Leserstimmen zu
Porträt einer Ehe

Robin Black

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Inhalt: Gus, eine begabte Malerin und Owen, der Schriftsteller, beide Ende des 40. Lebensjahrzehnt führen eine ruhige und harmonische Ehe . Sie sind von der Stadt auf das Land in eine altes entlegenes Farmhaus gezogen, haben Freunde und Bekannte hinter sich gelassen , um ihrer künstlerischen Schaffenskraft neuen, ruhigen Entfaltungsraum zu geben. Sie verstehen sich auch ohne grosse Worte, oft nur durch Blickkontakt und kurze zärtliche Körperberührungen. Owen nutzt zum Schreiben ihre etwas dunkle, alte Scheune und Gus ein helles, schönes Atelier im Wohnhaus. Gus ist eine in sich gekehrte , etwas schüchterne Persönlichkeit, stammt aus einem strengen jüdischem Elternhaus. Sie hat die Mutter im Alter von zwei Jahren verloren, ihre über alles geliebte herzliche Schwester Charlotte starb vor sechs Jahren. Zum an Demenz erkrankten Vater und zur anderen Schwester hat sie wenig Kontakt. Die schüchterne Gus hatte eine aufregende Affäre vor Jahren mit Bill , die sie ihrem geliebten Owen gebeichtet hatte. Plötzlich zieht die Malerin Alison in ein leerstehendes Farmhaus - in Sichtweite vom Grundstück der beiden Künstler. Owen und vor allem Gus beginnen eine etwas erzwungene Freundschaft mit der geheimnisvollen Alison und deren Tochter Nora,,,, Meine Meinung: Eine Freundschaft, die sich als immerwährende, unterschwellige Bedrohung der Zweisamkeit von Gus und Owen darstellt. So vermittelt die Autorin diese beginnende Beziehung mit den Worten „In den letzten Tagen vor seinem Tod besuchte mein Mann Alison jeden Tag.“ (Seite 9) . Eigentlich passiert in dieser Geschichte über eine ganz normale Ehe nicht viel. Die Ich-Erzählerin Gus schaut zurück auf ihre Ehe, die aus biologischen Gründen kinderlos geblieben ist. Sie reflektiert immer wieder ihre leidenschaftliche Affäre mit Bill, auch spricht sie mit der neuen Freundin Alison darüber, da Owen dieses Thema strikt meidet und ablehnt. Robin Black beschreibt mit ganz viel Dichte und Einfühlungsvermögen die Gefühle und Stimmungen dieses künstlerischen Paares. Auch die Schreibblockade von Owen und die Hemmungen beim künstlerischem Malen von Gus kommen nicht zu kurz. Laine, eine der anderen drei Protagonisten, die Tochter von Bill , spielt eine starke Rolle als Kinderersatz und später auch als Malkollegin für Gus. Gus hat Laine lange Malunterricht gegeben - und auch Lebenshilfe. Dann kommt Nora, die 22 jährige Tochter von Alison, ins Spiel - und alles verändert sich zwischen Owen und Gus. Nora bewundert Owen sehr und hat selber eigene literarische Ambitionen. Die Persönlichkeit von Gus hat Robin Black sehr zartfühlend und sensibel beschrieben, gerade auch als sie sich um ihren an Demenz erkrankten Vater kümmern muss. Gus ist sich ihrer harmonischen und feinen Beziehung zu Owen so sicher, dass sie erst spät bemerkt, das sich Owen langsam und vorsichtig zurückzieht und sich ihr entfremdet,,,,, Ein schönes Buch, eine tolle Prosa, die uns Robin Black mit diesem Werk geschenkt hat. Sie hat es geschafft die Stimmungen und Gefühle dieser starken Partnerschaft einzufangen, auch die langsam aufkommenden Zweifel und und das sich ändernde Vertrauen in dieser Partnerschaft zueinander. Zwei bezeichnende Sätze für dieses poetische Schreiben möchte ich noch aufführen. Zitat Seite 139: „Ich brauchte nur zu zeichnen. Oder zu malen. Beziehungsweise es nicht einmal tatsächlich zu tun, sondern es mir nur vorzustellen; darüber nachzudenken, was mein nächstes Bild werden würde, mich umzusehen und nicht mehr Mütter und Kinder wahrzunehmen, sondern nur noch Gegenstände, Personen, Oberflächen, Licht.“ Ganz bezeichnend für dieses Buch und diese Ehe ist auch der folgende Satz auf Seite 54 :“ In einer Ehe laufen oft zwei Gespräche nebeneinander ab. Das, das man gerade führt, und das, das man gerade nicht führt. Manchmal weiss man nicht einmal, wann dieses zweite, stillschweigende , begonnen hat.“ Fünf Sterne sind dieser berührenden Lektüre gewiss und ich bedanke mich herzlich beim Luchterhand Verlang, RandomHouse und der Autorin für das schöne gebundene Leseexemplar.

