Leserstimmen zu
Tausendschön

Kristina Ohlsson

Fredrika Bergman / Stockholm Requiem (2)

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Taschenbuch
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Der zweite Fall für Fredrika Bergman und Alex Recht ist sehr aktuell und brisant. Es geht um Flüchtlinge und wie manche Menschen deren Not ausnutzen. Dabei rückt eine Familie stärker in den Fokus. Der schöne Schein der Familie bröckelt während der Untersuchungen immer mehr. Es gibt diesmal sehr viele Verwicklungen und Nebenhandlungen, die die Geschichte etwas undurchsichtig werden lässt. Manchmal kam ich mit den Charakteren durcheinander und musste dann noch einmal nachlesen. Spannung gab es jedoch bis zum Schluss, auch wenn sie zwischendurch etwas nachließ. Die dunklen Seiten von manchen Personen in dieser Geschichte konnte man erahnen, aber Kristina Ohlsson baute trotzdem noch einige überraschende Wendungen mit ein. Gut hat mir die Weiterentwicklung von Fredrika Bergman gefallen. Doch auch sie kommt trotz Schwangerschaft nicht zur Ruhe. Peder und auch Alex Recht kämpfen beide um ihre Ehen bzw. Frauen und verlieren dabei manchmal die Ermittlungen aus den Augen. Insgesamt ein gut gestrickter Thriller, der wieder die dunklen Seiten der Gesellschaft zeigt. Aber er ist leider nicht ganz so stark und klar geschrieben wie der erste Band. Ich werde jedoch den dritten Band lesen, um zu sehen, wie sich das Team weiterentwickeln wird.

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Der Prolog des Thrillers beginnt mit einer Rückblende und einer schlimmen Vergewaltigung. In der Gegenwart wird dann ein Ehepaar tot aufgefunden. Alles sieht zunächst nach einem Selbstmord aus, aber die Ermittler erkennen schnell, dass es sich um Mord handelt. Gleichzeitig öffnet die Autorin einen Handlungsstrang in Bagdad und einen in Bangkok. Lange laufen diese dann parallel nebeneinander. Erst nach und nach führen diese zusammen. So wird der Leser erst auf die Fährte von Flüchtlingen und Schlepperbanden gelotst, dann aber offenbart sich doch ein familiäres Drama. Daneben haben so ziemlich alle aus der Ermittlergruppe ihre Probleme, mit denen der Leser konfrontiert wird. Mir ging es dabei aber so, dass dies mich diesmal eher störte. So kam bei mir bei diesem Buch nicht wirklich die große Spannung auf. Für mich ein solider Thriller, aber nicht mehr.

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Kaltes Frühjahr

Von: wal.li

07.06.2015

Ein älteres Ehepaar wird tot in seiner Wohnung aufgefunden, beide weisen Schusswunden auf, es sieht so aus, als habe der Mann zunächst seine Frau umgebracht und dann sich selbst. Die Ermittlungsgruppe soll eigentlich nur feststellen, dass es sich tatsächlich um einen Selbstmord handelt. Doch bald tauchen Ungereimtheiten auf, die aus der Überprüfung einen Fall werden lassen. Alex Recht, Leiter der Gruppe, deren Fortbestehen auf der Kippe steht, sorgt sich um seine Mitarbeiter. Besonders die schwangere Fredrika Bergman behält er im Blick, ihre Schwangerschaft ist nicht leicht, sie ist kaum in der Lage zu arbeiten. Um ihre Situation zu erleichtern, gibt er ihr die Akte eines Unfallopfers. Ganz harmlos fängt es an, zwei Ermittlungsaufträge, die eigentlich keine Fälle darstellen dürften, so als solle die Ermittlungsgruppe ihre eigene Überflüssigkeit feststellen. Von den eigenen Problemen und Befürchtungen abgelenkt, beginnen die Kommissare und Fredrika, die eine zivile Angestellte ist, eher lustlos mit den Nachforschungen. Doch schon bald stellt sich heraus, dass die Ergebnisse vielschichtiger und wenige eindeutig sind als zunächst vermutet und der Eifer der Polizisten ist geweckt. Auch wenn sie vielleicht untereinander Konflikte zu lösen haben, sind sie nun mit der Hartnäckigkeit geschulter Spürhunde auf der Suche nach der Lösung. Zu Beginn eher von den privaten Entwicklungen im Leben der jeweiligen Ermittler geprägt, entwickelt sich dieser Roman bald zu einem packenden Thriller. Mehrdimensionale Entwicklungen führen zu einem fulminanten und so nicht zu erwartenden Finale. Die vergeblichen Versuche etwas zu kitten oder auch nur aufzuhalten bringen Taten hervor, die nur in die Vorstellungswelt der behüteten Normalbürger passen. Viele Kleinigkeiten bilden schließlich ein erschreckendes Bild eines Tathintergrundes. Ein Thriller, der zu Recht hoch gelobt wird.

