Leserstimmen zu
Jenseits von Afrika

Tania Blixen

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Einmal Afrika, immer Afrika! Wer den Zauber dieses Kontinents schon einmal gespürt hat, der wird mir ganz sicher zustimmen. Das Buch entführt den Leser in ein Land und in ein Leben voller Gegensätze. Man möchte am liebsten (wieder) sofort seinen Koffer packen und ein Ticket nach Afrika kaufen. Bildlich und gewaltig entführt das Buch den Leser nach Afrika. Man erlebt zusammen mit der Autorin ein Abenteuer nach dem anderen, übersteht Angst und Befürchtungen, wagt etwas Neues. Wirklich sehr sehr spannend und einfühlsam geschrieben.

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Hier habe mit diesem Buch gekämpft. Nicht unbedingt, weil das Buch schlecht ist, sondern weil in dem Buch einfach nichts passiert und es mich immer wieder gelangweilt hat. In den 1930ern war es bestimmt aufregend episodenhaft über das Leben in Afrika zu lesen, heute erwarte ich da etwas mehr. Außerdem kann ich nicht gut damit, wenn mir hier immer wieder über “den Eingeborenen“ an sich erzählt wird. Ich bin mir sicher, die Neuübersetzung hat da schon gut dran geschliffen, aber trotzdem meh. Vielleicht lese ich es noch mal an einem heißen gemütlichen Sommerabend.

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März 17, 2018 Rezension: Jenseits von Afrika von Tania Blixen "Was in der wachen Welt einem Traum am nächsten kommt, das ist die Nacht in einer großen Stadt, wo niemand uns kennt, oder es sind die Nächte in Afrika."* s.148 Klappentext: Die Eingeborenen Ostafrikas, majestätische Berge und unendliche Savannen zogen Tania Blixen augenblicklich in ihren Bann, als sie 1914 nach Nairobi reiste, um dort zu heiraten und eine Kaffeeplantage zu betreiben. In farbigen Bildern beschreibt sie die märchenhaft-mystische Atmosphäre der Natur, erzählt von der Jagd, den Bräuchen der Einheimischen und von so mancher bewegenden Begegnung: mit Kamante, einem kranken Kikuyu-Jungen, den sie zum Koch ausbildet, mit Häuptling Kinanjui, mit Berkeley Cole, der ihr Freund, und Denys Finch Hatton, der ihr Geliebter wird. 1937 erschienen, fanden Blixens berührende Erinnerungen weltweit Millionen begeisterte Leserinnen und Leser. Auch die preisgekrönte Hollywood-Verfilmung durch Sidney Pollack - mit Meryl Streep und Robert Redford in den Hauptrollen - beförderte dieses Buch in den Rang des unvergesslichen Klassikers.** Der Name Tania Blixen ist meist das deutsche Pseudonym der dänischen Schriftstellerin Karen Blixen, die in diesem Buch ihre Erinnerungen an ihre Zeit auf ihrer afrikanischen Kaffeeplantage niedergeschrieben hat. Sie beschreibt ausführlich und malerisch die Wunder und Mystiken der afrikanischen Natur: des Dschungels, der Berge und der Savanne. Vordergründig spielt die Beziehung zwischen den "Weißen" und den "Schwarzen" eine große Rolle und dementsprechend auch die Machtverhältnisse, die zwischen ihnen herrschen. Hierbei werden dem Leser auch die negativen Aspekte des afrikanischen Lebens näher gebracht. Meine Meinung: Auch hier muss ich wieder einmal die hübsche Manesse-Ausgabe loben! Durch die handliche Größe passt das Buch wunderbar auch in meine kleine Handtasche und ist unterwegs