Leserstimmen zu
Heimsuchung

Jenny Erpenbeck

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Eines der letzten Bücher im alten Jahr – und eines der besten. Jenny Erpenbecks „Heimsuchung“ hat mich nicht nur inhaltlich, sondern auch konzeptionell beeindruckt: Hier wird die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts anhand der wechselnden Bewohner eines Hauses erzählt. Oder vielmehr anhand eines Grundstücks, denn neben dem Haus spielen auch der Garten und der angrenzende See eine wichtige Rolle. So wird beispielsweise der Lebenslauf eines Berliner Architekten, eines jüdischen Tuchfabrikanten oder des langjährigen Gärtners des Hauses, der nach jedem erzählten Einzelschicksal, nach jedem Kapitel also, als Einschub im Buch wiederkehrt, erzählt. Insgesamt sind es 15 persönlichen Schicksale, in denen sich die Geschichte spiegelt: die Weimarer Republik, das Dritte Reich, der Krieg und dessen Ende, die DDR, die Wende und die Zeit der Nachwende. Sprachlich kondensiert und reduziert Erpenbeck (das Buch ist nicht mal 200 Seiten lang). Aber hier kommt nichts zu kurz. Hier sitzt jedes Wort. Mit Hilfe von kurzen, prägnanten Sätzen, die sich von Zeit zu Zeit wiederholen, entstehen Bilder im Kopf, die bleiben. „Jedes der 15 Schicksale entfaltet auf ganz eigene Weise seine Dramatik, seine Tragik, sein Glück.“ (Klappentext) Dieses Buch ist intensiv, wuchtig, bewegend – von der ersten bis zur letzten Seite. Ein Buch über Heimat, Geschichte, Verlust und vor allem darüber wie klein und gleichzeitig groß der Mensch ist.

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