Leserstimmen zu
Der Diamant des Salomon

Noah Gordon

(1)
(1)
(1)
(0)
(0)
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

Noah Gordon wurde dieser Tage 89 Jahre – einer der ganz Großen, wie ich finde !!! Ich habe ihn mit seinem Weltbestseller „Der Medicus“ kennen und literarisch lieben gelernt. Ich lese eigentlich seitdem alles von ihm, habe alle Fortsetzungen verschlungen und nun habe ich auch den Diamant des Salomon gelesen und möchte euch berichten, wie mir das Buch gefallen hat. Inhalt: ===== Der Diamanthändler Harry Hopeman aus New York ist sehr erfolgreich. Er ist außerdem als Privatlehrer tätig. Beruflich ist alles super, aber privat, steht sein Leben sozusagen still, passiert nichts und Della – seine Frau – von der lebt Harry getrennt. Jeff - der Sohn der beiden - lebt seither im Internat. Ein wieder aufgetauchter Diamant macht ihn neugierig. Die drei Weltreligionen sollen damit in Zusammenhang stehen. Er war aus dem Vatikan verschwunden und bis zu diesem Zeitpunkt verschollen. Viele Legenden ranken sich um ihn, den Stein, der zu den Tempelschätzen Salomons gezählt haben soll. Faruk – ägyptischer König – soll ihn besessen haben und an der Tiara des Papstes war er wohl auch zu sehen. Hopeman reist nach Jerusalem – hofft, dort fündig zu werden. Hopeman ist Jude. Dennoch fühlt er sich nicht heimisch in der Stadt – zumindest so lange, bis er eine Frau kennen lernt. Leseprobe: ======== Bis er zurück bei der Hütte war, die er bereits als die seine bezeichnete, war die Sonne schon untergegangen. In der Dämmerung kam eine kühlere Brise auf. Die kleinen Bananen, die Tamar am Nachmittag noch grün gekauft hatte, hatten bereits schwarze Flecken. Harry schälte eine von ihnen und aß sie. Sie schmeckte süß … Meine zusammenfassende Meinung: ========================== Es ist ein typischer Gordon – im positiven Sinne – ich habe mich gleich wohl gefühlt in der Handlung. Das Buch aus der Hand zu legen, fiel sehr schwer, es ist mit einer dichten Handlung versehen, die komplex und klug konstruiert ist, die mich zu 100 Prozent überzeugt hat. Man nimmt dem Autor das Geschriebene ab und die Charaktere sind sehr detailliert und glaubwürdig innerhalb ihrer Entwicklung innerhalb der Handlung dargestellt. Es war echt schade, als ich die letzte Seite umblätterte, dass ich die Figuren loslassen musste. Sehr ansprechend und klug umgesetzt, die Idee, die Suche nach dem Stein zur Suche nach sich selbst umzuwandeln, die Familiengeschichte Hopemans einzubinden, die mit dem Stein in Verbindung steht … Die Art und Weise, wie der Autor seine Idee an den Leser bringt hat mir hier wieder sehr gut gefallen. Es ist eine literarisch ansprechende Schreibweise, eingängig und flüssig zu lesen. Ich bin also rundherum begeistert, konnte keine negativen Punkte feststellen und empfehle das Buch daher interessierten Lesern und Leserinnen.

Lesen Sie weiter

Dies ist ein alter Titel, den der Verlag neu auflegte. Ich mag es nicht besonders, wenn alte Titel mit neuem Titelbild wieder aufgelegt werden und es dadurch so wirkt, als ob ein neuer erschienen wäre. Obwohl ich das Buch gefühlt seit zweiundzwanzig Jahren nicht mehr gelesen habe, kam mir der Inhalt noch bekannt vor. Was durchaus für das Buch spricht! Noah Gordon´s Schreibstil ist immer noch gut zu lesen, die Geschichte zeitlos und spannend. Der einzige Haken ist wirklich nur der, wenn man sie früher schon mal gelesen hat. Der Roman enthält alles, was eine gute Geschichte braucht: Spannungsbögen, Liebe, Abenteuer, die Möglichkeit an einigen Stellen mit zu rätseln. Durch die Rückblicke in die Familiengeschichte des Hauptakteurs Harry Hopeman ist das Buch auch ein Stück weit historischer Roman, aber nicht nur. Das meiste spielt in der Gegenwart. Und obwohl die Geschichte so alt ist, ist sie immer noch aktuell. Denn die beschriebenen Konflikte sind (leider) noch vorhanden. Auch wenn es hierbei um einen fiktiven Diamanten geht, der sowohl für Muslime als auch für die katholische Kirche und Israel wichtig ist. Das Buch liest sich flüssig, die Geschichte fand ich vor allem vor dem Einschlafen schön. Das Gefühl unbedingt wissen zu wollen, wie es nach der nächsten Seite weitergeht, stellte sich nicht ein.

