Leserstimmen zu
Der Weg in die Schatten

Brent Weeks

Schatten-Trilogie (Night Angel) (1)

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Eigentlich habe ich "Der Weg in die Schatten" von Brent Weeks schon im September 2015 gelesen. Nun wollte ich endlich den zweiten Teil der Schatten-Trilogie namens "Am Rande der Schatten" beginnen. Dabei habe ich jedoch gemerkt, dass ich aus dem ersten Buch fast alle Details schon wieder vergessen hatte. Also habe ich mich dazu entschieden, den ersten Band noch einmal zu lesen, obwohl ich das nochmalige Lesen von Büchern (auch reread genannt) eigentlich nicht mag. Aber ich habe die Chance einfach genutzt und mich nun hingesetzt, um zu "Der Weg in die Schatten" eine Rezension zu verfassen. In dem Buch "Der Weg in die Schatten" begleiten wir die Gilderatte Azoth, der versucht, irgendwie durch das Leben im Labyrinth und in der Gilde zu kommen. Während das Gildenoberhaupt Ratte ihm das Leben schwer macht, versucht er sich nebenbei noch um seinen Freund Jarl und das kleine Puppenmädchen zu kümmern. Das ist gar nicht so leicht und Azoth schmiedet den Plan, aus dem Labyrinth herauszukommen. Er möchte bei dem Blutjungen Durzo Blint in die Lehre gehen - nur nimmt der eigentlich keine Lehrlinge! Damit Blint ihn dennoch aufnimmt, muss Azoth sein Oberhaupt Ratte töten und das innerhalb einer Woche. Ob ihm das gelingt? Ich habe Azoth, den elfjährigen Gassenjungen, sofort ins Herz geschlossen. Er versucht, nicht nur sich möglichst unauffällig durch das Leben in der Gilde zu bringen, sondern kümmert sich dabei auch noch um Jarl und Puppenmädchen. Dabei möchte er immer das Richtige tun, auch wenn es ihm manchmal schwer fällt. Auch Jarl und Puppenmädchen versuchen ihrerseits, sich gegenseitig zu unterstützen. Für Puppenmädchenn ist es etwas schwieriger, da sie zum einen jünger als die beiden Jungs ist, und zum anderen auch stumm. Jarl hingegen gibt sein Bestes und widersetzt sich dem Abgabensystem, um jede Woche einige Kupfermünzen zu sparen. Dieses Geld gibt er dann Azoth, damit der bei Blint in die Lehre gehen kann. Die Freundschaft zwischen den drei Kindern war faszinierend und mir war klar, dass durch diese starke Bindung Jarl und Puppenmädchen sicher im weiteren Verlauf der Geschichte noch wichtig sein würden. Bei Master Blint - wie Azoth ihn nennt - war ich mir lange Zeit nicht sicher, was ich von ihm halten soll. Doch irgendwann wurde mir klar, dass er nach außen hin den starken, unnahbaren Blutjungen mit extremen magischen Kräften spielt, aber eigentlich doch eine Seite an sich hat, die fähig ist, Liebe zu empfinden. Das gesteht er sich selbst aber überhaupt nicht ein, was vor allem in Gesprächen mit Azoth und mit (seiner einzigen Freundin?) Momma K deutlich wird. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr von ihm und mit jedem neuen Detail war ich noch mehr überrascht, was für ein interessanter Charakter Durzo Blint doch ist. Schön fand ich auch, dass man immer wieder gemerkt hat, wie sehr ihm Azoth am Herzen liegt. Momma K herrscht über die Bordelle - und damit auch über die Spione - in der ganzen Stadt, wodurch sie eine der neun Sa'kagé ist. Die Sa'kagé herrschen über die "Unterwelt" und damit eigentlich im Geheimen über die ganze Stadt Cenaria. Durch ihre enge Beziehung zu Durzo Blint und zu den Straßenkindern, spielt sie eine wichtige Rolle in der Geschichte. Sie war mir von Anfang an sympathisch, wodurch manche Wendungen umso interessanter für mich waren. Am Anfang seiner Blutjungenlehre lernt Azoth morgens bei Master Blint das Kämpfen, Giftmischen und alles andere Handwerkszeug, welches für diesen Beruf wichtig ist. Anschließend geht er zu Momma K in den Unterricht, um lesen zu lernen und alles Wichtige zu Politik und Geschichte gelehrt zu bekommen. Im weiteren Verlauf der Ausbildung wird Azoth dann bei Graf Drake und seiner Familie untergebracht - angeblich ist er der junge Adelige Kylar Stern, ein entfernter und verarmter Verwandter des Grafen. Durch diese Coverstory kommt es zu einigen unterhaltsamen Situationen und so manches Mal kreuzt sich das Leben von Kylar Stern mit dem Leben von Azoth. Die gesamte Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Azoths/Kylars Entwicklung war unglaublich und ich fand es gut zu sehen, dass er bestimmte Charakterzüge beibehalten hat, trotz der Lehre bei Durzo Blint. Es war auch schön zu sehen, dass sich das alte und neue Leben des Jungen sich immer wieder gekreuzt haben. Aber nicht nur die Lebensgeschichte Azoths steht im Vordergrund des Buches, sondern auch der Krieg um die Stadt Cenaria, bei dem nicht nur das Nachbarland Khalidor eine wichtige Rolle spielt, sondern bei dem auch die Sa'kagé wieder einmal ihre Finger mit im Spiel haben. Der Krieg am Ende des Buches kam zwar ein wenig übereilt daher, aber dadurch war das Ende sehr offen. Das macht mir nur noch neugieriger auf den Folgeband "Am Rande der Schatten", den ich sicherlich noch am Wochenende beginnen werde.

