Leserstimmen zu
Frevel

Stephanie Parris

Giordano Bruno (2)

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Giordano Bruno befindet sich im Englischen Exil seit er vor sieben Jahren seine Heimat Neapel verlassen musste. Der wegen Ketzerei angeklagte Gelehrte sucht noch immer im Auftrag von Francis Walsingham nach dem Buch des Hermes, das das Geheimnis der Unsterblichkeit enthalten soll. Aber auch in der Bibliothek von Doktor Dee, dem Alchemisten Königin Elizabeth I. wird er nicht fündig. Das Buch wurde offenbar gestohlen. Während einer Hochzeitsfeier wird aber eine der Hofdamen der Königin tot aufgefunden. Bruno ist wieder einmal ermittelnd tätig. Stephanie Parris setzt mit diesem Roman die Reihe um den Italienischen Freigeist Giordano Bruno fort. Einige der in „Ketzer“ vorgestellten Charaktere haben erneut einen Auftritt, so wie der Freund und Neffe Dudleys Sidney, der eine Tochter Walsinghams heiratet. Die durchweg historisch belegten Personen werden erneut zu einer spannenden, wenn auch fiktiven Handlung herangezogen. Die Autorin platziert ihren Protagonisten in eine turbulente Zeit. England war nach mehreren Wechseln der Religion in Aufruhr und nicht alle hatten sich bis 1583 dem Protestantismus angeschlossen. Katholiken wurden geduldet und durften sogar Messen lesen. Für Bruno bietet das den idealen Unterschlupf. Für Walsingham mit seinem ausgefeilten Spionagenetz bietet er zudem die Möglichkeit, den Französischen Botschafter auszuspionieren. Das Oberhaupt des Geheimdienstes hätte es sicher nicht anders gemacht als es Parris nun beschreibt. Der historische Krimi verfolgt also nicht nur den Mörder der Hofdamen, sondern beinhaltet eine große Portion Historie, wie sie hätte stattfinden können. Die Handlung wirkt dadurch authentisch, wenn es um die mögliche Erbfolge Englands und der ständigen Bedrohung durch die Schottische Cousine geht. Der im Original unter dem Titel „Prophecy“ erschienene Roman besticht durch seine dem Jahrhundert angepassten Sprache und temporeichen Erzählstil. Die Kulisse des 16. Jahrhunderts wird farbenprächtig und bildhaft aus der Perspektive Brunos geschildert. Politische Entscheidungen, Intrigen und ein Porträt der gehobenen Gesellschaft fließen mit ein und runden den Einblick in das beginnende Goldene Zeitalter ab. Da der Kriminalfall fiktiv ist, haben auch Kenner der Historie ihren Spaß. Die Spannung hält sich hier bis kurz vor der letzten Seite. Wer den ersten Band nicht gelesen hat, wird dennoch keine Mühe haben, diesen zweiten zu verstehen. Lediglich die Chronologie spielt hier eine Rolle, da beide Handlungen knapp sechs Monate auseinander liegen. Notwendige Informationen sind stets in Dialogen oder Erinnerungen untergebracht. Der Deutschen Ausgabe folgt nun „Das letzte Sakrileg“, das mit dem Mord an William von Oranien und dem Einfluss auf seine protestantischen Nachbarn wieder eine Menge Spannung verspricht. Da die Serie bisher fünf Titel umfasst, hoffe ich auf weitere Übersetzungen, zumal das besagte Buch ja weiterhin verschwunden ist.

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