Leserstimmen zu
Die Schlafwandler

Christopher Clark

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Clark holt hier sehr weit aus und beschreibt anspruchsvoll und detailliert, wie es zu dieser Katastrophe kommen konnte. Beim Hören musste ich mich echt konzentrieren, um alles mit zu bekommen und das ein oder andere Fremdwort war mir nicht geläufig. Dennoch ist es insgesammt gut verständlich geschrieben. Schritt für Schritt wird der Leser an das unvermeidliche herangeführt und ich fand es echt interessant mehr über den 1. Weltkrieg zu erfahren. Man sollte sich im klaren sein, dass es sich hier nicht um eine locker flockige Geschichte handelt, sondern um ein Sachbuch. Mich hat es interessiert zuhören lassen und ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

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DIE SCHLAFWANDLER - WIE EUROPA IN DEN ERSTEN WELTKRIEG ZOG von Christopher Clark - Hörbuch gelesen von Frank Arnold Worum geht´s? Als Auslöser für den Ersten Weltkrieg gilt das tödliche Attentat auf den Thronfolger der österreichisch-ungarischen Krone Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo. Doch wie kam es zum scheinbar Unausweichlichen und welche Entwicklungen im Vorfeld trugen zur Entstehung dieses furchtbaren Krieges bei? Meine Meinung: In meiner Schulzeit war der Zweite Weltkrieg omnipräsent und mein Wissen darüber würde ich als sehr umfassend einschätzen. Dafür habe ich das Gefühl, insbesondere über die Entwicklung und Ursachen des Ersten Weltkriegs kaum Kenntnisse zu besitzen. Christopher Clark ist ein renommierter Kenner der neuen Geschichte und hat sich unter anderen auch mit Wilhelm II. eingehend beschäftigt. In diesem Buch schildert er detailliert die Entwicklung auf weltpolitischer Ebene, die zu diesem großen Krieg geführt haben.  Spannend und kein bisschen trocken erklärt er Zusammenhänge, Daten und Namen und gibt dem Leser (oder in meinem Fall dem Hörer) das Gefühl, alles noch einmal hautnah mitzuerleben. Ihr hört Geschichtsbuch und denkt an die trockene und staubige Aneinanderreihung von Fakten? Weit gefehlt, dieses Buch liest sich viel mehr wie ein spannender Roman. Ich hatte keine Probleme den Geschehnissen zu folgen, lediglich ein paar Fremdworte musste ich nachschlagen. Der Sprecher des Hörbuchs, Frank Arnold, hat eine äußerst angenehme Stimme und ich bin immer noch beeindruckt, wie er es geschafft hat, die slawischen Namen so klangvoll und fehlerfrei auszusprechen. Fast 30 Stunden Hörzeit, und dennoch kam mir keine Langeweile auf! So stelle ich mir Geschichte vor, anschaulich, spannend und greifbar! Interessantester Aspekt des Buch ist für mich, dass der australische Autor die Schuld nicht nur dem Deutschen Volk zuschreibt, sondern es als Versagen der gesamten politischen Elite ansieht. Neugierig, welche Entscheidungen hierzu führten? Dann solltet ihr das Buch lesen (oder hören). Fazit: Für alle Geschichtsfans ein Muss, egal ob als Hörbuch oder Buch! Spannendes Buch, welches die Entwicklung der Welt Anfang des 20. Jahrhunderts für Jeden greifbar macht!

