gewaht, dass sie sowohl eine Amerikanerin, als auch eine Chinesin ist. Sie verbringt ihre Kindheit ohne Freundschaft und Liebe: die anderen Kinder der Expat-Community verachten sie als Chinesin und ihre Mutter hat als Geschäftsfrau nicht viel Zeit für ihr Kind. Beide Themen: ihre Bikulturalität und die fehlende Liebe der Mutter verfolgen Violet ein Leben lang. Später, als sie selbst Kurtisane in einem gehobenen Haus ist hat Violet zunächst Angst, dass man ihre amerikanischen Wurzeln entdecken könnte und wieder später ist es ihr chinesischer Hintergrund, der ihr zu Schaffen macht. Der Roman Das Kurtisanenhaus stellt die Frage, ob Violet dem Schicksal unterworfen ist und zeigt, welche Mittel ihr als rechtlose Mischlingstochter zur Verfügung stehen, um ihr Leben selbstbestimmt führen zu können. Die amerikanische Autorin Amy Tan hat selbst chinesische Wurzeln. Auch die Schwierigkeiten von Mutter-Tochter Beziehungen ziehen sich als Thema durch große Teile ihres literarischen Schaffens, angefangen bei Töchter des Himmels (engl. The Joy Luck Club). Auch in "Das Kurtisanenhaus" ist es für Violet und ihre Mutter viele Jahrzehnte lang schwierig, miteinander umzugehen. Was mich, neben der berührenden Mutter-Tochter-Geschichte überzeugt, ist die Darstellung des Lebensalltags der Kurtisanen. Tan schildert, wie Mädchen zu Kurtisanen wurden, welche Schicksale sich hinter ihren Schönheiten verbergen und warum ein Kurtisanenhaus nicht dasselbe wie ein Bordell für Matrosen ist. Man muss sich vorstellen, dass der Schönheiten damals in etwa so in der Öffentlichkeit bekannt waren wie Popstars. Leseprobe bei Goldmann

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