Leserstimmen zu
Ohne jeden Zweifel

Tom Rob Smith

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Inhalt: Daniel war sicher, dass seine Eltern glücklich sind und ihren Ruhestand in vollen Zügen genießen, seit sie zu ihrem letzten großen Abenteuer aufgebrochen waren und das Großstadtleben gegen ein beschaulicheres Leben auf dem Land tauschten. Sie haben ihre Gärtnerei und ihr Haus in London verkauft und einen abgelegenen Hof in Schweden erworben, dem Heimatland seiner Mutter, das sie im Alter von sechzehn Jahren verlassen hatte. Daniel hat seine Eltern in Schweden zwar nie besucht, zweifelte allerdings bislang nie daran, dass sie im ländlichen Schweden ihr Glück und auch neue Freunde gefunden haben. Umso schockierter ist er nun, als sein Vater ihn mit der Nachricht konfrontiert, dass seine Mutter unter einer Psychose leide und er sie in ein Krankenhaus einweisen lassen musste. Daniel beschließt, gleich am nächsten Tag nach Schweden zu reisen, doch noch bevor er sich auf den Weg machen kann, erreicht ihn ein Anruf seiner verzweifelten Mutter. Sie bittet Daniel, seinem Vater kein Wort zu glauben, denn sie sei nicht verrückt, brauche keinen Arzt, sondern die Polizei und sei schon auf dem Weg zu ihm nach London. Daniel weiß nicht mehr, wem er glauben soll, als seine Mutter kurz darauf am Flughafen ankommt und ihm immer wieder versichert, dass sie keine Wahnvorstellungen habe, sondern man sie nur zum Schweigen bringen wolle und in großer Gefahr schwebe. Erst als sie in Daniels Wohnung ist und sich sicher und unbeobachtet fühlt, erzählt sie ihm, dass sie in Schweden einem furchtbaren Verbrechen an einem jungen Mädchen auf die Spur gekommen sei, das von der verschworenen Dorfgemeinschaft vertuscht werde. Sein Vater habe sich sehr verändert und sei ebenfalls an diesem Komplott gegen sie beteiligt. Sie beschwört ihren Sohn, ihr zu vertrauen, denn er ist ihre letzte Hoffnung. Daniel ist hin- und hergerissen zwischen seinen Eltern, weiß nicht, welcher Version er Glauben schenken kann und beschließt deshalb, die Wahrheit selbst herauszufinden. Meine persönliche Meinung: Ich bin ganz zufällig über "Ohne jeden Zweifel" von Tom Rob Smith gestolpert, fand den Klappentext sehr ansprechend und war gespannt auf den Psychothriller eines britischen Autors, der den Schauplatz seines Buches in Schweden angesiedelt hat. Ich habe allerdings noch nie etwas von "Ohne jeden Zweifel" gehört, habe, um ehrlich zu sein, nicht allzu viel erwartet und mich nun umso mehr gefreut, durch Zufall auf einen ebenso spannenden wie tiefgründigen Psychothriller gestoßen zu sein, der mich von der ersten Seite an begeistert hat. Wenn es zwischen den Eltern zu Streitigkeiten kommt, geraten Kinder, egal welchen Alters, in einen schmerzhaften Loyalitätskonflikt, bei dem sie nicht mehr wissen, auf wessen Seite sie sich schlagen sollen. Man will nicht vor die Wahl gestellt werden, sich für ein Elternteil entscheiden zu müssen, sondern sich die Liebe und das Vertrauen beider bewahren. In einen solchen Konflikt gerät Daniel, als sein Vater ihm mitteilt, dass seine Mutter Wahnvorstellungen habe und sich Verbrechen und Verschwörungen einbilde, wo keine sind. Seine Mutter Tilda hingegen versucht alles, um Daniel davon zu überzeugen, dass sie die Wahrheit sagt, ihr Verstand vollkommen klar ist und sein Vater sogar in den Komplott verwickelt ist, den die eingeschworene Dorfgemeinschaft in Schweden gegen sie führt. Daniel weiß nicht mehr, wem er nun glauben soll. Die Worte seiner Mutter klingen logisch und einleuchtend, zumal sie auch Beweise in ihrer Handtasche hat, die ihre Behauptungen stützen, aber sein Vater hat die Saat des Zweifels bereits gesät, sodass Daniel die Glaubwürdigkeit seiner Mutter trotzdem immer wieder in Frage stellt. Er nimmt sich sehr viel Zeit, um ihr die Möglichkeit zu geben, ihm ihre Sicht der Dinge in Ruhe darzulegen. Das Buch besteht überwiegend aus einem Dialog zwischen Mutter und Sohn, bei dem jedoch die Erzählungen der Mutter überwiegen und Daniel sie nur unterbricht, wenn er etwas nicht versteht oder sie ihn auffordert, ihre Vermutungen zu bestätigen. Schon zu Beginn dieses Gesprächs mit seiner Mutter, bricht Daniels harmonisches Bild von der Ehe seiner Eltern vollkommen in sich zusammen. Er erfährt, dass es zwischen seinen Eltern schon früher häufig zu Streitigkeiten und Konflikten kam, die jedoch immer vor ihm verborgen wurden, um ihn zu