Leserstimmen zu
Der Klang

Martin Schleske

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Im Wachsen leben, nicht nur im Wollen

Von: Mario Keipert

03.04.2019

"Du lebst im Wollen und nicht im Wachsen." Bumm. Das sitzt. So eine weichgespülte Wellness-Spiritualität für das gebeutelte Ego ist des Martin Schleske Sache nicht. Als Geigenbauer weiß er um die Notwendigkeit ausdauernder, präziser und fordernder Arbeit und um das Geheimnis unablässigen Übens (und nichts anderes ist ja, ganz unabhängig von der religösen Färbung, die spirituelle Praxis). Als Erzähler gibt er mit seinen bisher zwei schwergewichtigen Büchern Zeugnis ab von der unergründlichen Weisheit, die in den Texten der Bibel gespeichert ist. Gleichnisse zum Leben In Der Klang. Vom unerhörten Sinn des Lebens durchmisst Schleske den Raum zwischen Worten aus der Bibel und Erfahrungen aus dem Geigenbau sowie dem eigenen Leben auf vielfache Weise. Er sucht nach Beziehungen, Verbindungen, Analogien und will, so schreibt er, "Gleichnisse zum Leben schaffen." Wie aber können wir Dinge deuten, wenn wir nicht lernen hinzuhören und hinzusehen? Ganz in der Tradition der Mystiker findet er in den kleinen Details Offenbarungsmomente, Zeichen, die Schlüssel werden für Fragen nach der eigenen Berufung, nach dem Sinn des Lebens, nach dem Platz des Menschen in der Welt. Große Fragen, auf die Schleske keine einfachen Antworten gibt. Weshalb man es sich mit seinem Buch nicht allzu bequem machen kann. Nein: Der Klang ist ein Schwergewicht; sowohl materiell mit seinem dicken Papier als auch inhaltlich: Kann sein, dass man an mancher Stelle dieses Buches ein Leben lang knabbern – und auch ein Leben lang lernen kann. Schleske folgt in 14 Kapiteln dem Werdegang einer Geige vom Finden des richtigen Holzes bis in den Konzertsaal: "Das Erkennen der Fasern und Markstrahlen des Holzes, die Suche nach Klangfarben, die Faszination angesichts der Tiefe des Lackes und der Vielfalt seiner Harze, die Schönheit der Wölbungsformen, die Auseinandersetzung mit leidenschaftlichen Musikern" – aus all dem entstehen unter seiner Hand eben solche erhellenden wie fordernden "Gleichnisse zum Leben". Der Klang eines Instrumentes: die Berufung des Menschen Wer ein erfülltes Leben sucht, hat keine andere Wahl, als zu fragen, was sich durch ihn erfüllen soll. Hier beginnt eine Suche, die nach dem großen Ganzen fragt, die zu den Wurzeln des eigenen Seins und über dessen Grenzen hinaus führt. Ähnlich wie der Klang eines Instruments setzt sich auch unsere Berufung aus zahlreichen "Zutaten" zusammen, wobei der Mensch oft nicht der Künstler, sondern – um im Bilde zu bleiben – nicht selten der Werkstoff, das Holz ist. Einem Baum gleich wurzelt er im nährhaften Boden und muss gleichsam über sich hinaus wachsen, aus sich herausgehen. Keine spirituelle Grabesstille, kein esoterisch angehauchter Weg nach innen – Schleske fragt nach einem Glauben, der in die Welt führt: Wie alt muss man werden, um zu erkennen, dass die Beschäftigung mit sich selbst, die Verwirklichung seiner selbst nichts