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LESEN! LESEN!

Von: TheHavoc

07.06.2016

Dieser Roman war mein erster, den ich von Brent Weeks gelesen habe und ich war am Anfang sehr skeptisch. Eigentlich wollte ich nach den ersten 100 Seiten schon aufhören zu lesen, da ich ein wenig abgeschreckt war (es ging um Kindesmisshandlung) und irgendwie nicht den richtigen Zugang zur Geschichte gefunden habe. Aber ich gab dem Buch noch eine Chance und ich muss sagen: es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte! Ich nahm die Kapitel also wieder auf und stellte fest, dass ich genau vor dem Kapitel aufgehört hätte zu lesen, in dem alles seine Wendung nahm. Es geht um Azoth, der in den Gossen der Stadt Cenaria lebt und unbedingt ein Blutjunge (Ein Meuchelmörder, der Magie beherrscht) werden will. Dazu muss er aber den berühmtesten Blutjungen der Stadt dazu überzeugen, ihn als Lehrling aufzunehmen und als er das endlich geschafft hat, nimmt die Geschichte Wendungen auf, die ich nie im Leben erwartet hätte. Man kann sagen, dass Buch überrascht einen auf jeder 50sten Seite erneut und wirft alles, was man bis dahin dachte, über den Haufen. Es geht um politische Machtspiele, um Intrigen, die so gut erdacht sind, dass selbst Game of Thrones nicht mehr mithalten kann. Dann kommt irgendwann noch der Einfluss von Magie mit dazu und es wird immer geiler! Es gibt in diesem Buch kein wirkliches Gut und Böse. Es gibt angeblich böse Charaktere, die dann plötzlich gutes vollbringen; und angeblich gute Charaktere, die böse Sachen tun. Man wird ständig überrascht und die Figuren nehmen eine tiefgründigkeit ein, die man selten erwartet. Ich könnte mich jetzt noch stundenlang hier auslassen, wie geil dieser Roman ist, aber ich will ja keine Kurzgeschichte schreiben. Das einzige, was mir gefehlt hat, war ein Namensverzeichnis. Viele Figuren besitzen mehrere Decknamen und es kommen Romaneigene Fremdwörter drin vor wie: Shinga, oder Sa’kagé. Da hätte ich schon manchmal gerne nachgeschlagen, da ich jemand bin, der sich Namen eh nicht so schnell einprägen kann, darum hab ich auch manchmal den Faden kurz verloren. Vielleicht ist ja in Band zwei so etwas vorhanden. Also wenn ich könnte, ich würde dem Buch 10 Sterne geben und kann nur sagen: Lesen! Lesen! LESEN!