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Als Clarks Sachbuch zur Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs punktgenau 2014, 100 Jahre nach Kriegsausbruch, erschien, hagelte es Lob und Kritik gleichermaßen. Bemerkenswert war zuerst einmal, dass sich ein australischer Historiker daran machte, ein neues Standardwerk zum Ersten Weltkrieg zu verfassen. Clark wartet mit einer nuancierten Bewertung der Kriegsschuldfrage auf und hielt sich mit einem historischen Sachbuch wochenlang auf Platz Eins der Bestsellerlisten. Die Kritiker, unter ihnen auch zahlreiche Buchblogger, bemängelten nicht etwa die durchaus vorhandene Genauigkeit und die Materialauswahl (eine schier unüberschaubare Fülle), sondern waren häufig schlicht anderer Meinung als der Autor. Besonders aus Clarks Gewichtung der Ereignisse, aus der Rolle, die er ihnen für den Kriegsausbruch beimaß, speiste sich die Kritik. Daran kann und möchte ich mir an dieser Stelle gar nicht beteiligen, denn mir fehlt schlicht die Historiker-Ausbildung, die mir erlauben würde, eine eigenständige Bewertung der von Clark verwendeten Dokumente vorzunehmen. Schon aus Problemen der Zugänglichkeit heraus, ist es wohl leichter, vergleichbar umfangreiche Werke zum gleichen Thema zu lesen, um hier bewusst mit anderen Meinungen konfrontiert zu werden. Dass Clark seine Meinung auf Grundlage der von ihm ausgewerteten Dokumente kundtut, ist als Historiker nun einmal seine Aufgabe. Für mich war die Lektüre seines Werkes „Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“ bereichernd. Beim Lesen spürte man eine gewisse Distanz des Autors zu den Ereignissen, die vielleicht aus seiner Rolle als australischer Historiker, der sich nicht um die gerade vorherrschenden Strömungen und gewissermaßen die „Befindlichkeiten“ der europäischen und nationalen Geschichtswissenschaften kümmern muss, herrührt. Besonders beeindruckt hat mich der ausführliche und tiefgehende Einblick in die serbische Geschichte. Clark gesteht Serbien eine nicht zu unterschätzende Rolle für den Kriegsausbruch zu und schildert detailverliebt die Ansichten verschiedener Nationalisten und die Planung des Attentats auf Franz Ferdinand. Für mich waren diese Feinheiten neu und lesenswert; in Serbien selbst hingegen, sorgte die komprimierte und nicht immer schmeichelhafte Darstellung der Landesgeschichte – schmeichelhaft ist bei Clarks Buch die Darstellung keiner nationalen Geschichte – für Aufregung. Interessant, wie auch noch hundert Jahre später ein Geschichtsbuch die Gemüter erregen kann. Beeindruckend waren auch die große Anzahl der ausgewerteten Dokumente und die detaillierten Angaben der Fundstellen im Glossar, die es ermöglicht, sich bei Interesse ggf. selbst ein Bild des Sachverhalts zu machen. Clark reiht dabei nicht nur historische Fakten aneinander, auch, wenn der Text insgesamt sehr dicht ist und es sich empfiehlt, die eine oder andere Passage zweimal zu lesen. Der Autor schreibt so unterhaltsam, wie es für ein seriöses Sachbuch über die Vorgeschichte eines Weltkrieges möglich scheint. An einigen Stellen erschien mir persönlich Clarks Schreibstil aber zu locker; unangenehm aufgefallen ist hier besonders die Titulierung des jungen Zar Nikolaus als „Teenager Nicky“. „Die Schlafwandler“ eröffnet einen weit differenzierteren Blick, als er im Schulunterricht ermöglicht wird. Denn egal, ob man den Thesen des Autors folgt oder nicht, so wird anhand des Buches deutlich, dass es durchaus möglich ist, die Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges und besonders die Schuldfrage, aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Wer also seine Geschichtskenntnisse vertiefen oder auffrischen will, ist mit der Lektüre sehr gut beraten. Um Längen zu vermeiden, ist es auch möglich, bestimmte Kapitel herauszugreifen und sich eingehender mit den Ereignissen eines bestimmten europäischen Landes zu befassen.

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Wenn man sich für die Thematik interessiert, ist dieses Buch ein absolutes Muss. Sehr ausführlich geht Christopher Clark auf die einzelnen Positionen ein. Zusammenhänge, die ich erst lange Jahre nach meinem Leistungskurs Geschichte zu verstehen beginne. Christopher Clark schreibt sehr ausführlich, ohne dass er dabei unverständlich wird - daher ist das Buch nicht nur für absolute Profis zu lesen, sondern auch für mich. Ausführlich recherchiert ist es zudem, so dass man zu jedem Ereignis mindestens eine deutliche Quelle findet zum weiterrecherchieren. Super informativ geschrieben stellt Clark Zusammenhänge derartig verständlich dar, dass ich sie endlich verstehe und das obwohl ich damals in meinem LK gar nicht schlecht war...

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