schützen. Besonders irritiert ist er aber, weil er dachte, dass seine Eltern ihren Ruhestand bequem finanzieren können, sich ganz bewusst für ein einfaches Leben auf dem Land entschieden haben und nicht ahnte, dass sie die Entscheidung, sich einen heruntergekommenen Hof in Schweden zu kaufen und dort ihr Gemüse selbst anzubauen, aus reiner Not getroffen hatten, weil ihre finanziellen Mittel gar nicht reichten, um weiterhin in London leben zu können. Im weiteren Verlauf des Gesprächs stellt er sich immer wieder die Frage, ob er seine Eltern überhaupt kennt und macht sich auch große Vorwürfe, sich im Grunde nie für ihr Leben interessiert zu haben. Er ging einfach immer stillschweigend davon aus, dass sie glücklich sind, hat auch nie mitbekommen, dass sie Probleme haben und sie auch nie mit seinen eigenen konfrontiert. Auch er war nie ehrlich zu seinen Eltern, hat nicht nur seine Homosexualität, sondern auch seine berufliche Erfolglosigkeit vor ihnen verheimlicht und sich von ihnen distanziert, weil er das Bild, das sie von ihm hatten, nicht zerstören und sie nicht enttäuschen wollte. Trotz aller Heimlichkeiten merkt man jedoch, dass Daniel seine Eltern liebt, sie auch ihn lieben und stellt sich unwillkürlich die Frage, wie gut man die Menschen, die man liebt, eigentlich kennt. Gerade weil er seine Eltern liebt, fällt es ihm nun so schwer, sich entscheiden zu müssen, auf wessen Seite er nun steht. Ist sein Vater tatsächlich in kriminelle Machenschaften verstrickt und somit selbst ein Verbrecher? Schwebt seine Mutter tatsächlich in Gefahr oder ist sie eine geistesgestörte, paranoide Frau mit Wahnvorstellungen? Weder das eine noch das andere will Daniel akzeptieren, muss allerdings eine Entscheidung treffen. Ich konnte mich sehr gut in die Gefühle und Gedanken, die Daniel während dieses Dilemmas hat, hineinversetzen, denn Tom Rob Smith hat seinen Hauptprotagonisten psychologisch sehr präzise und glaubwürdig ausgearbeitet. Im Nachwort seines Thrillers, das sehr berührend war, schildert der Autor die realen und autobiografischen Hintergründe seines Psychothrillers. Da er schon selbst in der Situation war, in der sich Daniel befindet, ist es nicht erstaunlich, dass er zwiespältigen Emotionen seines Hauptprotagonisten so eindrucksvoll, authentisch und nachvollziehbar schildert. Während Daniels Mutter streng chronologisch und bis ins kleinste Detail erzählt, was nun in Schweden genau vorgefallen ist, und genau erklärt, warum sie so sicher ist, dass sich die Leute im Dorf gegen sie verschworen haben, stellt sich nicht nur Daniel, sondern auch der Leser die Frage, ob man ihren Worten Glauben schenken kann. Häufig hört sich das, was sie sagt, durchaus glaubwürdig an, die Schlüsse, die sie zieht, scheinen mitunter auch logisch zu sein, aber dennoch gerät man hin und wieder ins Straucheln, weil gerade die Anschuldigungen gegen ihren Mann sehr absurd klingen. Sie macht es Daniel und damit auch dem Leser nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen. Als Daniel seine Entscheidung schließlich doch getroffen hat, fühlt er sich jedoch nicht so recht wohl dabei, beschließt deshalb, selbst nach Schweden zu fahren und der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Dabei kommt er einem schrecklichen Familiengeheimnis auf die Spur, das weit in die Vergangenheit seiner Mutter reicht und sehr erschütternd war. Wer einen rasanten Thriller erwartet, wird von "Ohne jeden Zweifel" sicher enttäuscht sein. Die sehr ausführlichen Erzählungen von Tilda und der innere Konflikt des Hauptprotagonisten stehen zunächst vollkommen im Fokus dieses Psychothrillers, während das Verbrechen an dem jungen Mädchen, eher zweitrangig ist. Erst auf den letzten hundert Seiten, als sich Daniel in Schweden auf die Spurensuche begibt und selbst versucht, herauszufinden, was dem Mädchen, von dem ihm seine Mutter erzählt hat, zugestoßen ist und die Tragödie, die sich hinter der Geschichte seiner Mutter verbirgt, allmählich aufdeckt, nimmt das Tempo etwas zu. Trotz seiner ruhigeren Gangart hat mich dieser Psychothriller von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und vollkommen in seinen Bann gezogen, mich häufig tief bewegt und sehr nachdenklich, aber mit einem versöhnlichen Ende zurückgelassen. Ich bin froh, dieses Buch entdeckt zu haben und kann "Ohne jeden Zweifel" nur jedem empfehlen, der etwas gemächlichere, aber dafür umso tiefgründigere Thriller mag.