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Intensiv- nimmt den ganzen Raum ein- fesselt-das Lesen war wie eine Art Sog. Es war ein intensives Lesen. Ich hatte immer das Gefühl, ich sitze neben ihr und sie erzählt nur für mich. Die Liebe, die Verluste. Das war intensiv, brennend, den ganzen Raum einnehmend, ohne Kitsch wird die Beziehung beschrieben und dennoch sind da diese Sätze, die mich als Leser verzaubern mit der wunderschönen Sprache. Eine Malerin und ein Schriftsteller. Eigentlich ist der Anfang auch das Ende und der Kreis schließt sich in der Geschichte. Sie sind gerade aufs Land gezogen. In ein Haus mit Schuppen, in dem er schreibt. Die Ich- Erzählerin erzählt anfangs vom Hier und Jetzt, aber die Erzählung gleitet dann immer wieder in die Vergangenheit zurück. Diese Übergange sind fließend und irgendwann im Laufe des Buches habe ich es einfach nicht mehr bemerkt, weil ich so mitten drin war in der Erzählung. Das Lesen war wie eine Art Sog. Ich habe nur kurz reingelesen am Anfang. Ich war ein wenig skeptisch, wegen des Titels. Was wird mich hier erwarten für eine Geschichte? Doch sie hat mich gefangen genommen, diese Geschichte um den Autor, die Malerin und die neue Nachbarin. Seit sie auftauchte spürte ich immer wieder beim Lesen die unterschwellige Anspannung. Es gibt Romane für mich, die haben eine Stimme. So wie dieses Buch. Eine lebendige Erzählstimme. Es ist eine Geschichte einer Beziehung zweier Menschen. Es gab nicht viel Rahmenhandlung, sondern im Mittelpunkt stehen die beiden und die Nachbarin. Sie taucht eines Tages auf. Kleine Szenen, kleinste Details auf die es sich zu achten lohnt. Kurze Sätze, die eine Zukunft anklingen lassen. Welche Bedeutung hat diese Person, die die Zweisamkeit der beiden unterbricht? In diesem Buch geht es auch um Verluste. Die Mutter, die Schwester, der schleichende Verlust des Vaters. Eine Ehe, die auf einem beinah Verlust begründet wurde. Jede Seite des Buches offenbart neue Seiten der Figuren. Es war eher eine ruhige Geschichte. Aber gerade die letzten 100 Seiten habe ich doch immer mehr Anspannung beim Lesen gespürt. Es gibt Romane für mich, die haben eine Stimme. So wie dieses Buch Intensiv- nimmt den ganzen Raum ein- fesselt-das Lesen war wie eine Art Sog.

