Leserstimmen zu
Nacht

Richard Laymon

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Taschenbuch
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Dass Richard Laymon als einer der ‚Großen‘ im Thriller- und Horrorgenre der Buchwelt gilt, hatte ich schon länger gehört und genau aus diesem Grund wollte ich mich mit „Nacht“ selbst davon überzeugen. Und ich bin sowas von überzeugt! Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Das Buch wird aus der Sicht der Protagonistin Alice geschrieben und diese junge Frau ist wirklich ein Unikat. Sie hat einen wunderbar schwarzen Humor, ist herrlich verpeilt und man kann sich richtig gut vorstellen, wie sie vor sich hin plappert – denn während sie die Geschichte erzählt schweift sie immer wieder ab und erzählt andere obskure Begebenheiten aus ihrem bisherigen Leben, das offenbar gar nicht so ohne war. Wenn man sie am Anfang des Buches kennenlernt, hat man den Eindruck als könne sie kein Wässerchen trüben. Aber im Lauf der Story stellt sich heraus, dass sie doch recht beherzt ist und bereits einiges auf dem Kerbholz hat. Und während sie auf unschuldige und naive Weise erzählt, wie sie jemandem aus Versehen den Kopf spaltet und die Leiche danach gezwungenermaßen, aber ohne zu zögern, zerstückelt – und das auch noch nackt, um sie die Klamotten nicht zu versauen, musste ich immer wieder entzückt auflachen, weil sie einfach so unendlich liebenswürdig und erfrischend erzählt – es passt eigentlich überhaupt nicht zur Schwere des Themas. Das Ganze zieht sich über zwei Nächte und einen Tag und Alice hinterlässt eine Spur des Todes. Dabei nahm sie den Säbel doch eigentlich nur von seinem Platz über dem Kamin, weil sie Angst hatte, ihr könne jemand auf dem Weg zwischen dem Haus und ihrer Wohnung, die über der Garage liegt, auflauern. Niemand konnte ahnen, was für Konsequenzen folgen und ganz offenbar am wenigsten sie selbst. Aber trotzdem packt sie tatkräftig an, um ihre Spuren zu verwischen und schlittert so von einem Problem ins nächste – für das sie aber immer nach kurzer Zeit eine Lösung parat hat… oder es zumindest denkt. Man kann sich alles bildlich vorstellen und es ist einfach wunderbar witzig zu lesen. Trotz allem sei dazu gesagt, dass man wohl unbedingt mindestens ein bisschen morbide veranlagt sein sollte. Manch einer kann über Mord, Gewalt und Sex wahrscheinlich nicht lachen, auch dann nicht, wenn eine schusselige junge Frau davon erzählt. Empfehlen würde ich „Nacht“ auch erst ab 16, wenn nicht gar ab 18, da die, eigentlich wirklich grausamen, Geschehnisse nicht gerade zimperlich geschildert werden. Ich bin trotzdem Richard-Laymon-infiziert, denn diese makabere Komik sagt mir absolut zu. Fazit: Macht im wahrsten Sinne des Wortes wahnsinnigen Spaß – wenn man, wie gesagt, morbide veranlagt ist ; ).

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