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Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Das meisste ist ein Dialog zwischen Tochter und Sohn. Die ganze Zeit war ich gespannt was Tilde aufdeckt. Daniel hört die meisste Zeit still zu und versucht, dass Gespräch durch gezielte Fragen weiter zu bringen. Die ganze Zeit steht Daniel zwischen den Stühlen. Wem soll er glauben ? Seiner Mutter oder seinem Vater ? Seine Mutter wirkt verängstigt, aber nicht verwirrt. Ein brillianter Thriller mit einem Ende, dass niemand vorrausgesehen hat. Die Geschichte kommt erst langsam in Fahrt und als Leser fragte ich mich die ganze Zeit was denn nun die Wahrheit ist. Dies war mein erstes Buch von Tom Rob Smith, der genial und spannend schreibt. Einen kleinen Punktabzug gibt es, da dass Buch zwischendurch etwas langatmig war. Fazit: Ein psychologischer Thriller, der unter die Haut geht und spannend bis zur letzten Seite ist.

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Daniel, einziges Kind seiner Eltern, lebt in London, während sich seine Eltern in Schweden von ihrer Gärtnerei getrennt und sich, weitab vom Schuss, ein neues Zuhause gekauft haben. Immer wieder wird er von seinen Eltern eingeladen, sie doch dort einmal besuchen zu kommen, aber er kann und will das nicht, auch wegen seines Lebensgefährten, von dem die Eltern nichts ahnen. Da erhält er eines Tages einen Anruf seines Vaters, dass seine Mutter in der Psychiatrie eingeliefert sei und unter Wahnvorstellungen leiden würde. Er kann das nicht so richtig glauben und ist schon fast auf dem Weg nach Schweden, als sich seine Mutter bei ihm meldet. Ihre Version lautet, dass sie einer Verschwörung auf die Spur gekommen sei und dass sein Vater mit darin verwickelt wäre. Sie hat sich selbst aus dem Krankenhaus entlassen und wäre nun auf dem Weg zu ihm nach London. Er möchte doch seinem Vater kein Wort davon erzählen. Daniel sitzt nun mit seinen Gefühlen und Gedanken zwischen Baum und Borke. Seine Mutter erzählt ihm die Verschwörungstheorie und untermauert diese mit einer Handtasche voller Beweise. Sie erzählt ihm alles, was sie dort im Dorf erlebt hat. Daniel weiß nicht, was er glauben soll. Einerseits sind einige Beweise schon belastend, andererseits kann er nicht glauben, dass sein Vater zu solch Taten bereit gewesen sein soll. Während seine Mutter ihre Geschichte erzählt, versucht der Vater ebenfalls nach London zu kommen und seine Wahrheit zu offenbaren. Daniels Mutter stellt ihm ein Ultimatum, sollte er mit seinem Vater sprechen, ist sie weg und sollter er ihr nicht mehr glauben, ist er nicht mehr ihr Sohn. Harte Bedingungen, die seine Mutter stellt, aber er willigt ein, will unbedingt die ganze Geschichte hören und sich selbst ein Bild von allem machen. Er muss sich entscheiden, wem er Glauben schenken soll. Von Hause aus soll dieses Buch ein Thriller sein. Mir jedoch fehlen die Aspekte, die einen Thriller ausmachen. Die fehlten meiner Meinung nach völlig hier. Was mich am Buch gestört hat, war die Langatmigkeit der Erzählung seiner Mutter. Obwohl sie immer betont, sie würde nur das wichtigster wiedergeben, verliert sie sich in Beschreibungen und Erklärungen, die mir wie Füllstoff vorkommen. Großzügig erzählt sie und verliert sich dabei im Detail, das unwichtig ist und oftmals keinen Bezug zur Sachlage hat. Daniel steckt nun in der Zwickmühle zu entscheiden, was davon Wahrheit ist und was "konstruiert". Dass es seiner Mutter mit den Beschuldigungen ernst ist, spürt er, auch ihre Angst kommt real rüber. Aber wie passt nun wirklich alles zusammen? Von den Protagonisten konnte mich keiner anhaltend überzeugen. Daniel kommt mir wie ein kleiner Junge vor, der liebend gern den Kopf in den Sand stecken möchte, um sich nicht mit den Problemen auseinandersetzen zu müssen. Auch seine Angst, den Eltern von seiner Homosexualität zu erzählen, macht ihn mir nicht gerade sympathisch. Alles in allem ist das Buch ein wenig zäh und langatmig, so dass ich mehrere Anläufe brauchte, um richtig in die Story hineinzukommen. Die Story an sich ist gut durchdacht, nur verliert sie durch die Langatmigkeit an Spannung. Für mich war es das erste Buch von Tom Rob Smith, voll überzeugen konnte es mich jedoch nicht.