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Zum Inhalt Als Gassenjunge im Labyrinth der Vorstadt Cenarias hat es der 11jährige Azoth nicht leicht. Die wenigen Münzen, die er sich zusammensuchen und -stehlen kann, wandern in die Tasche von "Ratte", dem baldigen Oberhaupt der Diebesgilde. Sein einziger Ausweg scheint der "Blutjunge" zu sein: Durzo Blint, kein einfacher Auftragsmörder sondern ein wahrer Meister seines Fachs. Durzo arbeitet für die Sa´kagé, die Unterweltfürsten, die im verborgenen die Geschicke der Stadt lenken. Würde Azoth bei Durzo in die Lehre gehen, könnte er es allen heimzahlen, die ihn und seine Freunde aufs übelste geschlagen und gedemütigt haben; und er hätte niemals mehr Angst. Doch er ahnt nicht, was der Weg in die Schatten alles von ihm fordern wird ... Meine Meinung Das Buch konnte mich leider nicht so ganz überzeugen. Auf den ersten Seiten war ich vom Schreibstil sehr begeistert, der mich sofort in diese düstere, von Gewalt beherrschte Welt von Midcyru entführt hat. Gerade das erste Drittel hatte mich total in den Bann gezogen. Brent Weeks schreibt sehr anschaulich und mit viel Liebe zum Detail, die mir stellenweise aber zuviel des Guten war. Der Weg von Azoth ist lang und voller Steine, die das Leben ihm in den Weg legt. Er macht eine große Entwicklung durch und muss dabei sein altes Ich hinter sich lassen. "Leben ist wertlos" wird zu seiner Richtlinie und die Liebe darf niemals sein Herz berühren. Bei Durzo Blint war ich immer etwas hin- und hergerissen. Er hat sich für das Leben als Mörder entschieden und einen harten Schicksalsschlag erleiden müssen. Scheinbar hart und kalt lässt er keine Gefühle zu und doch hat auch er, wie jeder Mensch, eine Schwachstelle. Dann gibt es noch einige andere Figuren, deren Schicksal miteinander verknüpft ist. Der König von Cenaria, der Magier Dorian und sein Freund Solon, aber auch der hoch angesehene Herzog Gyre. Besonders ins Herz geschlossen hab ich Azoths Freunde Jarl und das Puppenmädchen und auch den getreuen Grafen Drake. Trotz vieler Charaktere hatte man einen guten Überblick, aber man muss schon genau lesen und aufpassen, damit man nichts verpasst. Intrigen und Machtkämpfe sind in der Welt von Midcyru an der Tagesordnung und nicht immer habe ich alle Ränke absolut durchschauen können. Trotzdem kann man sehr gut in die trostlose Welt eintauchen, die der Autor mit sehr eindrucksvollen Worten beschrieben hat. Genauso die Magie, deren Erklärung sehr überzeugend und spannend war und die außergewöhnliche Möglichkeiten birgt. Eine faszinierende Geschichte mit einigen Überraschungen und dramatischen Wendungen. Leider zog es sich für mich einfach streckenweise; ich muss gestehen dass ich gar nicht genau beschreiben kann, warum, denn die Handlung ging schon stetig vorwärts und es gab wirklich tolle Stellen - aber nicht so, wie ich es mir erwartet habe. Ich war immer wieder hin- und hergerissen, ob ich das Buch weiterlesen soll oder nicht, weil ich zwischen all den Strängen manchmal den roten Faden verloren hab. Fazit Ein sehr gut ausgearbeitetes Fantasyabenteuer mit raffinierten Ideen, dass mir aber zeitweise zu langatmig war und mich irgendwie nicht erreichen konnte. Empfehlen kann ich es aber auf jeden Fall für Fans von "Herr der Ringe" und der "Königsmörder Chronik".

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