immer mit dabei. Die Fußnoten und Anmerkungen sind wie immer interessant und sehr hilfreich bei der Lektüre gewesen. Ich wusste von der Hollywood-Verfilmung des Klassikers, hatte diese jedoch noch nicht gesehen und bin ohne wirkliche Vorstellungen an das Buch herangegangen. Rein thematisch ist es für mich ein sehr interessantes Buch. Ich bin selbst noch nie in Afrika gewesen, bin aber fasziniert von der Natur und den unterschiedlichen Kulturen dort. Um 1914 waren die Bedingungen dort sicherlich ganz anders, als heute - vor allem durch den Kolonialismus - was mein Interesse aber umso mehr geweckt hat. Die Erinnerungen der Autorin sind nicht chronologisch geordnet, was mich aber in diesem Fall überhaupt nicht gestört oder irritiert hat. Sie schildert eher einzelne Besonderheiten. Besonders gelungen finde ich die magischen Beschreibungen der Natur, der Sitten und der Menschen dort, die sich durch die schlimmsten Dürre-Perioden und Katastrophen kämpfen. Man bekommt das Gefühl, dass man sich auch in den Erinnerungen der Erzählerin dort im Ngong-Gebirge aufhält und den Wind spürt. Das Buch ist geprägt von Blixens großer Liebe zu Afrika und ihrem Leben dort. Voller Sehnsucht schaut sie zurück. Es ist ein Festhalten von lieben Erinnerungen. Natürlich zeichnet die Autorin in ihrem Werk ein idealisiertes Bild von Afrika. Man hat oft das Gefühl, dass sie auf ihrer abgelegenen Farm in einem Kokon lebt. Von Ausbeutung, Rassismus erfährt man nichts. Für sie sind die Eingeborenen die dummen Schwarzen, die aber ein Herz aus Gold haben. Man muss sie hier auch als Kind ihrer Zeit betrachten. Denn damals waren Weiße absolut davon überzeugt, dass sie durch ihre Hautfarbe immer in der Rangordnung ganz oben stehen. Ich glaube aber, dass sie noch zu den netteren "Bwanas" gehört hat. Ich hoffe es jedenfalls. Und natürlich erzählt sie auch von Großwildjagden. Die Raubtiere sind für die Bewohner Afrikas eine große Bedrohung und dem Text nach entnimmt man auch häufig, dass es keine andere Möglichkeit gab, die Tiere zu erschießen, wenn sie andere Tiere der Farm gerissen oder die Menschen bedroht haben. Es gab jedoch auch Momente und Beschreibungen, in denen ich ihr nicht im geringsten zustimmen konnte. Für sie waren die gejagten Tiere immer eine Trophäe. Fazit: Tania Blixen schreibt in diesem Buch ihre Erinnerungen an Afrika, an ihre Farm und an die Menschen dort nieder. Sie überzeugt vor allem durch Bildkraft, durch die magischen Beschreibungen der Natur. Das unausgeglichene Verhältnis zwischen den 'Weißen' und den 'Schwarzen' wird durchaus deutlich und wird auch kritisch aufgegriffen und teilweise reflektiert, trotz allem muss man sie als Kind der Zeit betrachten. Die Beziehung zu Denys Finch Hatton ist im Buch nur eine Randbemerkung, lange Zeit nicht von einer Freundschaft wie den anderen zu unterscheiden. Der schillernde Ehemann Baron Bror Fredrick von Blixen-Finecke kommt nahezu gar nicht vor. Und doch ist es ein großer Liebesroman, voller Vergeblichkeit, voller Sehnsucht und Schwärmerei. Ein Roman über die große Liebe zu Afrika. Man merkt dies in jedem Satz ihrer überaus atmosphärischen und poetischen Erinnerungen, die zudem in ihrem geistreichen Ton sehr schön zu lesen sind.

