Leserstimmen zu
Krieger des Feuers

Brandon Sanderson

Die Nebelgeborenen (2)

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Es gab selten Bücher, wo es so viele Könige auf einmal gab. Im 2. Teil der Nebelgeborenen-Saga sehen sich Vin, Eland und der Rest von Kelsiers ehemaliger Mannschaft in Luthadel von gleich von zwei Armeen umzingelt und stehen einer unabwendbar scheinenden Niederlage gegenüber. Während sie nach außen versuchen stark zu wirken, geht im Inneren der Stadt allerdings auch so einiges schief und es fällt Eland zusehends schwerer, sich als König im Rat zu behaupten. Vin stellt sich unterdessen einem Attentäter nach dem nächsten. Doch wie lange wird sie es ohne das Artium schaffen, jetzt, wo noch ein Nebelgeborener in der Sadt ist? Und als wenn das alles noch nicht genug wäre, scheinen im Nebel nun auch noch Leute zu sterben… Teil 2 hat für mich in direktem Vergleich zu Teil 1 nochmal eine kräftige Schippe draufgelegt und konnte mich noch viel mehr mitnehmen. Teil 1 wirkt im Nachhinein jetzt eher wie eine Einführung in die Welt, während der Großteil der Spannung jetzt in Band 2 folgt. Ein Grund, warum es sich für mich deutlich spannender angefühlt hat, ist neben wirklich tollen Plottwists auf jeden Fall der Charakter von Zane, einem weiteren Nebelgeborenen, dessen Loyalitäten nicht ganz klar sind. Die Beziehung, die er zu Vin aufbaut, bringt eine mysteriöse Stimmung in das Buch und man fragt immer wieder nach seinen Absichten. Aber auch was diese neue Beziehung zu ihm mit Vin macht, lässt einen mitfiebern. Sie stellt Dinge in Frage, die ihr vorher noch Sicherheit geboten haben und ein Teil der Unsicherheit aus ihrer Kindheit kommt wieder zurück. Man kann miterleben, wie Vin versucht sich selbst und ihren Platz in der Welt zu finden und wie sie zwischen der, die sie ist und derjenigen, die sie glaubt sein zu sollen, hin- und hergerissen wird. Noch dazu steht sie unter unheimlichen Druck, da sie sich nicht nur für Eand, sondern auch für das Schicksal der Welt verantwortlich fühlt. Man könnte sagen, dass ihre kleine Gestalt bis zum Kopf in einer Identitätskrise steckt. Auch Eland muss sich aufgrund seiner Rolle verändern. An seiner Seite darf man in Ansätzen erfahren, wie es sich anfühlen muss unerwartet König zu werden. Eine weitere Bewahrerin, Tyndwyl, steht dabei an seiner Seite und treibt seine Entwicklung nörgelnd voran. Sie macht aus dem philosophieliebenden Idealisten Eland, der nicht ein Kleidungsstück hat, das ihm wirklich passt, jemand der plötzlich eine gut sitzende Uniform trägt. Und mit der Zeit trägt Eland sie nicht nur, sondern füllt sie auch aus. Er wird zu einem König, wird härter, bleibt dabei aber wichtigen Prinzipien, die seinen Charakter ausmachen treu. Aber während Eland in seine Rolle hineinwächst und sich allen Herausforderungen mit der Zuversicht aus dem Herzen des Idealisten stellt, fragt sich Vin immer mehr, ob sie die Rolle an seiner Seite jemals wird ausfüllen können. Was Charakterentwicklung angeht, werdet ihr hier auf jeden Fall nicht enttäuscht! Das und die neuen Charaktere, die jetzt eingeführt worden sind, sorgen dafür, dass einem auch ohne Kelsier nichts fehlt. Außerdem war ich unglaublich froh, dass uns Sazed erhalten bleibt, weil ich ein riesen Fan von ihm bin! Neben der Spannung und der Charakterentwicklung, war ein weiterer Aspekt, der mir in Band 2 noch deutlich besser gefallen hat, die Emotionen. Während ich in Band 1 noch eine Art Distanz zu den Charakteren verspürt habe, war ich diesmal ganz nah bei ihnen. Das mag auch daran liegen, dass man über jedes einzelne Mitglied der Truppe immer mehr erfährt, aber es liegt vor allem auch daran, dass die Charaktere selbst unter einander mehr zwischenmenschliche Beziehungen eingehen , was sie menschlicher macht (und das bezieht sich nicht nur auf Eland und Vin!) . Zudem wird man bei Sanderson immer wieder mit einer ganzen Menge an Leid konfrontiert. Es gab Szenen, in denen ich geweint, Kämpfe in denen ich gebangt habe und Gespräche, die mich sprachlos zurückgelassen haben. Ohne Rücksicht auf meine Gefühle zu nehmen, hat er wieder Charaktere über die Klippe springen lassen und ich konnte nichts dagegen tun. Aber gerade der Mut dazu, Charaktere auch mal loszulassen, gefällt mir so bei ihm! Ein weiterer Aspekt, der mir in Band 1 auch schon super gefallen hat, sind die tiefgründigeren Themen. Könnte man seinen eigenen Vater töten, wenn er einen nur benutzt und missbraucht? Rechtfertigt es das Töten? Kann man etwas lieben, das man nicht versteht? Kann man an mehrere Dinge gleichzeitig glauben, auch wenn sie sich widersprechen? Ist Religion nur eine Illusion, der sich Narren hingeben, oder eine Ausdrucksform der Hoffnung? Was macht einen guten König aus? All das und mehr habe ich mich während des Lesens bei zig Gelegenheiten gefragt. Wenn man aus Büchern etwas für sein eigenes Leben mitnehmen kann und man Dinge aus unserer realen Welt hinterfragt, macht das Buch in meinen Augen etwas sehr richtig. Was dieses Buch hier zu einem Muss für Fantasy Fans macht, ist mir auch wieder klar geworden. Wenn man denkt, dass man in Band 1 schon alles erfahren hat, was es über diese fantastische Welt zu wissen gibt, liegt man falsch. Neben der kleinen Auffrischung des Wissens über Allomantie und Feruchemie, lernt man in diesem Buch ein weiteres Metall, die Kandras und die Kolosse näher kennen. Vor allem Vins Kandra hat für viele interessante Szenen gesorgt. Auch über den Nebel, die Quelle der Erhebung und den größten Helden aller Zeiten lernt man nach und nach mehr und darf auch ein wenig miträtseln, was Wahrheit und was Lüge ist und, was das wiederum für unsere Protagonisten bedeutet. Der einzige Punkt den ich kritisieren muss ist ein Plottwist ganz am Ende. Ich habe ihn zwar schon in Part 1 erwartet aber wirklich, wirklich gehofft, dass er nicht eintreten wird, weil es meiner Meinung nach einem der Charaktere den Charme, den er vorher für mich hatte, in Teilen nimmt! Die Zeit beim Hören ist wie im Flug vergangen und der Sprecher hat mich wieder einmal von sich überzeugt. Ich habe größten Respekt davor, wie Detlef Bierstedt es schafft einen Hund zu sprechen! Insgesamt bekommt das Buch von mir 5 von 5 Sternen! *Werbung, Rezensionsexemplar

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