Leserstimmen zu
The Lost

Jack Ketchum

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Das Buch beginnt mit einer Rückblende in das Jahr 1965. Die Teenager Ray, Tim und Jen sind beim Campen. Ray ist der älteste der drei. Sie beobachten zwei Mädchen, Ray vermutet dass sie lesbisch sind und beschließt sie zu töten, einfach nur so. Er schießt mehrmals auf beide, wobei eins der Mädchen aber überlebt und flüchten kann. Indem er Jen und Tim dazu bringt eine Schaufel zu besorgen um die Leiche zu vergraben macht er sie zu Mittätern, denn obwohl sie gegen Rays Tat waren, werden sie ihn nicht verraten. Vier Jahre später: Elise, dass Mädchen, das den Mordanschlag überlebt hatte, ist nach vier Jahren an lebenserhaltenden Maschinen nun doch verstorben. Detective Charlie Schilling hat vor vier Jahren zusammen mit seinem Partner Ed die Ermittlungen geleitet. Obwohl Ray der einzige Verdächtige war konnten sie ihm die Morde nie nachweisen. Ed hat seinen Job inzwischen aufgegeben, weil er nicht mehr damit klar kam, aber Charlie ist noch immer Detective und hat Ray weiterhin im Visier. Der Fall lässt ihn nicht los und so versucht er Ray doch noch zu überführen. Die ersten Seiten fand ich wirklich sehr gut und es passiert einiges, aber dann fand ich das Buch erst mal etwas zäh. Die Kapitel sind unterschiedlich lang und immer mit einem Datum sowie dem Namen des Protagonisten beschriftet, um den es im jeweiligen Kapitel geht. Das waren am Anfang dann schon einige Charaktere die vorgestellt wurden. Bei Manchen hätte man es meiner Meinung nach nicht so ausführlich schreiben müssen. Schreibstil und Sprache im Buch sind sehr derb, passen aber gut zur Geschichte. Wobei der Schreibstil dann aber wiederum auch sehr unkompliziert ist und man schnell lesen kann, was mir über die langatmigen Stellen hinweg half. Rays Charakter fand ich interessant und auch gut dargestellt. Ein Soziopath, der versucht sein Umfeld zu manipulieren und gar nicht wahrnimmt, was er da anrichtet und was viele wirklich über ihn denken. Die meisten haben Angst vor ihm und doch will (fast) jeder in seiner Nähe sein. Manchmal fand ich es allerdings ein bisschen nervig, dass Ray sich für den Geilsten überhaupt hält, da wird wirklich oft drauf hingewiesen, auch das hätte man oft verkürzen können. Erfährt er jedoch Zurückhaltung ist er das nicht gewohnt und kann nicht damit umgehen. Er reagiert darauf trotzig und aggressiv. Die Geschichte ist nichts für schwache Nerven, da es teilweise sehr brutal und blutig zugeht, auch geht es häufig um sexuelle Gewalt sowie um Drogen- und Alkoholkonsum. Das Buch wurde verfilmt und erschien in Deutschland 2009 auf DVD, seit 2013 ist es unter dem Namen "Killing Apocalypse" erhältlich. Angeblich beruht die Geschichte auf einer wahren Begebenheit, verlässliche Quellen dazu konnte ich aber nicht finden, von daher kann ich nicht sagen, ob das wirklich stimmt. Fazit Die Geschichte und die meisten Charaktere fand ich wirklich gut. Aber insgesamt gab es doch sehr viele Längen und die Spannung hat auch oft gefehlt. Richtig aufregend wurde es erst zum Ende hin. Alles andere war in Ordnung, so dass ich das Buch auch gerne weiterempfehle. Aber wie gesagt, man muss mit sehr viel Brutalität klar kommen.

