Leserstimmen zu
Coma

John Niven

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eBook
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Mein Interesse für John Nivens Coma wurde durch der Klappentext geweckt, denn das ganze klang schon etwas grotesk. Nach dem Lesen muss ich sagen: Bereut habe ich den Kauf ganz sicher nicht. Allerdings darf man nicht mit falschen Erwartungen an das Buch herangehen. Es ist oft unter Krimi/Thriller einsortiert – ein solcher ist es aber absolut nicht. Es handelt sich mehr um eine Erzählung rund um Golf, Amateure, Mafia und Frauen. Das es bei Heyne unter der “Hardcore Reihe” erschienen ist, verdankt das Buch sicher nicht übertriebener Gewalt, sondern eher der Teils derben Wortwahl. Vor allem nachdem Gary vom Golfball getroffen wurde, und unter Tourette-Anfällen leidet, kommt wohl fast keine Seite ohne Ficken, Arsch, Titten, Möpse usw aus. Sonst ist das Buch aber zahm, und passt nicht wirklich zu anderen Vertretern der Hardcore Reihe. Die Geschichte ist schon arg grotesk: Gary, ein Freizeitgolfer der wohl öfter im Rough als auf dem Green steht, wird von einem Golfball getroffen und mutiert daraufhin zum kleinen Golf-Gott – mit Hang zum Fluchen und Masturbieren. Parallel dazu, driftet sein nichtsnutziger Bruder Lee tief in Mafia-Gefilde ab und bringt sich und seine Familie in Gefahr, da er einen wichtigen Job vermasselt. Alles nicht wirklich glaubhaft und realistisch, aber interessant und vor allem witzig (meist auf der Ebene des schwarzen Humors). Wirkliche Spannung erwartet einen im Buch allerdings nicht. im Prinzip läuft alles so wie man es erwartet hätte, große Überraschungen bleiben komplett aus. Positiv anzumerken ist, dass Niven es schafft, die Fülle von Golf-Informationen und Fachbegriffen so in den Roman einzubauen, dass auch Laien, die absolut keine Ahnung von Golf haben (wie ich), nicht überfordert sind und das Buch nicht mit dem Gedanken “Was interessiert mich dieser Golf-Kram” zur Seite legen. Nach der Lektüre kann man sich sogar etwas in einen Golfer hineinversetzen und versteht, mit welchem Herzblut auch unfähige Amateure diesem Sport nachgehen können. Coma hat mich währende der Lektüre wirklich gut unterhalten, und sei auch nicht Golf-Spielern ans Herz gelegt – solange sie sich nicht an einigen derben Ausdrücken stören.

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Ein Golfball geht auf die Reise. Es ist ein "Spaxon V", dem eine Aufgabe zuteil werden sollte, die sich von jener seiner Kollegen grundlegend unterscheiden wird. 199 Kartons mit jeweils zwölf Dreierpackungen, doch nur ein Ball mit einer besonderen Mission. Gary wurde am zwanzigsten Geburtstag seiner Mutter geboren. Er selbst gab es einst auf, darin etwas Besonderes zu sehen, ganz im Gegensatz zu seiner Mutter. Cathy war und ist überzeugt davon, dass dieser Zufall sehr wohl eine Bedeutung habe und ein Hinweis darauf sei, dass ihm ein ganz besonderes Schicksal zugedacht ist. Sein beruflicher Werdegang gibt Anlass dazu, diese Theorie zu bestätigen, und auch in anderen Belangen unterscheidet er sich grundlegend von seinem Bruder Lee, der eher die dunkle Seite des Lebens bevorzugt. Eine Karriere als Golfer scheint jedoch völlig ausgeschlossen zu sein, denn auf diesem Gebiet ist Gary eine allgemein gefürchtete Niete und bekannt dafür, die kuriosesten Abschläge zu tätigen. Ja, in diesem Buch geht es hauptsächlich um eine der seltsamsten Sportarten: Golf. Und wenn sich John Niven eines Themas angenommen hat, dann richtig. Es werden keine leeren Kulissen geschoben, sondern hier wird aus dem Vollen geschöpft. Beim "The Royal and Ancient Golf Club of St Andrews in St Andrews (Schottland)", dem "Prestwick Golf Club" in Prestwick, South Ayrshire, Scotland, oder dem gefürchteten achten Loch bei den British Open in Troon, auch "Briefmarke" genannt, handelt es sich um reale Schauplätze. Man lernt auch viel über für den Laien so exotisch wirkende Begriffe wie "Backspin", "Rough", "Bogey", "Dogleg" oder "Slice" und John Niven wäre nicht John Niven, wenn er im Zusammenhang mit jenem Sport, der nicht wenige in den Wahnsinn trieb und treibt, ein paar knallharte Überraschungen parat hätte, die sowohl das pure Grauen darstellen, wie unfassbar witzig sein können. Auf diese gnadenlose Ambivalenz muss man sich einlassen können, um nicht an dieser Literatur zu scheitern, wie beispielsweise der Rezensent, der die Lektüre wegen überzogener Gewaltdarstellung, die zwar nur vereinzelt, aber ausführlich geschildert wird, beinahe abgebrochen hätte. Doch die Neugier treibt an, schließlich gilt es zu erfahren, wie dieses skurrile "Spiel" wohl ausgehen möge. Gary kann nach einem "Volltreffer" plötzlich göttlich spielen, doch leider gibt es ein paar extrem unangenehme Begleiterscheinungen. Diese "Nebenwirkungen" sind der eigentliche "Knaller" dieses Romans, auch wenn John Niven die verbalen Auswüchse seines Helden über Gebühr strapaziert. Gnadenlose Situationskomik wird nicht unbedingt witziger, wenn man diese permanent wiederholt. Dennoch ist "Coma" eine einzigartige Thriller-Komödie, die man einfach gelesen haben muss.