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Die Schweden ermitteln weiter

Von: Monika Stutzke aus Berlin

31.10.2013

Eine Vergewaltigung ... Jahre später bringt ein Pfarrer sich und seine Frau um. Ein Autounfall, der keiner ist. Alles Zufälle / Einzelfälle oder gibt es Verbindungen zwischen den Ereignissen? Ein befreundetes Ehepaar vom Pfarrer und seiner Frau ist sich sicher, dass sie sich niemals selbst gerichtet hätten. Auch die Tatsache, dass deren tote Tochter Karolina drogenabhängig gewesen sein soll, können sie nicht glauben. Was ist wahr und was Lüge? Das Ermittlerteam um Alex Recht bekommt die Fälle auf den Tisch und viele Fragen wollen von ihnen beantwortet werden ... Diesen Roman beginnt die Autorin mit einem zurückliegenden Ereignis, einer Vergewaltigung. Obwohl man als Leser schont ahnt, dass diese Tat irgendwie mit den Ereignissen der Gegenwart zu tun haben, bleibt der Leser lange im Dunkeln, wie die Zusammenhänge sind. Die Autorin arbeitet hier mit verschiedenen Erzählsträngen, die hauptsächlich in Stockholm und Bangkok liegen. Lange weiß der Leser nicht, um welche Protagonistin es sich handelt, die den Albtraum in Bangkok erlebt. Oftmals wird man als Leser auf die falsche Spur geschickt, so dass man mit seinen Vermutungen fast immer falsch liegt. Das Ermittlerteam hat sich inzwischen zusammengerauft, aber auch in diesem Teil hat jeder seine privaten Probleme. Alex Recht wirkt unkonzentriert, weil sich bei ihm zu Hause irgendetwas anbahnt und er nicht den Mut aufbringt, mit seiner Frau zu reden. Peder, der inzwischen von seiner Familie getrennt lebt und den auch die Geliebte verlassen hat, kommt mit seiner Umwelt derzeit nicht klar und muss mit disziplinarischen Folgen rechnen. Zudem kommt ein neuer Aushilfskollege ins Team, mit dem er auf Kriegsfuß steht. Fredrika, die sich inzwischen entschlossen hat, im Team zu bleiben, ist hochschwanger von ihrem verheirateten Freund. Sie ist stellenweise ebenfalls unkonzentriert und apathisch und hat mit ihrem Hormonhaushalt zu tun. Obwohl jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat, sind sie doch im Zusammenhang mit ihren Ermittlungen ein eingeschworenes Team und wissen den jeweils anderen zu schätzen. Die Polizeiarbeit ist systematisch und nachvollziehend aufgebaut. Auch wenn viele falsche Fährten gelegt werden, gelingt es dem Team und auch dem Leser, die Übersicht zu behalten, was nicht immer einfach ist. Dies ist der zweite Teil um das Ermittlerteam mit Fredrika Bergman. Auch wenn es möglich ist, diesen Teil separat zu lesen, da es ab und an kurze Zusammenfassungen zur Vorgeschichte gibt, kann ich nur empfehlen, die Bücher der Reihenfolge nach zu lesen, um die einzelnen Protagonisten besser kennenzulernen. Der Autorin gelingt es von Anfang an, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Die Spannung, die anfangs aufgebaut wird, steigert sich bis zum Ende. Die Lösung war zumindest für mich überraschend gewesen. Neben den Ermittlungen zu den Mordfällen erhält der Leser auch einen recht großen Einblick in die Einwohnerpolitik Schwedens und dem Thema Asylanten, die ich sehr interessant fand. Auch mit diesem Buch hat die Autorin mich überzeugt und mir einige interessante Lesestunden beschert.

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