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Owen und Augusta "Gus", beide Künstler, leben ein ruhiges Leben auf dem Land. Versteckt hinter einer Maske der Harmonie und des Friedens, versuchen sie, ihre Ehe zu retten. Seit Augustas Seitensprung mit dem Vater einer ihrer Malschülerinnen, ist das Verhältnis zwischen ihr und Owen kompliziert geworden. Sie versuchen, diesen Umstand hinter Alltagsroutine und kleinen Ritualen zu verstecken und zunächst gelingt ihnen das auch ganz gut. Doch dann zieht Alison in der Nachbarschaft ein, ebenfalls Künstlrin und frisch geschieden. Man trifft sich zum Essen und zum Reden, doch wie lange kann das gut gehen, wenn das Vertrauensverhältnis ohnehin schon stark beschädigt ist? "Owen war Owen. Owen war ich selbst. Ich war Owen. [...] Wenn Owen ins Zimmer kam, hätte ich ihn vielleicht oft - sozusagen - am liebten umgebracht, dochgleichzeitig hätte ich die meiste Zeit meines Lebens nicht wirklich sagen können, wo ich aufhörte und er begann." (Seite 11) Ich muss gestehen, am Anfang hatte ich arge Schwierigkeiten, in den Roman hineinzufinden. Dieser ruhige Schreibstil, die Ereignislosigkeit und der starke Fokus auf den Emotionen. Die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird. Dass das Ende vorweg genommen wird. Ich musste mich durchbeißen, bis es plötzlich klick gemacht hat und der Lesefluss wie von selbst eingesetzt hat. Plötzlich wollte ich mehr über die Ehe von Gus und Owen erfahren, war gespannt auf jeden neuen Besuch von Alison und später auch deren Tochter Nora, achtete auf jedes Detail in der Gestik und Mimik, in den Dialogen. Ab wann ließ sich absehen, was am Ende passiert? Porträt einer Ehe vermischt zwei Hauptthemen miteinander. Zunächst porträtiert es eine instabile Ehe, wie sie in jedem Haushalt zu finden sein kann. Einer von beiden Partnern ist fremgegangen und bereut, der andere versucht, zu verzeihen, doch keiner kann wirklich vergessen und etwas scheint unwiderruflich zerbrochen zu sein. Und dennoch. Man bemüht sich weiter, allen Widrigkeiten zum Trotz. Doch wie das Leben so spielt, kann immer wieder Unvorhergesehenes dazwischenkommen und alle guten Vorsätze zunichte machen. Und dann ist da noch das zweite große Thema: die Kunst. Nicht ohne Grund sind alle drei Hauptfiguren Künstler. Porträt einer Ehe zeigt, wie sehr sich äußere Einflüsse, Emotionen und veränderte Lebensumstände auf die Kreativität eines Künstlers auswirken, auf sein Schaffen und seinen Zugang zu seiner eigenen Kreativität. Etwas abrupt und überraschend kam dann nur noch das Ende - obwohl man das eigentlich schon von Beginn an kannte. Robin Black hat es irgendwie geschafft, dass man das Vorwissen, mit dem man in die Geschichte einsteigt, bis zum Ende wieder verdrängt hat und die letzten Seiten so trotz allem überraschend sind.

