Leserstimmen zu
Jemand wird dafür bezahlen müssen

Benjamin Percy

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Spannend!

Von: Sarah Janina

05.12.2016

Der Krieg im Irak lässt die Männer aus der kleinen Stadt Tumalo in Oregon verschwinden – und mit den Männern die Väter, die ihre Söhne verlassen, um zu kämpfen. Zurück bleiben Söhne, deren Tapferkeit und Zuversicht schwinden, während sie zu Hause vor ihren Laptops sitzen und die Mails ihrer Väter von der Front wieder und wieder lesen. Viele der jungen Männer in Benjamin Percys atemberaubenden Geschichten stammen aus zerbrochenen Familien, finden keinen Halt in ihren Freundeskreisen und müssen das Undenkbare tun, um sich – und allen – zu beweisen, dass sie stark genug sind, um sich dem Schmerz dieser Welt zu stellen. Percy siedelt seine Erzählungen im ländlichen Oregon an, seine Helden kämpfen, jeder für sich. Ihre Gegner sind höchst unterschiedlich: ein verrückter Bär, ein Haus mit einem Keller, der sich in eine Höhle öffnet, ein Unfall, der den geliebten Menschen das Leben kostet, eine Fehlgeburt, die ein Paar sprachlos zurücklässt und einander entfremdet. Eines haben all ihre Kämpfe gemeinsam: Immer sind es die Narben, die ihre Geschichten erzählen, selbst wenn sie unsichtbar sind. Der Titel dieses Buches hat mich dazu veranlasst, es unbedingt lesen zu wollen. So ein Titel schlägt total ein und es wird direkt die Neugier des Lesers geweckt. Man erwartet emotionale, traurige, brutale und lebensnahe Geschichten, die einen bewegen, einen erschrecken und einem die Welt so grausam aufzeigen, wie sie nun mal ist. Gewalt ist in diesen Geschichten hier, die in Oregon spielen, auf jeden Fall vorhanden, egal ob direkt oder eher subtil, unterschwellig gehalten. Was mich an diesem Buch eher abgeschreckt hat, war letztendlich die Jagdthematik. Tiere töten, weil man Lust drauf oder Spaß daran hat, ist etwas, mit dem ich überhaupt nichts anfangen kann und wofür ich auch keinerlei Verständnis aufbringen möchte. Leider war dies jedoch auch eine sehr große Thematik des Buches, vor allem, da eben alle Protagonisten dieser Kurzgeschichtensammlung klassische amerikanische Landbewohner waren. Der Schreibstil jedoch war wirklich klasse, sehr bildhaft, sehr direkt und man spürte wirklich an jeder Stelle das Talent des Autors. Empfehlenswert ist das Buch daher auf jeden Fall, doch vielleicht eher etwas für Menschen, die Tiere nicht ganz so auf den hohen Thron heben, wie ich es tue. (:

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<em>Benjamin Percy legt in seiner Kurzgeschichten-Sammlung „Jemand wird dafür bezahlen müssen“ Erzählungen über das Erwachsenwerden vor, über die Kämpfe junger Männer mit ihren ganz persönlichen Dämonen, und über die Narben, die danach auf der Seele zurückbleiben. Zehn Geschichten über junge Männer, die glauben, sich und der Welt beweisen zu müssen, dass sie stark, unabhängig und unverletzbar sind – und daran scheitern.</em> <strong>Das Leben ist kein Kinderspiel</strong> Angesiedelt in einer ländlichen Gegend in Oregon, in Kleinstädten am Fuße der Cascade Mountains, zeigen Percys Geschichten jene Probleme auf, die sonst gerne totgeschwiegen werden: Es ist die Hoffnungslosigkeit amerikanischer Jugendlicher, die im ländlichen Raum kaum Zugang zu Bildung haben, die sie aus der Kleinstadt entkommen ließe. Es sind die eintönigen Jobs und immer dieselben Hobbys: Jagen, Fischen, Autotuning. Es ist der Irak-Krieg, der vielen Familien die Väter, Brüder und Söhne nimmt oder sie als traumatisierte Veteranen heimkehren lässt. Und es sind die traditionellen Vorstellungen von Ehe und Familie und darüber, wie ein „richtiger Mann“ zu sein hat. Das alles prägt das Leben der Hauptfiguren in Percys Erzählungen. Ob Teenager, deren Väter aus der Tristesse der Kleinstadt in den Irak-Krieg geflohen sind und die nun täglich vergeblich auf Emails hoffen, ob ein verrückter Bär, der einen Jagdausflug zum Alptraum werden lässt, oder eine Fehlgeburt, die ein junges Paar an die Grenzen seiner Belastbarkeit treibt – die Auslöser für die Bewährungsproben sind vielfältig. Und es braucht den ganzen Mut der Protagonisten, damit umzugehen. <strong>Das öde Land zwischen den Zeilen</strong> Benjamin Percy zeigt in seinen Erzählungen Menschen und Situationen, die eintönig, grau und ein hoffnungslos sind. Die Benachteiligung der amerikanischen Kleinstädte ist zwischen den Zeilen greifbar. Schleppend, fast träge lesen sich die Geschichten, immer unaufgeregt und gleichmütig fließen sie dahin. Auch dann, wenn Menschen töten oder verzweifeln – die Sprache bleibt gleich. Durch diese scheinbare Banalisierung schrecklicher Ereignisse wirken diese jedoch umso plastischer und lassen begreifen, warum die Protagonisten so geworden sind, warum sie so leben. <strong>Mein Fazit</strong> Der Erzählstil und die Tristesse sind gewöhnungsbedürftig. Die Langsamkeit der Geschichten ließ mich schon einmal ein paar Seiten nach vorne blättern, in der Hoffnung, die Handlung nimmt Fahrt auf. Doch dabei überliest man leicht den entscheidenden Punkt – und beginnt wieder von vorn. Eine Kurzgeschichten-Sammlung für jene, die das stille Grauen unter einer scheinbar biederen Fassade sehen und sich darauf einlassen wollen. Rezensent Harry Pfliegl ist Autor im Pool von [Der Mann für den Text] Detlef M. Plaisier Leipzig