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Naja......

Von: Klaus Rudolph

20.07.2015

Das Ziel, das kommunistische Russland - damals noch die Sowjetunion - in äussersten Verruf zu bringen, ist erreicht worden. Wer beim Lesen mitdenkt, spürt regelrecht den Haß des Autors. Allerdings stellt sich die Frage, wer wurde denunziert, gequält und ermordet?Viele können das nicht gewesen sein, denn im Buch war jeder ein Verräter und Denuziant. Lustig auch die ausgedachten Namen; hier hätte mal ein Russlandkundiger einbezogen werden sollen. Überhaupt wäre es ratsam gewesen, vor dem Schreiben wenigstens ein paar Opfer nach Fakten zu befragen. Aber nein, das geht ja gar nicht. Die wurden alle liquidiert.

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"Ich brauche keinen Arzt. Ich brauche die Polizei." (Zitat von der Umschlaginnenseite) Inhalt: Daniels Mutter kommt völlig überstürzt zu ihm, um ihm zu überzeugen, dass sie einem Verbrechen auf der Spur ist und ihr Mann (Daniels Vater) versuche sie zum Schweigen zu bringen. Daniels Vater erklärt ihm, dass seine Mutter Hilfe braucht und am besten in die Psychiatrie eingeliefert werden sollte. Daniel fühlt sich zwischen seinen Eltern hin- und hergerissen. Wem soll er glauben? Wem gilt seine Loyalität? Und er stellt sich die Frage, ob er seine Eltern wirklich kennt. Hint: Die "einzige" Handlung des Romans sind quasi die Schilderungen der Mutter, was sie erlebt und welche Befürchtungen sie hat. Meine Meinung: Der Roman ist sehr, sehr spannend geschrieben. Natürlich habe ich beim Lesen mitgerätselt: Worauf läuft es hinaus? Was ist wahr? Was kann wahr sein? Der Autor hat ein wunderbares Talent nachvollziehbar zu beschreiben, was jemanden antreiben kann, wenn es um Lebenslügen geht, um den Schönen Schein zu wahren - auch innerhalb der Familie. "Ich hatte Gewohnheit für Verstehen gehalten und geglaubt, die gemeinsam verbrachten Stunden wären ein Maßstab dafür, wie gut ich sie kannte." (S 150) Und meiner Meinung nach, hat der Autor eine wunderbare Beobachtungsgabe und Talent Situationen zu beschreiben. Beispielsweise über einen Besuch im Seniorenheim: "Das Zimmer selbst war unpersönlich. In zwei Stunden hätte man es für jemand anderen herrichten können. Das war kein Heim. Es war ein Ort für die Durchreise - ein Wartezimmer zwischen Leben und Tod." (S. 178) Das Ende hat mich sehr berührt und zum Weinen gebracht. Fazit: Großes Kompliment an den Autor für diesen sehr gut aufgebauten Roman.