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„Ich weiß ein Lied von Afrika, dachte ich, von den Giraffen und vom afrikanischen Neumond, der auf dem Rücken liegt, von den Pflügen auf dem Acker und von den verschwitzten Gesichtern der Kaffeepflücker. Weiß Afrika auch ein Lied von mir? Zittert die Luft über der Steppe jemals in einer Farbe, die ich an mir hatte, spielen die Kinder ein Spiel, in dem mein Name vorkommt, wirft der Vollmond einen Schatten auf die kiesbestreute Einfahrt des Hauses, der dem meinen gleicht? Halten die Adler von Ngong nach mir Ausschau?“ Dieses Zitat aus Tania Blixens Erinnerungsroman ist fast genauso berühmt wie der wunderbare Anfangssatz „Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuß der Ngong-Berge.“ Beide spielen mit ihrem elegischen, sehnsuchtsvollen Ton eine große Rolle auch in der mit sieben Oscars ausgezeichneten Verfilmung von 1985 mit Meryl Streep, Robert Redford und Klaus Maria Brandauer, die allerdings nur teilweise auf dem 1936 veröffentlichten Buch beruht und sich auch einige Freiheiten in der Umsetzung erlaubte. Der Film ist reines Hollywood mit großartigen Landschaftaufnahmen, grandioser Musik, schönen Menschen und Fokus auf das, was das breite Publikum sehen möchte: große Gefühle. Die Zweckehe mit Baron von Blixen, das Scheitern der Farm und die Liebesbeziehung zu Denys Finch Hatton – das sind die zentralen Motive, um die der Film kreist. Afrika und die Afrikaner sind mehr oder weniger nur malerische Kulisse. Ganz anders im Roman, der im schwedischen Original ganz schlicht „Den afrikanske Farm“ betitelt ist. Die Beziehung zu Denys ist hier nur eine Randbemerkung, lange Zeit nicht von einer Freundschaft wie den anderen (und vielleicht nur durch das Vorwissen aus dem Film) zu unterscheiden. Der schillernde Ehemann Baron Bror Fredrick von Blixen-Finecke kommt nahezu gar nicht vor. Und doch ist es ein großer Liebesroman, voller Vergeblichkeit, voller Sehnsucht und Schwärmerei. Ein Roman über die große Liebe zu Afrika. „Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuß der Ngong-Berge.“ Diese Liebe fing, wie so manche große Liebe, ganz unverhofft und eher zufällig an. Karen Christence Dinesen wurde am 17. April 1885 in Rungstedlund bei Kopenhagen in eine streng religiöse, sehr wohlhabende Unitarierfamilie geboren. Als Karen zehn Jahre alt war, nahm sich der geliebte Vater Wilhelm das Leben – sicher ein einschneidendes Erlebnis für das Kind. Nach der Schulzeit begann Karen ein Studium der Malerei und verfasste erste Kurzgeschichten. Über das Glück in ihrem Leben kann man nur spekulieren, aber zumindest muss sie sich durch ihre Familie sehr eingeschränkt gefühlt haben. Eine unglückliche Liebe zu Hans von Blixen-Finecke führte dann dazu, dass sie mit dessen Zwillingsbruder Bror, mit dem sie eng befreundet war, eine Heirat einging, mit dem Ziel, Dänemark zu verlassen und weit weg eine neue Existenz aufzubauen. Eine etwas seltsam anmutende Entscheidung, aber Karen wollte fort und der Titel einer Baronin lockte sie. Den auf großem Fuß lebenden Bror wiederum reizte das Geld, das Karen mit in die Ehe brachte. 1913 siedelten die beiden nach Kenia aus, wo sie eine Milchfarm führen wollten. Bror erwarb die Mbagathi-Farm am Fuße der Ngong-Berge südlich von Nairobi, beschloss aber, dort eine Kaffeeplantage zu gründen - auf über 2000 m Höhe ein schwieriges Unterfangen. Außerdem lockten den passionierten Großwildjäger eher Safaris - und andere Frauen. 1915 mussten sich Karen und er einer Syphilis-Behandlung unterziehen. Karen litt unter deren Folgen ein Leben lang. Dies und die ständige Abwesenheit des Mannes führten 1921 zur Trennung in aller Freundschaft, 1925 folge die Scheidung. Die Beziehung zu Denys Finch Hatton, Karens großer Liebe, blieb auch unerfüllt, da dieser sich nicht binden mochte. Sie zerbrach 1929, also lange bevor Denys 1931 tödlich mit dem Flugzeug verunglückte. Eine der Freiheiten, die sich der Film erlaubte. Auch die zwei Fehlgeburten von Karen 1923 und 1926 bleiben unerwähnt. Ebenso recht frei behandelt der Film das Scheitern der Farm, die Karen die meiste Zeit völlig allein leitete. Das große Feuer, das dort das Ende bedeutete, ereignete sich bereits 1923. Jahrelange Misswirtschaft, Heuschreckenplagen und vor allem die ungünstige Lage