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Wenn es einen Bundesstaat gibt, der mir bisher in der US-Literatur noch nicht begegnet ist, dann Oregon. Der Staat, der klingt wie italienische Gewürze, liegt im Nordwesten, nicht wirklich weit von der kanadischen Grenze (aber was heißt schon "weit" in den USA) und hat jetzt nicht grade die touristischen Highlights zu bieten abgesehen von unberührter Natur - andere würden es Wildnis nennen - jeder Menge Bären und .... das war es eigentlich schon, selbst das, was meinem amerikanischen Freund eingefallen ist, als ich ihn nach Oregon gefragt habe. Dementsprechend neugierig war ich auch, was Benjamin Percy mir über diesen Staat vermitteln will, sind doch seine zehn Kurzgeschichten alle in Oregon angesiedelt. Es ist ein Staat der Männer, habe ich als erstes Gefühl. Ein Staat, in dem so ziemlich alle Klischees über männliches Verhalten gelebt werden. Da wird gejagt und geboxt, die Männer ziehen in den Irakkrieg und lassen Söhne zurück, die nicht wissen, wie sie mit ihrer Angt und ihrer Einsamkeit umgehen sollen. Gefühle zeigen ist nicht angesagt, und der Leser sollte definitiv den Willen aufbringen, archaische Blutrituale lesen zu wollen. Denn Blut ist das Thema, dass sich durch die Geschichten zieht, immer wieder, und gegen Ende meinte ichd ann auch irgendwann, diesen metallischen Geruch in die Nase zu bekommen, sobald ich eine Seite umgeblättert habe. Allen Protagonisten ist das Leben aus den Fugen geraten, da ist nichts schönes oder befreiendes mehr, sondern nur noch Leben und Sterben. So sehr die Geschichten auch auf den ersten Blick stumpf und brutal wirken mögen, sind sie doch sprachliche Meisterwerke, die ich nicht missen möchte in meiner Lektüre. Percy benutzt oftmals kurze und sehr sachliche Sätze, mit denen er die Geschichte in die richtige Richtung lenkt und mich als Leser oft einfach vor vollendete Tatsachen schubst. Da wird in einer Geschichte in zehn Sätzen ein post-atomares Szenario wachgerufen, in dem ich genauso wie die Protagonisten versuchen muss, zurechtzukommen. Noch mehr mitgenommen hat mich die erste Geschiche, in der ich seh fassungslos dem Lebensweg von zwi Jugendlichen gefolgt bin, der dor endet, wo man sie nie sehen wollte. Ich bin wahnsinnig dankbar, dass ich dieses Buch als kostenloses Rezensionsexemplar bekommen habe, und werde mich definitv nach mehr von Percy umsehen. Endlich mal ein neuer amerikanischer Autor, der mich fesseln konnte und erzählen kann!