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The Lost

Von: Jessica

15.03.2019

Krasses Buch! Und das auch noch nach einer wahren Begebenheit… Zu Beginn des Buches erschießt der Teenager Ray zwei Frauen. Einfach nur deshalb, weil er sie für lesbisch hält und er Lesben hasst. Sich selbst hält er natürlich für den King. Seine Freunde Jennifer und Tim müssen seine Morde mitansehen. Sie halten natürlich zu ihrem Freund und verlieren kein Wort über diese schreckliche Nacht. Die Jahre vergehen, Ray ist noch immer ein Arsch, zu weiteren Morden ist es aber nicht gekommen. Natürlich hält er sich auch nach wie vor für unwiderstehlich. Er ist es gewohnt, dass die Dinge so laufen, wie er es sich vorstellt und dass die Menschen das machen, was er möchte. Dann passiert es jedoch, dass erst Sally ihn abblitzen lässt und später Katherine, mit der er ein paar Dates hatte, ihm sagt, dass sie keine Beziehung mit ihm möchte. Als er sich dann auch noch von seinen Freunden Tim und Jennifer hintergangen fühlt, rastet er völlig aus und sein Amoklauf beginnt… Das Buch fängt schon schnell krass an, bereits auf den ersten paar Seiten wird der Leser ins Geschehen geworfen und mit den Abgründen eines Menschen (Ray) konfrontiert. Eines der Mädchen, die er erschießt, stirbt gleich in der entsprechenden Nacht, das andere Mädchen erst Jahre später. Die Polizei hat Ray im Visier, die Morde können ihm aber nie nachgewiesen werden. Zwei Polizisten wollen ihn aber unbedingt dran kriegen und lassen nicht locker. Nachdem die Geschichte gleich ziemlich brutal losgeht, passiert dann lange erstmal nichts in die Richtung. Wirklich brutal wird es erst wieder auf den letzten 100 Seiten. Ab und zu war es zwischenzeitlich ein wenig langatmig. Jedoch erfährt man als Leser so sehr gut, was genau Ray für eine Art Mensch ist. Man bekommt ein sehr genaues Bild von ihm und schon lange vor seinem Amoklauf (und auch mal abgesehen von den Morden am Anfang) kann man nur zu dem Schluss kommen: Der Typ ist einfach krank! Und er ist das beste Beispiel für die Abgründe eines Menschen. Und das Traurige daran ist, es fällt nicht im geringsten schwer zu glauben, dass diese Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Ray hat das Sagen, er ist der Anführer und seine Freunde folgen. Sie sind schwach, sie sind feige und sie denken nicht im geringsten nach. Erst als es eigentlich schon zu spät ist, fängt sein Freund Tim an, sich der Polizei zu öffnen. Zu dem Zeitpunkt ist Jennifer aber schon in Ray’s Gewalt und niemand weiß, ob sie überhaupt noch lebt. Hätten seine Freunde von Anfang an mit der Polizei kooperiert, wären viele Menschen am Leben geblieben.

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Mein erster Jack Ketchum! Ich war auf einen Roman eingestellt, der mich in die Abgründe der menschlichen Psyche blicken lassen sollte - und wurde nicht enttäuscht. Spannend in dem Sinne ist dieser Roman nicht, denn man kennt den Mörder von Anfang an. Somit erübrigt sich für den Leser die beliebte "Wer war es denn nun?" -Frage. Man wird beim Lesen eher zum Voyeur: die Handlung ist grausam, blutig, brutal, beklemmend, unfassbar und deprimierend....aber man MUSS einfach weiterlesen. Lesen, wie aus einem gelangweilten Teenager ein Monster wird, lesen, wie niemand etwas dagegen tut und lesen, wie besagter Teenager immer weiter in einen Strudel aus Hass, Gewalt, Sex und Drogen rutscht, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt. Als Leser "weiß" man mehr als die Protagonisten und würde daher das ein oder andere mal wirklich gerne in die Handlung eingreifen und sämtliche Personen anschreien "Jetzt macht doch endlich die Augen auf und erkennt, was offensichtlich ist!!!". Jack Ketchum vermag es durch seinen Schreibstil, den Leser zu schockieren und bei der Stange zu halten, insofern waren die 430 Seiten innerhalb kürzester Zeit von mir durchgelesen. Zur Geschichte: 1965 in der Kleinstadt Sparta in New Jersey. Der gelangweilte Teenager Ray, der kein Ziel in seinem Leben hat und seine Zeit mit Drogen, Alkohol und Sex totschlägt, bringt zwei Camperinnen um. Einfach so. Auf brutalste Art und Weise und vor den Augen seiner Freunde Tim und Jennifer. Schon hier erkennt man die Rangfolge in dieser kleinen Truppe. Ray gibt die Kommandos, Tim und Jennifer befolgen sie. Obwohl sie Ray fürchten und irgendwie auch hassen, wagen sie es nicht, ihm Kontra zu geben oder den Kontakt zu ihm einzustellen. 1969. Obwohl die ermittelnden Polizisten Ray von Anfang an als Mörder der zwei Camperinnen in Verdacht hatten, konnte ihm nie etwas nachgewiesen werden. So genießt er seine Freiheit nach wie vor, arbeitet ein wenig im Motel seiner Eltern und konsumiert Drogen und Alkohol in rauen Mengen. Jennifer und Tim hingegen sind seit den Morden nicht mehr dieselben. Sie belastet diese Tat stark, trotzdem haben sie dichtgehalten. Aus Jennifer ist ein psychisches Wrack geworden. Sie kifft und säuft und geht immer wieder mit Ray ins Bett, obwohl er sie wie den letzten Dreck behandelt und zudem noch ganz öffentlich mit diversen anderen Mädchen was am Laufen hat. Denn Ray ist ein Frauentyp, der wahnsinnig gut aussieht und über eine Menge Charme und Ausstrahlung verfügt. Dass er allerdings auch unsicher ist und von Minderwertigkeitskomplexen geplagt wird, weiß nur Jennifer. Er lebt in seiner selbsterschaffenen kleinen Scheinwelt, was ihn selber immer wütender werden lässt. Ich habe beim Lesen, genau wie sämtliche Protagonisten, irgendwann angefangen zu resignieren. Hier kümmert sich jeder nur um die eigenen Probleme und so bleibt es nicht aus, dass die Geschichte auf ein ganz ganz böses Ende zusteuert. Für Zartbesaitete ist dieser Roman absolut nichts. Wer aber einen Einblick in die allertiefsten Abgründe der menschlichen Psyche nehmen will, dem sei das Buch empfohlen. Mich hat es sehr gut unterhalten.

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