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Es geht um einen Schriftsteller und eine Malerin, die in ein Bauernhaus in der Nähe von Philadelphia ziehen, um ein abgeschiedenes Leben zu führen und sich ganz der Kunst zu widmen. Das klingt erst einmal so, als ob sich das Paar einen langgehegten Traum erfüllt hätte. Eheliches Glück und Erfüllung wird man bei Augusta, genannt Gus, und Owen jedoch vergeblich suchen. Zu groß ist die Anzahl der Tabuthemen, die sich im Laufe ihrer Beziehung angestaut haben, darunter Gus’ Untreue, die verziehen, jedoch nicht vergessen ist, und Owens länger andauernde kreative Blockade. Als im leerstehenden Nachbarhaus die geschiedene Britin Alison einzieht, die ebenfalls malt, sucht Gus immer häufiger ihre Gesellschaft, um sich mit ihr auszutauschen und anzufreunden. Erst genießt Gus diese Freundschaft frei von Vergangenheit, doch sehr bald merkt sie, dass auch hier kein wahrer Neuanfang möglich ist. Je mehr Gefühle und Geheimnisse sie sich gegenseitig anvertrauen, desto mehr schwindet die anfängliche Unbeschwertheit in ihren Gesprächen und Unternehmungen. Es ist nicht so, dass der Neuankömmling ein Gleichgewicht zerstört, sondern vielmehr eine bereits existente Schieflage nur noch verschärft. Als dann noch Alisons Tochter Nora auf der Bildfläche erscheint, ist das Fiasko perfekt. Über der ganzen Geschichte lastet eine tiefe Traurigkeit. Es geht um Bedauern, Reue, Misstrauen und Kontrollverlust. Verwunderlich ist es nicht, wenn man bedenkt, was die Figuren durchmachen müssen. Gus’ Vater leidet unter rapide fortschreitender Demenz während Alison immer noch von ihrem gewalttätigen Ex-Mann schikaniert wird. Beide mussten die übelste Verwandlung eines geliebten Menschen mitansehen. Trotz der Tragik habe ich jede Zeile dieses Buches genossen, weil mich die Geschichte im Innersten berührt hat. Die tückischen Strömungen der Ehe werden ebenso mitreißend erzählt wie der tägliche Kampf im kreativen Schaffensprozess. Wunderschön beschrieben ist auch, wie Gus ihre Umwelt mit den Augen einer Malerin wahrnimmt und ihre zurückliegende Affäre wie eine gemalte Landschaft in ihrer Erinnerung abgespeichert hat. Robin Black lotet mit psychologischem Feingefühl kleinste Gefühlsnuancen, Zwischentöne und das Ungesagte aus und bezaubert durch ihren elegant lyrischen Stil.

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Gibt es ein Geheimnis für das Bewahren der Liebe? Augusta und Owen sind von der Großstadt Philadelphia aufs Land gezogen, wo sie ein ruhiges, einsames Leben führen, Gus als Malerin, Owen als Schriftsteller. Doch ihre Verletzungen konnten sie nicht zurücklassen: Die Malerin hatte eine Affäre, die zwar vorüber ist, aber Gus hat ihrem Mann alles gestanden, und nun versuchen beide, ihre Ehe zu retten. Als in das Nachbarhaus eine neue Mieterin einzieht, ändert sich das stille, isolierte, vorsichtige Leben des Paars. Gus freundet sich mit der geschiedenen Britin Alison schnell an, sie ist ebenfalls Malerin, und Schritt für Schritt wird das Beziehungsgeflecht zwischen den drei Nachbarn enger und vertrauter, aber auch komplizierter. Und spätestens als die junge Nora, Alisons Tochter, eintrifft, droht die Situation zu eskalieren … (Quelle Amazon) Ich habe keine Ahnung, warum ich unbedingt dieses Buch lesen wollte. Irgendwie zog es mich magisch an und rief mir zu, dass es genau das Richtige für mich ist. Und es hatte recht. "Owen hatte sehr wenige Züge, die mich an meinen Vater erinnerten - schon alleine die Idee einer Ähnlichkeit hätte mich zu gewissen Zeiten entsetzt -, tatsächlich aber nahmen beide in meinem Leben eine Zensorenrolle ein und machten aus meiner Sprache eine Art Formgehölz, das gezogen, gestutzt und zurechtgeschnitten werden musste, um zu gefallen." (Seite 43) Ich schlug das Buch ohne große Erwartungen auf und war sofort von der Sprache und dem