Leserstimmen zu
Auf der Kippe

Peter Detert, Ingeborg Prior

(0)
(1)
(0)
(0)
(0)

Covergestaltung: Man sieht in blau – rot gehalten eine ewig lange Rolltreppe. Es wirkt wie ein endloser Tunnel ans Licht. Meine Meinung: Ein Leben mit Borderline ist nie einfach, das weiss ich aus eigener Erfahrung. Man wird ausgegrenzt, und behandelt wie der letzte Dreck. Oftmals wird unter dieser Diagnose alles zusammen gefasst, was bei anderen Diagnosen nicht mehr rein passt, dabei gibt es mittlerweile sehr wohl Kriterien die für die Überprüfung heran gezogen werden können. Mir ist es ein persönliches Anliegen dieses Buch für andere Menschen zu rezensieren, um zu sehen wie man mit Menschen nicht umgehen sollte. Peter Detert hat einen langen schweren Weg hinter sich gebracht, der viel viel Leid mit sich brachte. Er hat immer wieder gekämpft, versucht sich zu beweisen, aber wenn einen die Gefühle überrollen kann mit einem Schlag alles wieder über einem zusammen brechen. Das Gefühl dieser rastlosen Unruhe kenne ich zu gut. Ich haue zwar nicht so ab wie es Peter Detert in seinem Buch beschreibt, aber ich fahre trotzdem gern durch die Gegend, und wenn es nur einmal nach Nürnberg mit dem Zug ist. Das tut unheimlich gut, auch wenn mich der Rest der Welt für verrückt hält. Am Ende des Buches denkt man “wow”, er hat sich am eigenen Schopf aus der ganzen Scheisse, und der Verkettung von Umständen gezogen, ABER als ich dann nach dem Namen Peter Detert googlte, war gleich der erste Link von einem Blog, wo stand, dass er sich am 13.05.2010 das Leben genommen hat. Das ist jetzt bereits fast 5 Jahre her. Ich fänd es wirklich fair, wenn das auch im Buch erweitert würde, denn das Buch suggeriert etwas, was nicht der Fall ist. Er hat es nicht geschafft, denn immer wieder war Suizid ein Thema für ihn, und das obwohl sein Leben zu dem Zeitpunkt in geregelten Bahnen zu verlaufen schien. Jeder der sich mit dem Thema beschäftigt, natürlich auf Grundlage von Fachliteratur, der wird wissen, dass die Gefahr, dass diese lebensmüden Gedanken immer wieder kehren können, niemals komplett abebbt. Es ist und bleibt ein Tabuthema, ein kurzer Aufschrei wenn mal wieder einer gegangen ist. Wut, weil Außenstehende nicht verstehen können wie man das nur tun kann. Aber wie gross wohl das Leiden der Menschen war, das hinterfragt kaum einer. Und das lässt mich nachdenklich und traurig zurück. Das Buch lässt sich schnell und einfach lesen, ist also auch für Menschen geeignet welche nicht all zu gern und oft lesen. Mein Fazit: Ein Buch, welches zeigt, das man nicht jeden Menschen, der Fehler begeht, sofort abstempeln sollte.

Lesen Sie weiter