abwirft, wovon man leben kann? Man müsste eine alte Tugend erlernen: die Demut. Sie ist das realistische Eingeständnis, das wir für uns allein kein spannendes Programm sind. Schleske bringt damit einen – oft missverstandenen – Aspekt von Religiosität auf den Punkt, an dem sich viele spirituelle Traditionen treffen. Eben nicht in der Weltflucht, sondern in der aktiven Übernahme von Verantwortung füreinander, eben nicht in Abgeschiedenheit und Innerlichkeit, sondern illusionslos im Hier & Jetzt. So führt der Weg des Erleuchteten im Zen-Buddhismus nicht in eine andere Welt, sondern zurück auf den Markt, in das Treiben der Gegenwart. Und die Jünger Jesu' werden nach Ostern zurückgeschickt in ihre Heimat (Markus 16). Wer nur nach seiner eigenen Bedeutung fragt, der wird sie, je inbrünstiger er sucht, desto endgültiger verlieren; wer nur seine eigene Vollkommenheit sucht, dem wird sich der Weg dorthin verdunkeln. ... Der Glaube ist vor allem die Berufung, Gott und dem Nächsten ein Du zu sein. Kein Ratgeber, ein Weisheitsbuch Donata Wenders liefert zu den teilweise sehr detaillierten Einblicken in den Geigenbau stimmungsvolle Fotos, während Schleske nicht nur über Musik, Kirchenbaukunst und das eigene Handwerk nachdenkt, sondern immer wieder zahlreiche, auch weniger einschlägige Bibelstellen auslegt. Diese Verbindung von Theologie und Praxis, von gelebtem Glauben und angewandtem Wissen, lässt das Buch über jeden noch so wohlwollenden Ratgeber hinauswachsen. Das Ergebnis ist ein kaum zu hebender Schatz von Weisheit, der das Zeug hat, den Leser ein ganzes Leben lang zu begleiten und mit ihm zu wachsen. Wenn sich hier während des Lesens Glück einstellt, dann durch die Ahnung von dem Potential, den Möglichkeiten und Schönheiten des Lebens, mit denen wir beschenkt sind. Wer nur das Ideale sieht und nur gelernt hat, Dinge zu wollen, nicht aber gelernt hat, die realen Fasern des Lebens zu sehen, der ist dazu [zur Liebe] nicht fähig. Hätten wir Barmherzigkeit und Mut, so würde uns das von der Zwanghaftigkeit befreien, den Menschen und Geschehnissen, die wir erleben, ihre Gnade zu rauben; es würde uns vor der Arroganz bewahren, die Dinge gegen den Faserverlauf des Lebens zu erzwingen. Weisheit, so weiß Schleske, "arbeitet nicht mit Schablonen. Sie sieht die Form und sucht den Klang." Sie wächst mit der Liebe zum genauen Hinsehen und Hinhören, mit jeder Frage und jeder Auseinandersetzung. Anhand der Entstehung einer Geige hin zum klingenden, seine Berufung verwirklichenden Instrument schildert der Geigenbauer den Lebensweg eines Menschen. Er gibt ein Bild von der Schönheit der Berufung. Erinnert an Demut und die Möglichkeit des Vertrauens. Zeugt von den Schmerzen und Krisen des Glaubens. Betont die Bedeutung der Gnade. Und liefert zahllose Aussagen, die weit über die Lektüre hinaus zu denken geben. Eine Aufgabe fürs Leben. Ein Leben aus dem Glauben bedeutet, die Freude zu genießen, die Gott an mir hat. Ich habe Raum in Gott gefunden und dafür andere Räume verlassen: den Stolz, die Ich-Sucht, die ständige Sorge.