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Daniels Eltern haben beschlossen, ihren Lebensabend in Schweden zu verbringen. Von dort stammt seine Mutter und er denkt, es sei eine wunderbare Gelegenheit für die Eltern. Für Daniel ist es allerdings auch eine Gelegenheit, nämlich hinauszuzögern, seinen Eltern von seinem Lebenspartner Marc zu erzählen, mit dem er inzwischen zusammen wohnt. Als Daniel nach Monaten einen Anruf von seinem Vater erhält, in dem dieser mitteilt, die Mutter, Tilde, sei in eine psychiatrische Klinik eingeliefert worden, ist er sehr erschrocken und will sich sofort auf den Weg nach Schweden machen. Doch noch am Flughafen in London meldet seine Mutter ihr Ankunft in England an. Sie hat ihre eigene Geschichte zu erzählen. Man fragt sich zu Beginn, wie die Mutter Tilde in so relativ kurzer Zeit so seltsame Anwandlungen bekommen kann. Die gestandene Frau, die mit ihrem Mann eine Gärtnerei in England führt, wird nach Aufgabe des Geschäfts relativ plötzlich zu einer vermeintlich Durchgedrehten, die psychiatrischer Behandlung bedarf. Daniel lernt eine ganz andere Mutter kennen, er erfährt, dass die Eltern andere Gründe hatten nach Schweden zu gehen als gedacht, dass die Aufnahme dort nicht so wohlwollend war wie erhofft. Doch alles, was Tilde erzählt, scheint keinen Grund für Tildes doch extreme Reaktion darstellen zu können. Nach und nach kommt eine Geschichte zutage, mit der Daniel überhaupt nicht rechnen konnte. Er muss das Bild, das er sich von seiner Mutter gemacht hat, neu überdenken. Dieses ungekürzte Hörbuch lebt sehr von seinen beiden Vorlesern, wobei Friedrich Mücke Daniels Part übernimmt und Beate Himmelstoß den von Tilde. Ob bewusst ist nicht ganz klar, doch kommt Daniel zunächst etwas weichlich und verschlürt daher, während Tilde klare teils schonungslose Worte findet, erscheint Daniel am Ende gereift und endlich erwachsen, er bringt seiner Mutter schließlich die Hilfe, die sie erhofft hatte. In Teilbereichen fast schon ein Hörspiel fasziniert die Lesung und entwickelt sich zu einem spannenden Stück für Mutter und Sohn. Wenn man vielleicht auch nicht immer glauben mag, dass Dinge so geschehen können, wird man doch bestens unterhalten und bekommt jegliche Frage logisch beantwortet und Handlungen begründet.

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Würdest du deiner Mutter glauben, wenn sie mit einer Geschichte zu dir kommt, die unter anderem deinen Vater als bösen Menschen bezeichnet, der sie unbedingt zu Menschen mit weißen nach hinten geschnallten Westen sperren will? Schweden. Die 16-jährige Mia, adoptiert und beim einflussreichen Farmer Hakan und seiner Frau lebend, soll einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein. Tilde, Daniels Mutter, sammelt Beweise (Fotos, Zeitungsartikel, Häkeldeckchen, Trolle) und führt Tagebuch über die Geschehnisse in dem Dorf. Mit diesem Sammelsurium reist sie voller Angst und Panik, zu ihrem Sohn Daniel nach London, denn ihre Verfolger sind ihr bereits auf den Fersen. Paranoide Gedanken, Vorstellungen und Einbildungen. Die Grenze zwischen Wahn, Fantasie und Realität. Wo liegt, beginnt oder endet was? Spannung findet man hier genauso wenig wie an einer defekten Steckdose. Aber ich habe sie auch nicht gesucht, denn von Anfang an war für mich klar, dass diese Story auch ohne Spannung gut auskommt. Das Cover finde ich sehr ansprechend. Polaroidbilder aneinander gereiht, die die schwedische Natur mit ihren einsamen Häusern, Höfen und Farmen widerspeigelt. Genau passend zur Story. Der Originaltitel lautet: The Farm, der deutsche: Ohne jeden Zweifel – wie unterschiedlich die Übersetzung doch sein kann. Der Schreibstil und die Wortwahl finde ich stimmig und gelungen. Am Ende des Buches gibt uns Herr Smith noch einen kleinen Einblick in sein Privatleben. Sympathisch, wie ich finde. Von Tom Rob Smith habe ich vor einigen Jahren “Kind 44″ gelesen, und war da schon von ihm begeistert. Mit Freude habe ich gesehen, dass es auch verfilmt wurde und der Film diesen Sommer in unseren Kinos anläuft. Wissen Sie eigentlich was ein “Sandwichkind” ist? Ich bis zu diesem Buch auch nicht. Lesen Sie es doch, und finden es heraus :-)