führten vielmehr schleichend dazu, dass die Farm 1931 endgültig verkauft werden musste. Der mühsame Kampf um wirtschaftlichen Erfolg und die Annäherung an die Menschen des auf ihrem Land lebenden Stammes der Kikuyu nimmt einen bedeutenden Teil des Erzählten ein. Neben einem teils kritischen Blick auf die britische Kolonialgesellschaft und dem liebevollen auf Freunde und Eingeborene. Karen Blixen kehrte 1931 endgültig nach Dänemark zurück. Afrika sah sie nie wieder. Es blieb aber ihr lebenslanger Sehnsuchtsort, den sie in ihren Erzählungen und vor allem in ihrem 1937 zum ersten Mal erschienenen Erinnerungsbuch fast ein wenig mythisch überhöhte. „Alles in dieser Natur strebte nach Größe, Freiheit und hohem Adel.“ Interessanterweise erschien das Buch in zwei Fassungen, einer englischen und einer dänischen, die sich deutlich unterschieden. Die bis zur Neuübersetzung in Deutschland unter dem etwas merkwürdigen Titel „Afrika, dunkel lockende Welt“ übertragene englische Version, „Out of Africa“ war deutlich kürzer, es fehlten einige kritische Töne - vor allem gegenüber der britischen Kolonialmacht - und ist wohl auch stilistisch anders. Die neue Übertragung von Gisela Perlet beruht auf dem dänischen „Den afrikanske Farm“. Ein Vergleich beider Versionen wäre sicher interessant. Das Buch ist geprägt von Blixens großer Liebe zu Afrika und ihrem Leben dort. Voller Sehnsucht schaut sie zurück. Es ist ein Festhalten von lieben Erinnerungen und einer, das spürt Blixen sehr genau, untergehenden Welt. Dagegen spielen politische und zeithistorische Ereignisse, wie zum Beispiel auch der Weltkrieg, nur ganz am Rande eine Rolle. Der Ton ist nicht ganz so elegisch wie der des Films, kommt ihm aber nahe. Blixens Beziehung zu Afrika ist letztlich gescheitert, nicht nur, weil sie das Land aus wirtschaftlichen Gründen verlassen musste. Sie hat während ihrer Zeit dort, anders als viele Kolonisten, versucht, den Kontinent zu ihrem zu machen, die Menschen zu verstehen, sie respektiert und eine tiefe Zuneigung zu ihnen entwickelt. Davon erzählt sie in vielen kleinen Episoden, Szenen, poetischen Bildern und Landschaftsbeschreibungen, aus denen das Buch zusammengesetzt ist. Aber Karen Blixen war auch unleugbar ein Kind ihrer Zeit. Ob sie von „ihren“ Kikuyu schreibt und immer wieder Vergleiche mit Kindern oder Tieren anstellt, oder von den stolzen Somali, den freiheitsliebenden Massai oder den geschäftstüchtigen Indern, es ist immer der koloniale Blick, den sie auf alles wirft. Nicht umsonst ist auch in der neuen Übersetzung bewusst das Wort „Neger“ stehen geblieben, der von der Autorin gewiss nicht mit Verachtung, aber eben auch nicht mit einem Gefühl der Gleichrangigkeit benutzt wurde. Es ist ein ganz beachtliches Stück europäische Arroganz, die dort bei aller Zuneigung mitschwingt. Gleichzeitig schreckt Blixen aber auch nicht vor recht modernen Einschätzungen und Kritik zurück. Widersprüche zwischen Einfühlung und Überheblichkeit gibt es zuhauf. „In diese Landschaft brachten wir weißen mit unseren schweren Stiefeln und fast immer in Eile ständig einen schrillen Misston.“ „Wir haben die Neger in Ostafrika vor fünfunddreißig Jahren übernommen – wenn wir diesen Zeitpunkt mit der Geburt Christi gleichsetzen und ihnen für jedes unserer Jahrhunderte drei Jahre zum Aufholen geben, dann wäre es jetzt an der Zeit, ihnen den heiligen Franz von Assisi zu schicken und in einigen Jahren Rabelais. Sie würden alle beide höher schätzen, als wir es gegenwärtig in Europa tun.“ „Europäer, die die Krankenhäuser gebaut und eingerichtet haben, die darin arbeiten oder die kranken Eingeborenen mühsam hierher geschleppt haben, beklagen sich bitter darüber, dass die Neger nichts von Dankbarkeit wüssten, egal, was man für sie tue. In den Augen von Weißen hat diese Mentalität der Eingeborenen etwas Demütigendes und Empörendes. Es ist nämlich faktisch gleichgültig, was man für sie tut, oder anders ausgedrückt, man kann eigentlich nichts für sie tun. Sie bedanken sich nicht, sie tragen nichts nach, und selbst wenn man es will, kann man ein ihnen vielleicht zugefügtes Unrecht nicht wieder gutmachen. Das ist für uns ungewohnt und beunruhigend, das hebt in gewisser Weise unsere Existenz als Menschen auf und zwingt uns in eine Rolle, die wir uns keineswegs selbst ausgesucht hätten – als wären wir Naturphänomene, als wären wir das Wetter.