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Klappentext: Der Krieg im Irak lässt die Männer aus der kleinen Stadt Tumalo in Oregon verschwinden – und mit den Männern die Väter, die ihre Söhne verlassen, um zu kämpfen. Zurück bleiben Söhne, deren Tapferkeit und Zuversicht schwinden, während sie zu Hause vor ihren Laptops sitzen und die Mails ihrer Väter von der Front wieder und wieder lesen. Viele der jungen Männer in Benjamin Percys atemberaubenden Geschichten stammen aus zerbrochenen Familien, finden keinen Halt in ihren Freundeskreisen und müssen das Undenkbare tun, um sich – und allen – zu beweisen, dass sie stark genug sind, um sich dem Schmerz dieser Welt zu stellen. Percy siedelt seine Erzählungen im ländlichen Oregon an, seine Helden kämpfen, jeder für sich. Ihre Gegner sind höchst unterschiedlich: ein verrückter Bär, ein Haus mit einem Keller, der sich in eine Höhle öffnet, ein Unfall, der den geliebten Menschen das Leben kostet, eine Fehlgeburt, die ein Paar sprachlos zurücklässt und einander entfremdet. Eines haben all ihre Kämpfe gemeinsam: Immer sind es die Narben, die ihre Geschichten erzählen, selbst wenn sie unsichtbar sind. „Jemand wird dafür bezahlen müssen“ von Benjamin Pery ist für mich das erste Buch des Autors. Eigentlich bin ich nicht wirklich ein bekennender Fan von Kurzgeschichten, dennoch hat Percy es geschafft, mich mit den Geschichten, die alle in ländlichen Gebieten Oregons spielen, zu fesseln. Er erzählt atmosphärisch und lebensnah vom Leben einfacher Menschen am Fuße der Cascades. Es geht u.a. um ein Ehepaar, die sich durch eine Fehlgeburt entfremdet haben, eine gefährliche Bärenjagd oder aber um einen Mann, der selbst im Alter seine Vergangenheit nicht abschütteln kann und alten Zwängen folgt. Die Geschichten sind sehr düster und oft traurig, auch Blut spielt in den meisten von ihnen ebenfalls eine zentrale Rolle. Die beeindruckenden Kurzgeschichten von Benjamin Percy sind vielschichtig und so aussagekräftig wie so mancher Roman und lassen den Leser mehr als einmal nachdenklich zurück. Mich hat der Autor mit „Jemand wird dafür bezahlen müssen“ wirklich überzeugt und ich gebe hier gerne fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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Der Krieg im Irak lässt die Männer aus der kleinen Stadt Tumalo in Oregon verschwinden – und mit den Männern die Väter, die ihre Söhne verlassen, um zu kämpfen. Zurück bleiben Söhne, deren Tapferkeit und Zuversicht schwinden, während sie zu Hause vor ihren Laptops sitzen und die Mails ihrer Väter von der Front wieder und wieder lesen. Viele der jungen Männer in Benjamin Percys atemberaubenden Geschichten stammen aus zerbrochenen Familien, finden keinen Halt in ihren Freundeskreisen und müssen das Undenkbare tun, um sich – und allen – zu beweisen, dass sie stark genug sind, um sich dem Schmerz dieser Welt zu stellen. Percy siedelt seine Erzählungen im ländlichen Oregon an, seine Helden kämpfen, jeder für sich. Ihre Gegner sind höchst unterschiedlich: ein verrückter Bär, ein Haus mit einem Keller, der sich in eine Höhle öffnet, ein Unfall, der den geliebten Menschen das Leben kostet, eine Fehlgeburt, die ein Paar sprachlos zurück lässt und einander entfremdet. Eines haben all ihre Kämpfe gemeinsam: Immer sind es die Narben, die ihre Geschichten erzählen, selbst wenn sie unsichtbar sind. (Quelle Amazon) Von Benjamin Percy kannte ich bisher nur "Roter Mond" und das Buch hatte mir richtig gut gefallen. Auch hier bei seinen Kurzgeschichten, konnte mich hauptsächlich sein Schreibstil überzeugen. Der ist einfach unglaublich bildhaft und ausdrucksstark. Die Geschichten spielen alle im ländlichen Oregon und die Charaktere sind typische amerikanische Landbewohner. Vieles dreht sich um die Jagd und da hatte ich so meine Probleme mit. ich kann nicht nachvollziehen, wie jemand aus Spaß ein Tier erschießen kann und das sein Hobby nennt. Wenn Menschen in der Wildnis leben und Tiere erschießen um sie zu essen und die Felle zu verwerten, dann ist das in Ordnung. Schließlich werden auch Schweine und Kühe zum Verzehr getötet. Aber ein Tier nur aus Lust am Töten zu erschießen, ist nochmal was ganz anderes. Die verschiedenen Storys sind alle sehr düster und traurig. Sie handeln von Menschen, deren Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist und die nicht wieder zurück finden. Vieles konnte ich nicht nachvollziehen. Z.B. ein Mann, der unbedingt aus seinem 6 Jahre alten Enkel einen Mann machen will. Das ist ein kleiner Junge. Das hat mich sehr wütend gemacht. Alle Geschichten haben eins gemeinsam: Sie haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich hätte mir weniger tote Tiere gewünscht, aber das ist nur mein persönliche Empfindung. Da jede einzelne Story ziemlich unter die Haut geht,vergebe ich 4 von 5 Punkten. Ob man das Buch lesen mag oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Vielleicht ist es gerade für diese dunkle Jahreszeit ein wenig zu düster. Andererseits passt das natürlich perfekt zueinander. Ich bin froh es gelesen zu haben, auch wenn es ein Gefühl der Trauer zurück lässt. © Beate Senft