Miteinander des Ehepaares gefangen. Künstler sind doch seltsame Menschen und wenn ein Schriftsteller und eine Malerin ihr Leben teilen, kann das nicht einfach sein. Zum Glück sind die Beiden sich selbst genug, darum ist es für sie wie Medizin, als sie nach Gussies Seitensprung und ihrem Geständnis aus der Großstadt weg in ein sehr einsam gelegenes Haus ziehen. Owen schreibt in seiner Scheune, Gus hat ihr Atelier im Haus. So leben die Beiden in ihrem eigenen Rhythmus und mit ihren eigenen Ritualen. Bis in das kleine Häuschen in der Nähe der Scheune jemand einzieht. "Was ist nicht seltsam im Leben, Alison? Im Ernst? An welchem Punkt halten wir eigentlich inne und sagen, nun, das ist wirklich komisch? Das hier nicht. Aber das hier schon." (Seite 113) Die Malerin Alison ist ein klein wenig älter als Gus und mit der Zeit werden die beiden Frauen zu Freundinnen. Owen sehnt sich nach der Einsamkeit zurück und ist nicht so ganz begeistert. Und als dann Alisons Tochter zu Besuch kommt, wird es kompliziert. "Das Leben. Es beginnt und beginnt und beginnt. Unendlich viele Male. Allenthalben Beginn, bis das Ende kommt. Manchmal wissen wir es und manchmal nicht, doch das Leben beginnt jeden Moment neu." (Seite 128) Die Sprache des Buches ist sooo wunderschön, dass ich nicht mehr aufhören wollte zu lesen. Gus erzählt dem Leser ihr Leben aus ihrer Sicht. Manchmal hätte ich mir auch Stellen aus der Sicht von Owen gewünscht. Das wäre sehr interessant geworden, denn Owen ist ein sehr interessanter Charakter, der in meinen Augen ein klein wenig zu kurz kommt. Dass die Geschichte mit dem Ende beginnt, fand ich erst etwas seltsam, aber nach einer Weile, hatte ich es komplett vergessen und als wir bei der Stelle ankamen, war ich zu tiefst geschockt. So sehr hatte mich die Geschichte gepackt. Und auch jetzt, nachdem ich die letzten Zeilen gelesen habe, gibt mich das Buch noch nicht ganz frei und ich bin mir sicher, dass es noch lange dauern wird, bis ich mich ganz von Gus und Owen, von Alison und Nora verabschieden kann. "Manchmal empfinde ich solche visuellen Details wie tiefe, intime Wasserbecken in die ich ganz alleine hineintauche. Dann vergesse ich alles um mich herum, habe nichts anderes mehr im Sinn, als dass es eine Möglichkeit gibt, anderen Menschen zu vermitteln, wie sich die Welt für mich darstellt. Das ist die Präzision die ich anstrebe. Eine Art Hingabe an die Genauigkeit, mein Glaube, dass das äußere Erscheinungsbild einer Sache unmittelbar durch mich hindurch in ein fremdes Augenpaar fließen kann.Und nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern die Schönheit, die darin liegt - auch in Dingen, die nicht eigentlich schön sind." (Seite 140) Am Ende flossen dann auch noch die Tränen bei mir, so emotional und eng war ich mit den Personen verbunden. Das schaffen nur wenige Autoren und darum vergebe ich für "Porträt einer Ehe" 5 von 5 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle, die auch die leiseren Töne zu schätzen wissen und Freude an schöner Sprache empfinden. Ich werde jetzt erst mal stöbern gehen, ob es von der Autorin noch weitere Bücher gibt. © Beate Senft

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Owen und Augusta haben sich dafür entschieden, aufs Land zu ziehen und Philadelphia hinter sich zu lassen. Für Gus als Malerin und Owen als Schriftsteller perfekte Voraussetzungen, da sie für ihre Kunst beide Stille und Abgeschiedenheit bevorzugen. Doch so perfekt wir ihr Leben auf den ersten Blick wirkt, ist es nicht: Gus hatte eine Affäre, die zwar beendet ist, jedoch die Beziehung der Beiden immer wieder belastet. Dennoch halten sie an ihrer Ehe fest und versuchen alles, um sie zu retten. Zunächst sieht es so aus, als würde alles gut werden. Doch dann zieht im Nachberhaus die Britin Alison ein und als deren Tochter Nora auftaucht, droht alles erneut zusammen zu