“ Dieses Paradox der dem Land und den Menschen zutiefst zugetanen und um ehrliches Verstehen bemühten und der gleichzeitig von der europäischen Warte aus auf sie herabschauenden Frau ist nur ein Ausdruck des Karen Blixens Leben so bestimmenden Fremdseins, Andersseins. Fremd in der Kolonialgesellschaft, fremd unter den Afrikanern, als Frau unterwegs in einer hauptsächlich von Männern bestimmten Welt, fremd in ihren Männerbeziehungen. Diese Einsamkeit, die daraus entsteht, wird in ihren Erinnerungen sehr deutlich. Auch wenn sie von jeder Anklage oder Schuldzuweisung Abstand nimmt. Ihre innere Heimatlosigkeit, dieses Nichtankommen trotz aller Bemühungen ist vielleicht auch der Grund, sich so sehr nach der Farm in Afrika zurückzusehnen, die ihr trotz aller Widrigkeiten doch 17 Jahre das bedeutete, was einer Heimat am nächsten kommt. Karen Blixen Rassismus, das arrogante Festhalten an ihrem Adelstitel und ihrem Lebensstil oder die ausgesprochene Freude an der Jagd wilder Tiere vorzuwerfen, erscheint mir einigermaßen unangebracht. Sie war gefangen in ihrem europäischen Horizont und dem Kolonialsystem. Sie war aber durchaus bemüht, einen Blick darüber hinaus zu wagen und sie war dem Land und seinen Menschen in tiefer Liebe zugetan. Man merkt dies in jedem Satz ihrer überaus atmosphärischen und poetischen Erinnerungen, die zudem in ihrem geistreichen Ton sehr schön zu lesen sind. Ein wenig stören die vielen Zitate und Bezüge auf Bibel und Werke der Literatur und Geistesgeschichte. Sie dienen vielleicht auch ein wenig der Selbststilisierung der Frau Baronin und stören ein wenig den Lesefluss (und werden im ausführlichen Anhang erläutert.) „Jenseits von Afrika“ ist ein wunderbares, aufschlussreiches Buch, das gerade durch sein Anderssein neben dem Film glänzend besteht. „Nach meiner Abreise aus Afrika berichtete mir Gustav Mohr in einem Brief von einigen Merkwürdigkeiten auf Denys Grab, wie ich sie noch nie gehört hatte. „Die Massai, schrieb er, „haben dem Bezirkskommandanten von Ngong erzählt , dass sie bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang häufig Löwen auf Finch Hattons Grab in den Bergen gesehen hätten. Es handelt sich um einen Löwen und eine Löwin, die stets eine längere Zeit auf dem Grab stehen oder liegen. (…) Es gehört und ziemte sich, dass die Löwen Denys Grab aufsuchten und ein afrikanisches Denkmal für ihn waren.“

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Ich habe vor Jahren den berühmten Film mit Robert Redford gesehen und war ganz verzaubert von Blixens Welt. Auch ihr verdanke ich meine erste außereuropäische Reise, die mich nach Kenia führte. Wo ich dann sogar ihre Farm in der Nähe von Nairobi besuchte, die doch ganz anders als im Film ist. Nun wurde es endlich mal Zeit den Roman zu lesen und was passt dann besser als diese wunderschöne Manesse Ausgabe. Manesse bringt gerade verschiedene Klassiker neu heraus mit modernen Covern. Das von Jenseits von Afrika ist meiner Meinung sehr gelungen. Es besticht durch einen warmen Gelbton und Zebras. Dazu das bekannte handliche Format und das gute Papier, was das Lesen zum Genuss macht. Wenn man den Film kennt, wird man vom Buch überrascht, denn es ist völlig anders. Die im Film so zentrale Liebesgeschichte spielt im Buch nur eine untergeordnete Rolle. Viel mehr geht das Buch auf das Leben einer Frau in dieser für sie exotischen Welt ein! Man darf erleben, wie sehr sie aus sich heraus wächst. Sie stellt sich gegen eingesessene Konventionen und versucht in dem Land, was sie immer mehr liebt, stark zu bleiben. Durch ihre gelungenen bildhaften Beschreibungen merkt man in jedem Satz ihre Liebe zu Kenia. Sie beschreibt die Afrikaner ohne die übliche Koloniale Überheblichkeit, auch wenn ihr Blick zum Teil sehr verklärt ist. Ihre Arbeiter sind nicht nur Staffage wie in vielen Romanen dieser Zeit, sondern eigene Charaktere mit Tiefe. Blixen zu lesen ist ein Genuss, ihre Beschreibungen sind lang und intensiv, aber nie langweilig. Ich fühlte mich direkt nach Kenia versetzt, konnte mir ihre geliebten Ngong Berge sehr gut vorstellen. Ihre Sprache ist fast poetisch. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, genau das richtige um graue Regentage wieder hell zu machen.