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Das Buch wollte ich unbedingt lesen, weil ich nur gutes gehört habe. Eigentlich bin ich kein großer Fan von Erzählungen, umso gespannter war ich auf die Erzählungen von Benjamin Percy. Kurz zum Inhalt: (Achtung, es können evtl Spoiler vorhanden sein). In den verschiedenen Erzählungen in " Jemand wird dafür bezahlen" geht es um junge Männer, die viel hinter sich haben und die trotz allem beweisen, dass sie eine innere Stärke besitzen. Sie haben alle verschiedene Gegner: einen Krieg, der ihnen den Vater nimmt, einen Unfall, der dazu führt, dass geliebte Menschen ihr Leben verlieren... Meine Meinung: Ein für mich wirklich tolles Buch. Sprachlich ganz große klasse. Wenn man sich auf Percy einlässt, dann kann man das Buch nicht mehr zur Seite legen. „smile“-Emoticon Auch ich muss sagen, dass Kurzgeschichten/Erzählungen nicht so schlecht sind, wenn sie gut gemacht sind und es ist für mich jetzt eine Überlegung wert, mich nochmal an Erzählungen zu wagen. Spannend war das Buch für mich auf jeden Fall, denn jede Erzählung war anders, man wusste nicht, was einen erwartet. Für mich wirklich was anderes, aber wirklich gut. Ich vergebe 4,5 Sterne für dieses Buch und runde auf 5 Sterne auf. Hier die Seite des Verlags: http://www.randomhouse.de/…/Jema…/Benjamin-Percy/e470465.rhd

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„Jemand wird dafür bezahlen müssen“ ist eine Sammlung von zehn Short Stories des amerikanischen Autors Benjamin Percy, die im Original bereits vor einigen Jahren veröffentlicht und teilweise auch mit Literaturpreisen ausgezeichnet wurden. Interessanterweise finden sich einige der Motive in dem 2013 in deutscher Übersetzung erschienenen Roman „Wölfe der Nacht“ (im Original „The Wilding“, 2010 erschienen) wieder. Väter werden von der Regierung in den Irak geschickt und kommen nicht wieder, Großväter wollen aus ihren furchtsamen Enkeln richtige Männer machen, Ehepaare entfremden sich durch den Verlust des ungeborenen Kindes. Handlungsort ist das ländliche Oregon, die Kleinstädte am Fuße der Cascades. Es ist ein Mikrokosmos, ein geschlossenes System, in dem alles Fremde misstrauisch beäugt wird, vor allem dann, wenn es aus Kalifornien kommt. Die zerzauste Schönheit der Landschaft, wie sie von Percy beschrieben wird, steht im krassen Gegensatz zu dem Leben der Bewohner. Es ist eine männliche Welt, geprägt von direkter und indirekter Gewalt, in der Jagen, Fischen und Alkohol die liebsten Freizeitbeschäftigungen sind. Emotionen sind dort fehl am Platz, und wenn sie doch auftauchen, dann ist es in der Regel das Gefühl von Einsamkeit oder unbändiger Zorn, der sich Bahn bricht. Gewalt, offen ausgetragen oder unterschwellig vorhanden ist immer ein Thema, genauso wie das wiederkehrende Motiv „Blut“. Ob das nun der erlegte Hirsch, eine Schusswunde oder eine Fehlgeburt ist, es sind die archaischen Muster, die der Autor damit transportiert – Leben und Sterben, und nur darum geht es. Er schafft es, mit wenigen Sätzen eine Geschichte zu erzählen, für die manch anderer Autor ein Romanformat benötigt. Er weiß genau, welche Worte er wählen und wann er sie wo im Satz einsetzen muss, damit sich seine Erzählung genau in die vorgesehene Richtung entwickelt. Benjamin Percy ist ein beeindruckender Autor, den man getrost in einem Atemzug mit Daniel Woodrell nennen darf – nachdrücklich zur Lektüre empfohlen!

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