Leserstimmen zu
Der Rabe

Lionel Davidson

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Der Rabe von Lionel Davidson ist ein Buch gemacht für einen kalten Winterabend! Wir befinden uns in der Einöde Sibiriens und zwar in einem inoffizellen geheimen russischen Forschungslabor. Wer dorthin geschickt wird, sollte möglichst keine nahen Verwandten haben, denn er wird nie wieder von dort zurückkehren. Der russische Biologe Rogatschow will dies allerdings nicht hinnehmen und macht etwas, was er eigentlich nicht machen sollte.... er setzt einen Hilferuf ab, den der Mikrobiologen Dr. Johnny Porter (Deckname der Rabe) nachkommt um ihn aus seinem eisigen Gefängnis zu befreien, auf das die Welt (oder zumindest der CIA) erfährt an was hier geforscht wird. Nun begleitet man Porter auf seinen Weg durch die sibirische Steppe bis hin zum Froschungslabor, was stellenweise zwar es eine etwas zähe Angelegenheit war, allerdings nie wirklich richtig langweilig wurde durch diverse Verfolgungsjagden. Der Erzählstil ist genauso kühl wie der Protagonist und die Landschaft, die man sich während des Lesens wirklich sehr gut vorstellen kann, da der Autor wirklich sehr detailreich Russland und deren Gepflogenheiten zu beschreiben weiß (zumindest wie man es sich als nichts ahnender Europäer vorstellen würde!). Auch deren indigenen Völker wie Ewenken, Tschuktschen und Jukagiren fließen in die Handlung mit ein und Davids scheint diese sehr gut zu kennen, demnach man hier ein durchaus politisches Werk in den Händen hält. Ich dachte, dass dies so etwas ähnliches wie Tom Rob Smiths Kind 44 wird, doch hier geht es mehr um den Konflikt USA gegen Russland. Wie gesagt, war es teilweise etwas zäh erzählt, dennoch konnte man das Buch nicht aus der Hand legen (und da ich gerade eine Woche frei habe und es heißt - bingereading) und dafür wird man am Ende allemal fürs warten belohnt und alles in allem ist es ein intelligenter und detailreicher Lesegenuß, wenn man dieses Genre mag.

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Seitdem das Buch in den 90er Jahren herausgekommen ist, habe ich es bestimmt 3-4mal gelesen,zuletzt 2012. Und so war ich durchaus entzückt, dass der Penguin-Verlag herausgebracht hat, welche mir die Möglichkeit gab, dass Buch noch einmal zu lesen. Und es hat mich nicht enttäuscht: Zwar entwickelt sich erst auf den letzten 100 Seiten eine Nerven zerfetzende Spannung, aber davor erfährt man sehr viel über das Leben in Russland Abseits der Metropolen und auch das Einschleusen des Agenten ist so raffiniert, dass es einen Staunen lässt. Auch wird sehr interessant geschildert, wie vorsichtig ein Spion in feindlicher Umgebung vorgehen muss, um nicht aufzufallen. Fazit Das Buch ist kein Agententhriller, in dem es Leichen und Schießereien gibt – dazu ist die Handlung zu raffiniert. Wer sich auf Schilderungen des Lebens in Sibirien einlassen kann, und nicht Geduld verliert, wenn der Spion sein Netz spinnt, für den wird sich das Buch als wahrer Pageturner erweisen.

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