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Als Tania Blixen 1914 nach Afrika reist, verliebt sie sich in das Land und seine endlosen Weiten. Mit ihrem Ehemann bewirtschaftet sie eine Farm mit Kaffeeplantage, doch so richtig glücklich werden die beiden nicht zusammen. Stattdessen wird die Ehe von vielen Problemen überschattet und Tania muss auf harte Weise lernen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen... . Diesen Klassiker wollte ich schon immer einmal lesen und wurde davon auch nicht enttäuscht. Die Autorin Tania Blixen versteht es, den Leser sofort durch ausschweifende Landschaftsbeschreibungen mit nach Kenia auf ihre Farm zunehmen und dort mit den Begebenheiten vertraut zu machen. Auch wenn die meiste Zeit über gar nicht so viel passiert, fühlt man sich doch gut unterhalten. Was ich ein wenig ungewöhnlich finde, ist das Spiel der Autorin mit den verschiedenen Genres. Man weiß nie genau, wann oder ob sie überhaupt von ihren eigenen Erlebnissen in Kenia berichtet oder ob ein großer Teil der Erzählung komplett fiktiv ist. Tanja Blixen schreibt stets so, dass man sich alles gut vorstellen kann. Manchmal sind ihre Beschreibungen etwas zu lang und zu genau für meinen Geschmack, aber dennoch ist das Buch an keiner Stelle langweilig. Es ist einfach interessant zu erfahren, wie das Leben auf einer Farm in Afrika seinen Gang geht und wie sich Frau Blixen dort als Frau immer mehr selbst verwirklicht und auch ohne ihren Ehemann zurecht kommt. Da es sich bei diesem Buch um eine besondere Ausgabe aus dem Manesse-Verlag handelt, möchte ich auch ein paar Worte dazu sagen. Als das Exemplar bei mir ankam, war ich erst über das kleine Format überrascht und hatte dann die Sorge, dass eventuell die Schrift zu klein sein könnte. Das ist hier absolut nicht der Fall, denn das Buch ist absolut lesefreundlich gestaltet und auch sonst sehr hochwertig. Mir hat auch gefallen, dass bestimmte erläuterungsbedürftige Dinge im Anschluss in Form von Endnoten erklärt werden und es auch ein Nachwort gibt, indem man etwas zur Entstehungsgeschichte, zur Autorin und vor allem auch zu der Gattungsfrage erfährt. Wer sich für das Leben in Afrika interessiert, der sollte an diesem Klassiker nicht vorbei gehen. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.

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Wer sich von den cineastischen Bildern befreit, der wird einen biographischen Roman vorfinden, der einen mit ganz anderen Bildern und Themen gefangen nimmt. Das gedruckte Original ist eine Liebeserklärung ganz anderer Art. Tania Blixen schrieb dieses Buch – das sich formal keinem Genre eindeutig zuordnen lässt – als sie nach fast zwei Jahrzehnten wieder jenseits von Afrika in ihrer dänischen Heimat lebte. Fern von Kenia und seinen Bergen schwelgte Blixen in der Vergangenheit, verfasste ein Sehnsuchts- und Wehmutsbuch und hielt die Erinnerungen an ein Leben, das so ganz anders gewesen sein musste als jenes in Dänemark, zwischen den Seiten fest. Es ist ein beinahe lyrisch-hymnischer Rückblick auf eine Welt, aus der die Autorin hinausgefallen ist und die – das ahnt sie schon beim Schreiben – so bereits auch am Untergehen, im Wandel ist. Out of Africa.

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