brechen... Dieses Buch ist eher untypisch für meinen Lesegeschmack und doch hat es mich sehr angesprochen, als ich den Klappentext gelesen habe. Die Geschichte beginnt mit dem Ende und man bekommt dann nach und nach erzählt, wie es zu dem tragischen Ereigniss kommt, mit dem der Leser als Einstieg konfrontiert wirde. Das fand ich sehr erfrischend und ich habe bisher kein Buch gelesen, das so aufgebaut war. Der Einstieg hat mich auf jeden Fall neugierig gemacht, was mit den Protagonisten passiert ist, wieso es soweit kommen konnte etc. Durch den tollen Schreibstil der Autorin durchlebt man die Höhen und Tiefen mit Gus und Owen gemeinsam und man fasst sich auch mal an den Kopf und denkt: Nein! Was hast du dir dabei gedacht? Und man kann auch die Gedankengänge mancher Personen sehr gut verstehen. Wobei ich Nora gar nicht mochte, muss ich zugeben. Ihr Charakter... Sagen wir so: Ich mag Menschen nicht, die sich verhalten wie sie. Jedoch ist darin auch etwas Positives zu sehen: Viele der Personen haben so gehandelt, wie es auch im richtigen Leben der Fall ist. Das Ende war dann wirklich ziemlich heftig, wobei ich hier sagen muss, dass mir die Emotionen leider gefehlt haben. Ich hätte mehr fühlen wollen, dass es mir richtig das Herz bricht. Das war leider nicht der Fall, was ich so schade fand. Hier hätte ich mir wirklich mehr gewünscht. Wer ein Buch lesen möchte, das viele Themen beinhaltet und einen auch zum Nachdenken anregt, ist bei 'Portrait einer Ehe' definitv gut aufgehoben. Geboten wird eine Mischung aus Verrat, Untreue, Hass, Misstrauen, Geheimnisse, Vertrauen, Liebe, Treue und Verlangen... Und noch vieles mehr. Das Cover ist einfach ein Traum und auch der Titel passt sehr gut zur Geschichte. Grosses Kompliment an den Verlag! Fazit Da mir leider am Ende die Emotionen gefehlt haben, gibt es einen Stern Abzug - hier hätte ich mir das I-Tüpfelchen gewünscht. Doch die 4 Sterne hat das Buch auf jeden Fall verdient.

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Auf dieses Buch bin ich nur durch einen Zufall aufmerksam geworden. Der Klappentext überzeugte mich auf Anhieb und das Cover wirkte auf mich wunderschön und auch so idyllisch und friedlich. Im Vordergrund der Story stehen Augusta und Owen, um ihrer Ehe noch eine Chance zu geben ziehen die beiden aufs Land, dort Leben sie sehr abgeschieden und in völliger Ruhe. Diese Ruhe wird je gestört als die beiden eine neue Nachbarin bekommen, Augusta freundet sich schnell mit Alison an, doch Owen bleibt eher reserviert ihr gegenüber. Die ganze Situation spitzt sich zu als Alisons Tochter zu besuch kommt. Der Schreibstil der Autorin ist etwas ganz besonderes. Sie schreibt einfühlsam und voller Herzblut. Was sie mit ihren Worten schafft ist einmalig, die ganze Atmosphäre in diesem Buch ist einfach unglaublich. Die Charaktere sind authentisch und realistisch gezeichnet. Sie wirkten auf mich wie aus dem wahren Leben, mit all ihren Ecken und Kanten. Ein Ehepaar welches um ihre Ehe kämpft. Eine Ehe voller Misstrauen, Lügen und Eifersucht. Eine Ehe um die es sich zu kämpfen lohnt? Mit dem auftauchen von Alison verändert sich alles, zu beginn sind sie und Gus noch wahre Freundinnen und tauschen sich über ihr liebstes Hobby dem Malen aus, schließlich sind beide ja Malerinnen. Das dass nicht lange gut gehen kann ist klar, den wie soll in diesem Gespann noch Platz für Owen sein? Die Handlung des Buches ist sehr fesselnd. Wer hier allerdings ein spannungsgeladenes Buch voller Action sucht der ist hier falsch. Dieses Buch ist auf seine eigene weise spannend und sehr fesselnd, ein tiefgründiges Buch über eine Ehe die zum scheitern verurteilt ist. Klare und uneingeschränkte Empfehlung. Fazit: Mit "Porträt einer Ehe" ist der Autorin ein tiefgründiges und fesselndes Buch gelungen welches mich begeistern konnte. Dieses Buch bekommt von mir die volle Punktzahl.

