Leserstimmen zu
Kennen Sie diesen Mann?

Carl Frode Tiller

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Ich falle hier gleich mal mit der Türe ins Haus…..was für ein klasse Buch! Anfänglich war ich noch recht skeptisch, was sich mir, da wohl offenbaren wird. Jedoch, schon nach ein paar Seiten war klar, dies ist ein Buch zum verschlingen. David hat sein Gedächnis verloren. Er weiß nicht mehr wer er ist. Mit einer Zeitungannounce bittet er , Verwandte und Bekannte ihm einen Brief zu schreiben, ihm zu schreiben wer er ist. Er benötigt seine Erinnerungen. Doch sind diese hilfreich ? Hat nicht jeder Mensch eine andere Wahrnehmung und Ansicht über Situationen und Geschehnisse ? Was wird David erfahren? Erfreuliches, intimes, trauriges, lustiges ? Alles ist möglich! Den ersten Brief erhält David von Jon, seinem Jungendfreund. Ein erfolgloser, schwermütiger Musiker mit homosexueller Neigung. Jon hat David geliebt und erhoffte sich inständig eine Gegenliebe. Er schreibt seine Sicht bezüglich ihrer Verbindung. In seinen Zeilen klingt der hilflose Schrei nach Liebe immer wieder durch. Der zweite Brief kommt von Arvid, Davids Stiefvater. Der Mann seiner verstorbenen Mutter. David hat nie erfahren wer sein biologischer Vater ist und fühlte sich oftmals bewogen sich wilden Spekulationen hin zu geben. Arvid´s Brief ist sehr gefühlvoll und coloriert das Leben von David in ausgesprochen inniger Weise. Der letzte Brief hat den Absender von Silje, Davids Jugendliebe und Jon`s vermeintliche Nebenbuhlerin. Was hat Silje für Erinnerungen? Wie verbunden war sie mit David? Kannte sie ihn gut ? ……………….Carl Frode Tiller lässt uns, alle der drei Briefeschreibenden, die Wahrnehmungen des Erlebten mit David und zugleich auch die Gegenwart der drei zu teil werden . Er überzeugt durch Stil und ungeheurer Feinfühligkeit für zwischenmenschliche Situationen. Die Psychologie kommt in diesem anmutenden Thriller brilliant zum tragen! Teil zwei > Wer du heute bist < der Triologie ist ebenfalls schon erschienen. Ich bin gespannt ! 4,5 von 5 Sternen

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Fesselnd

Von: Versgeflüster

14.05.2018

Dieses Buch hat mich überrascht. Alle meine Erwartungen wurden nicht erfüllt, und trotzdem hat es mich umgehauen. Kurz etwas zum Inhalt und zum Stil des Buches: David setzt eine Anzeige in die Zeitung, in der steht, dass er sein Gedächtnis verloren hat und alle seine Bekannte dazu auffordert, sich bei ihm zu melden. Er bekommt E-Mails von Jon, ein Jugendfreund, ist unglücklich mit seinem Leben und sieht immer alles negativ. Arvid, sein Stiefvater, meldet sich, der schwer krank ist und den Sinn in seinem Leben verloren hat. Und zuletzt bekommt David Nachrichten von Silje, seiner wohl engsten Bezugsperson als Jugendlicher, deren Ehe alles andere als gut läuft. So erfährt David Stück für Stück etwas über sein früheres Leben. Doch ist seine Vergangenheit so, wie er sie sich erhofft hat? Und wie objektiv ist die Wahrheit? "Kennen Sie diesen Mann" setzt sich stark mit der Psychologie des Menschen auseinander, und besonders mit psychischen Problemen von Jugendlichen. Das Buch funktioniert über die Gedanken, Gefühle und Empfindungen seiner drei Protagonisten. Es gibt kaum aktive Handlung, man liest viele Briefe, die zeitlich nicht im Zusammenhang mit der eigentlichen Handlung stehen. Erst einmal gewöhnungsbedürftig, denn dieses passive Erleben verschiedener Ereignisse ist ungewohnt und vielleicht für viele abschreckend, mir hat es allerdings sehr gut gefallen. Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich Ereignisse von verschiedenen Menschen wahrgenommen werden. So setzt sich Darvid als Charakter nach und nach zusammen, wie Puzzlestücke, die mit jedem weiteren Brief an ihren Platz rücken. Doch auch als Leser kann man sich nie sicher sein, wie wahr das ist, was darin geschrieben steht. Der Stil des Autors ist flüssig und er schafft es unfassbar gut, Gefühle und Emotionen auszudrücken, sodass sie einem real vorkommen, wie echte Empfindungen, die ein Mensch hat, immer ein wenig überzogen, aber niemals so, dass es stört. Dabei gibt es kaum langweilige Stellen in dem Buch, und selbst wenn man es mal für einige Zeit weglegt, kommt man sehr leicht wieder in die Handlung hinein. Das Ende ist offen und daher ziemlich unbefriedigend, aber auf eine gute Art und Weise. So blieb noch etwas von der Spannung erhalten, und auch nachdem man das Buch weggelegt hat, denkt man weiter darüber nach. Kurz gesagt: Auch wenn es in dem Buch kaum klassische Handlung gibt, hat "Kennen Sie diesen Mann?" mich begeistert und gefesselt. Der Schreibstil ist erfrischend anders, weshalb man sich wunderbar in die Figuren hineinversetzen kann. Und je mehr Puzzleteile sich zusammengesetzt haben und je mehr man über David erfahren hat, desto weniger konnte ich das Buch aus der Hand legen. Ich gebe 5 von 5 Punkten.