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Der Roman „Ohne jeden Zweifel“ von Tom Rob Smith ist im Goldmann Verlag unter dem Label Manhattan erschienen. Ein großer Teil des Buchs besteht aus einem Dialog zwischen Daniel, dem dabei allerdings hauptsächlich nur die Zuhörerrolle bleibt, und seiner Mutter Tilde. In diesem Gespräch erzählt Tilde ihrem Sohn von ihrem ungeheuren Verdacht auf ein Verbrechen, das in Zusammenhang steht mit dem Verschwinden eines jungen Mädchens aus ihrer Umgebung in Schweden. Das Cover setzt sich aus vielen einzelnen Bildern zu einem Gesamtbild zusammen, synonym zu Tildes Beweisstücke, die sie zur Untermauerung ihres Verdachts während ihrer Schilderung aus einer mitgeführten Tasche zieht. Der Titel des Buchs nimmt Bezug auf ihre Einstellung zum Geschehen, sie hat keine Zweifel an ihrer Deutung der Ereignisse. Daniel ist Dachgartengestalter und lebt in London in der Wohnung seines Lebensgefährten. Seine Eltern sind vor einem halben Jahr nach Schweden ausgewandert. Doch eines Tages erreicht ihn der verzweifelte Anruf seines Vaters, dass seine Mutter ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Daniel bucht sofort einen Flug, um seinen Eltern beizustehen. Noch auf dem Londoner Flughafen erhält er auf dem Handy den Anruf seiner Mutter, die ihm berichtet, dass sie nicht im Krankenhaus, sondern in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen wurde, die Ärzte aber von ihrer geistigen Gesundheit überzeugen konnte und nun auf dem Weg zu ihm sei. Erst nachdem Tilde das Zugeständnis ihres Sohns erhalten hat, ihr ohne Unvoreingenommenheit zuzuhören, beginnt sie mit ihrer Erzählung. Die Ereignisse, die sich in Schweden zugetragen haben sollen, sind für Daniel nicht nur verwirrend, sondern die Schilderung zerstört auch seine Vorstellung von der heilen Welt seiner Eltern. Der Roman beruht nach Aussage des Autors auf wahren Begebenheiten. Die Ereignisse, die Tilde im Buch schildert, sind die seiner eigenen Mutter. So, wie Tom Rob Smith die Schilderungen aufbereitet, sind sie nicht nur von Beginn an spannend, sondern auch glaubwürdig. Ein gewisses Quäntchen Zweifel, das auch in Daniel steckt, streut der Autor auch beim Leser jedoch von Anfang an dadurch, dass Daniels Vater seine Frau für krank und verrückt erklärt. Kann man ihr überhaupt glauben? Mit ihm ist auch der Leser während der Gespräche auf der Suche nach Details im Verhalten, der Stimme und Mimik Tildes, die die Aussage des Vaters erhärten würden. Gleichzeitig wünscht Daniel sich, dass die Erzählung seiner Mutter der Wahrheit entspricht. Die Erzählstrecken sind nicht zu lang, sondern werden in teils recht kurzen Kapiteln durch eine Reaktion Daniels auf den Gesprächsfluss seiner Mutter unterbrochen. Währenddessen steht aber auch sein eigenes kleines Geheimnis, das er bisher vor seinen Eltern verborgen hat, davor, aufgedeckt zu werden. Neben einer ungewöhnlichen Story nimmt das Buch den Leser mit in einen gedanklichen Ausflug nach Schweden aufs Land. Die Weite der Landschaft ist typisch, das Verhalten der Menschen zum Glück eher nicht. Für den Leser bleibt es lange unklar, wem Daniels Eltern Vertrauen können und welche Erklärung es für einiges undurchsichtigem Verhalten gibt. Nebenher gibt es einen Ausflug in die Mythologie Schwedens und zum Schluss ein für mich unerwartetes Ende. Wer gerne an der Auflösung miträtselt und unblutige Krimis mag ist hier richtig und erhält von mir eine Leseempfehlung.

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