Lesen Sie weiter

Der Medicus ist wohl Noah Gordons bekanntestes Buch. Ich finde aber das der Diamant des Salomon da nicht zurück stehen muss. Er hat eine ganz eigene Art zu schreiben. Sehr detailgetreu, manchmal etwas bruchstückhaft. Er beschreibt im Buch seine Figuren nicht optisch, sondern lässt seine Figuren durch ihre Taten für sich selber sprechen. Mir gefällt das. Der Diamantenhändler Harry Hopemann steckt fest in seinem Leben. Er steckt mitten in einer Midlife Crisis. Er ist zwar reich und sehr erfolgreich in seinem Geschäft aber er würde gerne seiner Profession nachgehen und historische Schätze erforschen. Er ist ein Getriebener auf der Suche und weiß selbst nicht wonach. Als ihm plötzlich der Auftrag eines großen Diamantengeschäfts angeboten wird, wird er hellhörig. Denn es geht um einen ganz besonderen Diamanten mit dem das Schicksal von drei Weltreligionen und auch die Vergangenheit von Harrys jüdischer Familie eng verknüpft ist. Harry macht sich auf nach Jerusalem und ein Katz und Maus Spiel um den Diamanten beginnt. Das Buch beginnt mit einem Rückblick in die Geschichte, in eine Zeit in der die Bundeslade noch im heißen Sand der Wüste versteckt werden musste, um nicht den Feinden zum Opfer zu fallen. Genau so ist es mit dem Diamanten. Wer sich noch nicht mit der Geschichte Israels oder auch der Geschichte des jüdischen Volkes beschäftigt hat, der kann im Buch eine ganze Menge lernen. Alles ist wunderbar genau recherchiert und mit viel Liebe zum Detail in die Geschichte eingeflochten. Manchmal sogar für meinen Geschmack etwas zu viel, aber das nur an wenigen Stellen. Harry Hopemann wird uns ausführlich vorgestellt. Man spürt direkt das er zielstrebig und erfolgsorientiert ist aber da ist auch mehr. Hinter der Fassade des harten Geschäftsmannes steckt eine Leidenschaft. Größer, Höher, Weiter ist wohl seine Devise. Verborgenes, altes Wissen faszinieren ihn genauso wie glitzernde, seltene Steine. Von Anfang an bemerkt man als Leser das die Religion eine wichtige Rolle im Buch spielt. Nicht unbedingt im Sinne von Religiosität, den Harry ist keine streng gläubige Figur sondern als Kontext in dem die Geschichte sich entwickelt und einen Sinn ergibt. Natürlich auch als Triebfeder für gute und schlechte Ereignisse im Buch. Das ist die Religion in der realen Welt ja ebenfalls. Es geht nicht darum jemanden als richtig oder falsch darzustellen. Es geht um den Lauf der Geschichte und den Tatsachen die uns die Vergangenheit gezeigt hat. Noah Gordon streut Geschäftsszenen und private Szenen durcheinander und zeigt uns so ein Bild von Harry in New York, in Jerusalem, seiner Arbeit, seiner Familie und seiner Leidenschaft. Dabei sind auch einige Sexszenen im Buch, die einem vorkommen, als ob man seine Eltern ausversehen beim Sex erwischt hat. Zumindest hinterließen sie bei mir so ein Gefühl. Vielleicht liegt das daran das ich mir Harry älter vorstelle ? Alles wird immer ausgehend von Harrys Familie beleuchtet. Vorfahre über Vorfahre lernen wir die Geschichte der Juden in verschiedenen Ländern kennen. Wie sie vertrieben werden. Von reichen Fürsten zum schleifen des Diamanten beauftragt werden, unter Verfolgung leiden müssen usw. Das Hin und Her springen durch die Zeit und die Charaktere wird immer durch eine Sache verbunden : den Diamanten. Dabei wird auch mit unerfreulichen Wahrheiten nicht gespart. Die Geschichte geht erst so richtig los als sich Harry entscheidet nach Jerusalem zu fahren. Von da an bekommt das Buch einen leichten Hauch von Agententhriller aber nur einen ganz leichten. Man will zwar wissen was denn nun mit dem Diamanten ist aber im Verlauf des Buches verschieben sich Harrys Prioritäten. Von riesiger Spannung im Buch würde ich nicht sprechen aber man wollte trotzdem immer weiterlesen. Ich wollte noch mehr erfahren und wurde wissenshungrig auf das Thema. Harry blüht erst richtig auf wenn Risiko dabei ist. Er nutzt seine Reise um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Die Interessen des Diamantenhändlers und seine historischen Interessen. Dadurch kommt noch eine zusätzliche Komponente ins Buch, da Harry nicht nur hinter dem Diamanten, sondern auch nach den anderen historisch wertvollen Schätzen her ist die vor Jahrhunderten versteckt wurden. Seine Verwandten aus den Jahrhunderten zeigen sich immer wieder als Zeitzeugen. Noah Gordon transportiert damit die damalige Stimmung sehr gut an den Leser. Man wird durch die Ereignisse ins Buch hinein gezogen und fühlt mit den Personen mit, nicht nur mit Harry. Es war für mich eher ein emotionales als ein actionreichen Buch. Die Mischung zwischen historischen Ereignissen, aktuellem Geschehen mit dem Diamanten und den Liebesszenen gefiel mir aber sehr gut. Ob Harry aber am Ende des Buches tatsächlich irgendwo angekommen ist, wage ich zu bezweifeln. Zumindest fühlte es sich für mich nicht so an. Ich hätte mir ein eindeutigeres Ende gewünscht. Ob er den Diamanten oder die große Liebe wirklich findet und was sich sonst noch alles tut ? Dafür müsst ihr das Buch lesen.

Lesen Sie weiter