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Meine Zusammenfassung: Sein Gedächtnis verloren bitte David in einer Zeitungsanzeige darum, dass Freunde und Familienmitglieder ihm Briefe schicken, damit er seine Erinnerungen wieder zurück bekommt. Er bekommt tatsächlich Briefe von Jon, einem Freund aus seiner Jugend, er aktuell als Musiker unterwegs ist und dessen Leben auseinander zu fallen droht. Was Jon ihm zu erzählen hat, dürfte David vermutlich überraschen; sie beide scheinen eine Art schwules Paar gewesen zu sein. Doch stimmt das? Auch über seinen Charakter erfährt David einiges von Jon, was ihm alles andere als gefallen dürfte. Doch erhält David auch einen Brief von seinem Stiefvater Arvid. Einem Pfarrer, der momentan durch seine Erkrankung im Krankenhaus ist und vermutlich auf den Tod wartet. Von ihm erfährt David einiges über seine liebevolle Kindheit, seit er gemeinsam mit seiner Mutter Berit zu ihm ins Pfarrhaus gezogen ist. So schön seine Kindheit auch gewesen zu sein scheint, war seine Jugend wohl alles andere als „normal“. Immer mehr hat sich David in seiner Neigung zu Kunst und Kultur in dem Wunsch einzigartig und besonders zu sein in eine Richtung entwickelt, die ziemlich gewöhnungsbedürftig für seine Eltern wurde. Einen weiteren Brief erhielt er von Silje, einer vermeintlichen Jugendliebe. Silje, die sich momentan in einer Ehekrise mit ihrem Mann Egil befindet, nutzt diese Gelegenheit noch einmal in Erinnerungen zu schwelgen, in denen sie und David zusammen waren, aber auch Erinnerung an die Zeit, in denen sie noch ein Trio mit Jon waren. Auch von ihr erfährt David einiges, was ihn überraschen dürfte. Welche Geschichte jedoch stimmt? Oder ist an allen etwas dran? In allen drei Geschichten finden sich Ähnlichkeiten, wie zum Beispiel gewisse Charakterzüge von David oder auch den anderen dreien aus diesem Gespann. Vielleicht kann man auch keinem der drei glauben, wo sich doch alle momentan in einer Situation befinden, die eher unglücklich ist und vermutlich wären sie schön blöd, wenn sie die Gelegenheit David einen Bären auf zu binden nicht nutzen würden … Meine Meinung: Es hat keine 24 Stunden gedauert und ich habe dieses Buch durch gelesen. Ich weiß nicht wieso, aber es hatte eine Leichtigkeit an sich, die mich quasi durch die Seiten hat fliegen lassen. Jede der drei enthaltenen Briefe oder auch Geschichten der Charaktere hat mich auf ihre Art in seinen Bann gezogen und mich nach mehr Inhalt verlangen lassen. Es ist seltsam, dass man den Mann - David - um den es eigentlich geht, überhaupt nicht kennenlernt, sondern darauf angewiesen ist, die Briefe zu lesen und ihn somit kennenzulernen. Ich wurde praktisch in die Lage von David versetzt, als würde ich versuchen, etwas über mich selbst herauszufinden. Diese Art der Geschichte fand ich persönlich sehr spannend und herausfordernd. Dieses Buch lässt so viele Spekulationen zu, dass man gar nicht mehr weiß, was man glauben soll. Vermutlich zielt es auch genau darauf aus. Irgendwie bin ich immer noch voll drin und würde am liebsten sofort noch mehr erfahren, da ich mir wirklich nicht sicher bin, wieviel Wahrheit oder Fiktion in dem Geschehen steckt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich nicht nur die Briefe nicht glauben soll - oder doch? - oder ob ich auch die einzelnen Geschichten nicht glauben - oder doch? - kann. Völliger Mindfuck … Vielleicht ist es auch nur ein krankes Spiel von David, der einfach nur wissen möchte, was seine Freunde und seine Familie von ihm halten, es ist zum verrückt werden. Man hat keinerlei Ahnung, ob man überhaupt etwas von dem Ganzen glauben kann oder darf und der Gedanke, was dahinter stecken könnte, lässt mich weiterhin gebannt sein. Ich bin froh, dass es bald den zweiten Teil - allerdings erst im Juli :’( - gibt! Mein Fazit: Du weißt rein gar nichts über den Hauptcharakter, sondern bist auf alle anderen angewiesen, die dich ihm näher bringen. Du weißt nicht, wem du glauben kannst, wie würdest du dich fühlen? Oder ist alles nur Show? Ein psychologischer Flash für mich! 5 von 5 Sternen.

