Leserstimmen zu
Vier minus drei

Barbara Pachl-Eberhart

(2)
(0)
(0)
(0)
(0)
eBook
€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | CHF 12,00* (* empf. VK-Preis)

Die Wienerin Barbara Pachl-Eberhart, studierte Flötistin, wollte seit Kindheitstagen Clown werden. In ihrem Leben fügte sich Vieles immer wieder wundersam zusammen. Heli, ihr Mann, die Liebe Ihres Lebens, ist Clown. Mit ihm reist sie in ihrem bunten Clownsbus umher und begleitet Kinder durch den Klinikalltag als Clowndoktor. Doch dann zerplatzt dieses Leben wie eine Seifenblase. Aus vier wird eins. Ihr Mann und ihre beiden Kinder sterben bei einem tragischen Autounfall an einem Bahnübergang. Ihr Lebensglück mit ihrer Familie währte gerade einmal 8 Jahre. Nur 5 Tage nach dem Tod ihrer Familie wendet sie sich in einem offenen Brief an Ihre Freunde und Verwandt. Sie lässt die Menschen am Hoffen, Bangen und letztlich am Sterben ihrer Liebsten teilhaben. Rasch findet dieser Brief durch Internet und Printmedien weite Bekanntheit. Sie glaubt an ein Leben nach dem Tod. Auf manche mag es verstörend wirken, dass sie im Wald Ihre Lieben in der Gestalt von Rehen, die ihr mehrmals sehr nahe kommen, zu erkennen glaubt oder aber in Form einer Lichtkugel ihr Kind wahrnimmt. Wie ein warmer Mantel legt sich deren Anwesenheit um ihre Schultern. Die Beerdigung wird ein Seelenfest mit Luftballons und bunter Kleidung. Barbara Pachl-Eberhart stellt sich ihrem Schicksal in einer Offenheit, die überrascht und berührt. Voller Vertrauen wendet sie sich dem neuen Leben zu und sagt mutig JA zu dem Weg, der vor Ihr liegt, denn sie weiß genau, dass ihre Kinder und ihr Mann sie beständig begleiten. Das Leben hat ihr so viel genommen und sie hatte keine Wahl den Verlust zu akzeptieren. Die Tatsache, dass sie vier Monate nach dem Tod ihrer Familie eine neue Liebe kennenlernt, ("Heli hatte seine Finger im Spiel") ruft vielfältige Reaktionen hervor. Viele wünschen ihr Glück, andere jedoch verurteilen sie und stellen die Wahrhaftigkeit ihrer Trauer in Frage. Darf man das? Muss man nicht das Trauerjahr einhalten? War die Liebe zu ihrem Mann Heli echt? Ist sie gar ein triebhaftes Wesen? Auch die Leser werden sich solche Fragen stellen. Sie werden versucht sein, ihre Trauergeschichte mit der von Barbara Pachl-Eberhart zu vergleichen. Es ist kein Buch für Kleingeister, die an Traditionen festhalten und andere danach beurteilen, was man als Witwe tun oder lassen sollte. Kein Buch für die Leser, die ihre Art der Trauer mit der von Barbara vergleichen und (ver)urteilen wollen. Ein starkes Buch, für all diejenigen, die mutig sind. Ein Buch, das Mut macht und zeigt, dass alles möglich ist und trotz des unglaublichen Verlustes wieder gut werden kann.

Lesen Sie weiter

Barbara Pachl-Eberhart hat im März 2008 bei einem Verkehrsunfall ihre Familie verloren. Das Buch erschien erstmals 2010, also etwa zwei Jahre nach dem Unglück. Im Buch erfährt man viel von ihrer Familie. Vor dem Unfall, über den Unfall selbst und auch über die Zeit danach. Wie Barbara Pachl-Eberhart danach weitergelebt hat und wie sie trauerte. Wir folgen ihr bis in etwa ein Jahr nach dem Unfall. Das Buch ist sehr ergreifend und es hat mich durchweg berührt. Einfach faszinierend, wie diese Frau damit umgegangen ist und wie offen sie in dem Buch davon berichtet. Sie gibt uns einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Auch der Schreibstil des Buches ist sehr angenehm und schön zu lesen. Die Worte sind berührend und meiner Meinung nach direkt aus dem Herzen heraus geschrieben. Zum Inhalt: Das Buch ist in verschiedene Kapitel gegliedert. Sie schildert die Erlebnisse einerseits chronologisch, andererseits springt sie immer wieder in die Vergangenheit zurück, wenn sie bestimmte Dinge wieder an etwas von früher erinnern. Es kommen auch immer mal wieder Gedichte und Liedtexte vor (oft von der Autorin selbst geschrieben). Ganz am Anfang stellt sie schon die Frage: Wo soll ich beginnen? Sie erzählt uns auch, wie sie und ihr Mann sich kennen gelernt haben und man erhält tiefe Einblicke in das alltägliche Familienleben. Es geht dann weiter bis zu dem Tag, an dem der Unfall passierte. Obwohl wir bereits wissen, dass ihre Familie gestorben ist, schildert die Autorin ihr Erleben (den Anruf, das Hoffen und Bangen um ihre Kinder im Krankenhaus, das Loslassen) so hautnah, dass es einen wirklich sehr tief berührt. Ich war, vor allem am Anfang, ein paar Mal ganz baff beim Lesen. Weiter verfolgen wir, wie sie die Beerdigung organisiert, die sie „Seelenfest“ nennt. Auch hier geht sie offen mit ihrem Schicksal um und schreibt per Mail eine Einladung an alle aus ihrem Verteiler. So folgen wir der Autorin, wie sie sich durchschlägt, wie die Trauer sie immer wieder einholt. Wie es ihr zeitweise gut geht, wie sie andererseits kaum vor die Tür gehen kann. Wir erfahren vom Mitgefühl und der Großzügigkeit ihrer Freunde. Letztendlich ist es auch die Geschichte einer Frau, die wieder auf die Beine kommt und wie das Leben für sie weitergeht. Es sind sehr viele tolle Stellen dabei, die uns über das komplette Leben nachdenken lassen und uns klar machen, wie endlich das Leben ist und dass es von heute auf morgen vorbei sein kann. Ich halte das Buch für sehr bereichernd, es rüttelt in vielerlei Hinsicht wach. Vielleicht bringt es den ein oder anderen dazu, das Leben mehr wertzuschätzen. Oft wenn es uns „zu gut“ geht, regen wir uns über Kleinigkeiten auf, dabei können wir froh sein, am Leben zu sein. „Liebt, schenkt, seid gut zueinander!“ ist auch eine Botschaft des Buches. Die Autorin macht uns mit ihren Worten Mut und Hoffnung. Es ist ein Buch, das meiner Meinung nach irgendwo jeden anspricht – unbedingt zu empfehlen! Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Lesen Sie weiter