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Man hörte ja schon so einiges über John Niven… aber so richtig konnte die Skepsis trotz allem guten Zureden von diversen Seiten nicht zerstreut werden. Einmal ist aber bekanntlich immer das erste Mal und so hat sich Florian ein Herz gefasst und mir sein Duplikat des Buches zugeschickt (vielen Dank dafür noch einmal!). Hmm, nach dem Lesen des Klappentextes und dem Nachsinnen über mein eigenes Interesse an Golf (nominell: 0) war die Skepsis natürlich gleich noch einmal größer. Aber nun ja, man soll ja auch den Außenseitern eine Chance geben und so wurde “Coma” von John Niven schließlich doch noch in Angriff genommen. Schnell wird dabei klar, dass der Autor nicht unbedingt auf einen in extreme Höhen ansteigenden Spannungsbogen baut oder eine unglaublich dichte Atmosphäre erschaffen will. Stattdessen stößt er den Leser zunächst einmal in die Welt von Gary, seines Zeichens vermutlich der größte Golfversager Schottlands, und setzt im ersten Viertel erstmal sein Verhältnis zu diesem Sport und zu seiner Familie auseinander. Kurz gesagt: Niven nimmt sich ausreichend Zeit, seine Figuren einzuführen und zu untermauern. Langeweile kommt dabei keine auf, denn auch etwas anderes wird schnell klar: ohne Augenzwinkern und einen Hang zu schwarzem, mitunter sehr bissigen Humor geht hier gar nichts. Und das sorgt natürlich für Stimmung. Sicherlich, hier und da muss man dann doch mal ernsthaft darüber nachdenken oder im schlimmsten Fall googeln, wenn es zu sehr in die Materie geht, aber das stört nur unwesentlich. Nach Garys Unfall dreht die Geschichte dann noch einmal richtig auf und “Coma” nimmt gewaltig Fahrt auf – und zwar tatsächlich bis zur letzten Seite. Sehr unterhaltsam. Die Figuren sind dabei eigentlich alle auf ihre Art und Weise irgendwie sympathisch. Niven schafft es, sogar dem Oberfiesling eine durhaus nette Seite anzuschreiben, die zwar auf den ersten Blick unpassend erscheinen mag, auf der anderen Seite aber mit Sicherheit nicht unrealistisch ist. Denn reines Schwarz/Weiß dürfte auch in der Realität nicht sonderlich oft anzutreffen sein. Natürlich liegt sein Fokus dabei auf Hauptfigur Gary, die als ziemlicher Loser eigentlich der perfekte Anti-Held ist. Und zwar einer mit Tourette-Syndrom. Seine Anfälle auf dem Golfplatz (und auch daneben) haben für ein sehr angenehmes Dauergrinsen gesorgt. Zwar sind nicht alle Charaktere übermäßig vertieft, aber sie wissen zu gefallen und fügen sich gut in die Geschichte ein. Der Stil… Niven ist speziell, anders kann man es nicht sagen. Seine Schreibe ist sehr schnodderig und direkt, es gibt keine großen Ausschweifungen und er kommt direkt auf den Punkt. Mitunter ziemlich skuril, zumeist unglaublich lustig (wenn man diesen speziellen Humor mag zumindest) und immer locker und zum weiterlesen animierend. Ja, ich mag dieses bitterböse, was “Coma” auszeichnet. Und ja, ich mag auch das Platte, was sich besonders in den schon angesprochenen Tourette-Anfällen niederschlägt. Very british, möchte man fast sagen. Fazit: “Coma” dürfte in meiner Highlight-Liste landen. Der Roman hat es aus dem Handgelenk geschafft, alle Skepsis, die ich hinsichtlich John Niven im Allgemeinen und der Thematik dieses Romans im Speziellen, hatte zu zerstreuen. Ein fieser Trip durch die schottische Provinz, der das Leben dort (vermutlich) ziemlich auf die Schippe nimmt und vorführt. Böse, skuril… Empfehlenswert!

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Coma handelt von zwei irischen Brüdern. Gary ist ein schlechter Golfer, Lee ist ein schlechter Krimineller. Während seiner unzähligen Golf-Übungsstunden schafft Gary irgendwann plötzlich DEN perfekten Schlag. Und kurz vor der perfekten Landung wird Gary von einem Golfball getroffen und fällt ins Koma. Nachdem er wieder aufwacht, ist alles so wie immer. Bis auf drei kleine Sachen: Er kann Golf spielen wie ein Gott Er hat das Tourette-Syndrom Er muss zwanghaft öffentlich masturbieren. Die beiden letzten Punkte treten besonders dann auf, wenn Gary unter Stress steht, was durch seine plötzliche Begabung ziemlich oft der Fall ist. Lee will das Talent seines Bruders ausnutzen. Und das endet im Desaster. Neben der krassen Story kommt noch die krasse Sprache von Niven hinzu. Niven schreibt extrem derb. Entweder, man freundet sich damit an oder man legt das Buch zur Seite, denn es gehört zum Stil des Buches. Es ist ein tiefschwarzer, britisch-irischer Humor, genauso tiefschwarz und derb geschrieben. Wem das gefällt, der wird glücklich mit dem Buch. Mir hat es sehr gefallen und ich freue mich auf die nächsten Romane von Niven!

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