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Inhalt: Unser Hauptprotagonist David hat sein Gedächtnis verloren und kann sich nicht mehr an seine Vergangenheit erinnern. Um ihm zu helfen berichten/erzählen ihm Personen aus seinem Leben gute sowie schlechte Erlebnisse oder auch grundlegende Informationen über sein Leben. Meine Meinung: Zwar ist ein gewisser "David" unsere Hauptperson und der Leser bekommt auch sein Leben vorgestellt, aber ihn selber lernen wir im ganzen Roman nicht wirklich kennen, was ich etwas schade fand. Seine Sichtweise bekommen wir also leider nicht gezeigt. Dennoch konnte ich diese, sich selbst so fremde, Person kennenlernen und somit einige unterhaltsame Lesestunden erleben. Zum Aufbau/Schreibstil: Der Roman ist so aufgebaut, dass Davids Freunde und Bekannten uns Geschichten aus seinem Leben erzählen, um ihm so zu helfen sich zu erinnern. Außerdem ist das Buch in drei große Kapitel gegliedert, in denen uns verschiedene Lebenssituationen von insgesamt drei Personen erläutert werden. Die Verbindung zu David besteht allerdings oft dadurch, dass diese Menschen Briefe an ihn schreiben, um ihm so bei seinem Gedächtnisverlust zu helfen. Interessant und besonders finde ich, dass der Autor die Protagonisten uns mit "Du" ansprechen lässt, das heißt der Leser bekommt das Gefühl als sei er David. Vielleicht war es beabsichtigt und das ist der Grund dafür, dass uns die Sichtweise von David fehlt. Mein Fazit: Ein überaus außergewöhnlich aufgebauter Roman und auch wenn der Klappentext irreführend ist, übte dieses Buch einen gewissen Charme auf mich aus und ich bin froh ihn gelesen zu haben.

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David hat sein Gedächtnis verloren und bittet in einer Zeitungsanzeige um Mithilfe, um mehr über sich selbst zu erfahren. Jon, sein Jugendfreund, Arvid, sein Stiefvater und Silje, seine Jugendfreundin schreiben ihm lange und ausführliche Briefe, die jedoch nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Manche Ereignisse können von den verschiedenen Personen anders wahrgenommen worden sein, andere müssen einfach falsch sein, weil sie sich gegenseitig widersprechen. Als Leser habe ich am ehesten Arvid, dem Stiefvater vertraut. Er ist todkrank und schreibt, dass er in seinen ersten Briefentwürfen der Versuchung unterlegen war, David als gläubigen Menschen darzustellen, so wie Arvid, Priester, ihn sich gewünscht hätte. Schlussendlich beschreibt er David als ein fröhliches Kind, das nach und nach zu einem schwierigen Jugendlichen wurde. Jons Beschreibung sind dramatischer. Er stellt David viel negativer dar als der Stiefvater. In Jons Erzählung ist Jon die Hauptperson während Silje nur neben ihnen geduldet ist. Im Gegenzug sieht Silje sich als Davids Jugendliebe und billigt Jon nur als Nebenfigur. Das Buch ist in drei geteilt. Teil eins erzählt Jon, danach kommen Arvid und Silje zu Wort. Jon fand ich nicht schlecht, Arvids Teil habe ich verschlungen, während ich Siljes Teil (Silje selbst übrigens auch) gehasst habe und sogar Abschnitte übersprungen habe. Passagen aus dem aktuellen Leben wechseln sich ab mit den Briefen der jeweiligen Person. Der Schreistil ist dicht und doch leicht verständlich, so dass man sich als Leser ganz auf die Erzählung konzentrieren kann. "Kennen Sie diesen Mann?" ist interessant zu lesen, weil man viele Ereignisse unter den verschiedenen Aspekten kennenlernt. Carl Frode Tiller analysiert seine Personen bis ins letzte Detail. Oft habe ich zurückgeblättert, mich nach einer Aussage gefragt, wie die beiden anderen dies dargestellt haben, gegrübelt, wem ich in welcher Situation Glauben schenken sollte. Um das Buch wirklich ganz zu verstehen müsste man es eigentlich nach dem Lesen ein zweites Mal lesen.

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