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Der Klang

Von: Rudolf Lehmkuhl aus Dautphetal

16.04.2017

Ich habe dieses Buch gelesen und konnte mich damit identifizieren. Es entspricht ganz meinem Glauben. Dieses Buch kann ich jeden nur empfehlen, wer sich tief in den Glauben verankern will. Es ist klar und verständlich geschrieben.

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Zusammenfassung: Martin Schleske, einer der großen Geigenbauer der Gegenwart, liest die besten Passagen aus seinem Buch und gewährt einen akustischen Einblick in seine international renommierte Werkstatt. Dabei zeigt er, wie für ihn die Kunst des Geigenbaus ein Gleichnis für persönliche Entwicklung und für das Streben nach dem richtigen Platz im Leben ist. In dem Hörbuch geht es nicht nur um Musik, sondern vielmehr um die Verbindungen zu Religion und Philosophie und um die Menschen selbst. Schleske erzählt auch, wie das passende Holz für seine Geigen gesucht und gefunden wird und was für Eigenschaften es benötigt. Als kleines Extra spielt Alban Beikirchner, ein begnadeter Geigenspieler, einie Stücke auf einer Geige aus Schleskes Werkstatt. Meine Meinung: Das Hörbuch dauert insgesamt etwas über zwei Stunden und ich habe es an einem Stück durchgehört. Martin Schleske liest selbst und es hat sich gezeigt, dass er nicht nur ein Meister des Geigenbaus ist, sondern auch wunderbar erzählen und lesen kann. Ich muss sagen, ich hatte etwas ganz anderes vom Inhalt erwartet, aber es war trotzdem toll. Der Autor erzählt nicht nur von seinem Fach, sondern viel über Ethik, Religion und Philosophie und die Verbindungen, die er knüpft, sind erstaunlich. Es wird viel über die Menschen und das Selbstbild und Gemeinschaft geredet. Die New York Times kürte den Autor zu einem der größten Geigenbauer der Gegenwart, in Fachkreisen gilt er als der Stradivari des 21. Jahrhunderts. Wer meint, Geigenbau sei eine relativ langweilige, technische, bestenfalls Insider interessierende Sache, hat Martin Schleske noch nicht erlebt. Für diesen Mann ist sein Beruf Berufung, er übt ihn mit einer Liebe aus und erzählt davon mit einer Leidenschaft, die ansteckend wirkt und der man sich nicht entziehen kann. Arbeitsschritte beim Bau einer Geige werden als Gleichnisse zum Leben und zur christlichen Religion interpretiert. Dem Buch ist anzumerken, dass sich der Autor intensiv mit dem Glauben auseinandergesetzt hat, daran gelitten hat und dadurch zu einem geläuterten Gottesverständnis gekommen ist. Das Hörbuch war sehr schön zu hören, ich habe nebenbei mein Zimmer aufgeräumt. Die Verbindungen zu so eilen anderen (Fach)Bereichen, die Schleske knüpft, sind verblüffend, allerdings muss ich sagen, dass mir das auch ein wenig zu viel war. Das musste ich noch loswerden.

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Geistes-Gegenwart beim Geigenbau

Von: Marion Küstenmacher

05.11.2010

Dieses faszinierende, mit Herzblut geschriebene Buch deckt das Geheimnis großer Geigenbaukunst auf, vom Finden „singender“ Baumstämme bis hin zum begnadeten Moment im Konzert, in dem Musiker und Instrument eins werden. Seite für Seite begreift man staunend, wie viel Geist jede einzelne Geige dank der Meisterschaft ihres Erbauers empfangen und in Bewusstheit, Vollmacht und Schönheit des Klangs verwandeln kann. Ein tiefgründiges Buch, das sich der Tiefendimension des Lebens öffnet und den „unerhörten Sinn des Lebens“ in zahlreichen Gleichnissen und persönlichen Erlebnissen auszudrücken versteht. Martin Schleskes Buch will langsam gelesen werden, es erfordert die Geduld, die der Geigenbaumeister selbst übt, wenn eine Geige unter seinen Händen wohl geraten soll. Dass ihm dieses Buch wohlgeraten ist, in seinem tiefen Anspruch und auch in seiner schönen äußeren Gestalt, ist ein Glücksfall für musisch und spirituell interessierte Leser. Der Geigenbau-Meister ist, wie es ein Meister Eckart ausdrücken würde, zu einem Lebe-Meister geworden, in dessen Geistes-Werkstatt man der Präsenz des Göttlichen gewiss sein darf.

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Absolut Aussergewöhnlich!

Von: Josephin Keller aus Zürich

02.10.2010

Ich konnte noch nicht so viel darin lesen, wie ich gerne wollte, doch ich kann jetzt schon sagen, dass dies das unglaublichste Buch ist, das mir je in die Hände gekommen ist. Auch meine Grossmutter, die schon über die Hälfte gelesen hat, ist hellauf begeistert und meint, es sei etwas vom Aussergewöhnlichsten überhaupt.

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