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Eine psychologisch ausgefeilte Charakterstudie, bei der der Titel tatsächlich Programm ist - denn im Mittelpunkt dieses beeindruckenden Buches steht ein Ehepaar mittleren Alters, das sich von den Menschen zurückgezogen hat und dennoch nciht ohne sie kann. Zum Inhalt will ich gar nicht viel sagen, da gibt der Klappentext einen guten und ausreichenden Einblick. Mich hat vor allem die Sprachgewalt der Autorin beeindruckt – sie schafft mit ihren Worten ein solch dichte Atmosphäre, dass man meint, sie mit den Händen packen zu können. Sie ist Meisterin darin, Stimmungen und Emotionen einzufangen, jongliert mit Worten und bringt beeindruckende Metaphern und Analogien. Doch es ist nicht nur der Schreibstil, der beeindruckt, auch dass sie es trotz der sehr ruhigen Geschichte schafft, Spannung aufzubauen. Obwohl lange gar nicht viel passiert, war ich doch gefangen und eingesogen in die Geschichte, konnte das Buch nicht aus der Hand legen wegen der leisen und sehr subtilen Spannung. Erst im letzten Drittel kommt in die Handlung etwas Schwung, dennoch aber bleibt die Geschichte dabei ruhig und sehr bodenständig – und am Ende schlägt man das Buch zu mit dem Gefühl, dass sie genau so hätte auch im realen Leben passieren können. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen eindeutig die Charaktere mit ihren Gedanken und Emotionen, beeindruckend fand ich, dass die Geschichte mit gerade mal einer Handvoll an Figuren auskommt. Diese aber sind exzellent gezeichnet, mit Ecken und Kanten, wie Menschen im richtigen Leben, die Fehler machen und versuchen, aus ihnen zu lernen - das gelingt mal mehr, mal weniger. Man erlebt mit ihnen eine ganze Bandbreite von Gefühlen – Liebe, Freundschaft, Vertrauen, aber auch Betrug, Lügen und Verrat. Ich konnte mich diesem Gefühlskarussell beim Lesen kaum entziehen, so dicht und intensiv habe ich es empfunden, auch wenn ich viele Emotionen und Gedanken der Protagonistin nicht nachvollziehen konnte. Diese Intensität rührt sicherlich auch daher, dass das Buch aus Sicht von Augusta, der Ehefrau von Owen, geschrieben ist, so dass man als Leser tief in ihrer Seele, ihre Gefühle und Gedanken schaut. Wer eine actionreiche Geschichte sucht, in der sich die Handlungen überschlagen, der wird mit diesem Buch nicht glücklich sein – wer aber eintauchen will in eine ruhige, aber dennoch spannende Geschichte, in der ein Ehepaar schon gesetzteren Alters im Mittelpunkt steht, das um die gemeinsame Zeit, um seine Ehe kämpft, dem würde ich dieses in der Atmosphäre sehr dichte und eindringliche Buch empfehlen. Ich gebe ihm 4,5 von 5 Sternen.

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