Leserstimmen zu
Ein Sandkorn am Himmel

Isaac Asimov

Roboter und Foundation – der Zyklus (08)

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Im Oeuvre Isaac Asimovs nimmt "Ein Sandkorn am Himmel" eine besondere Stellung ein. Es handelt sich um seinen ersten richtigen Roman, der 1950 erschienen ist. Ursprünglich sollte eine Kurzgeschichte sein, doch diese wurde von dem damaligen Redakteur von "Startling Stories", Sam Merwin jr. abgelehnt. Und so erweiterte der Autor auf Wunsch des Doubleday-Verlags die Erzählung deutlich, damit dieser sie dann herausbringen könnte. Joseph Schwartz könnte eigentlich das Leben genießen. Er ist pensioniert und geht regelmäßig spazieren. Doch dann geschieht etwas Merkwürdiges. Innerhalb von Sekundenbruchteilen katapultiert ihn ein fehlgeschlagenes Experiment durch Zeit und Raum. Auf einmal befindet er sich in einer ihm fremden Welt. Verzweifelt versucht er herauszufinden, was mit ihm geschehen ist. Doch als er auf Menschen trifft, kann er sie nicht verstehen. Die Wahrheit ist, dass er sich mehrere tausend Jahre in der Zukunft befindet. Die Erde ist Teil eines galaktischen Imperiums und gleichzeitig radioaktiv verstrahlt. Da man ihn für geistig zurückgeblieben hält, unterzieht man ihn einem gewagten Experiment, das ihn klüger machen soll. Es ist ein voller Erfolg, doch die Konsequenzen sind unkontrollierbar. Der Heyne-Verlag publiziert "Ein Sandkorn am Himmel" als Teil der "Foundation"-Saga. Jetzt mag sich der uninformierte Leser fragen, wo denn der Zusammenhang besteht. Schließlich ist hier nirgends die Rede von den Elementen, die die anderen Romane wie zum Beispiel "Sterne wie Staub" kennzeichnet. Man findet hier keinen Hinweis auf den Plan von Hari Seldon. Oder eine Erwähnung der verschiedenen Foundations, die im Hintergrund der Galaxie ihre Machtfäden ziehen. In der Tat sind die Verknüpfungspunkte zur Saga, die bereits zum damaligen Erscheinungsdatum existierte, eher gering. Aber sie sind vorhanden! In der Kontinuität des "Foundation"-Zyklus spielt "Ein Sandkorn am Himmel" vor "Die Rettung des Imperiums". Umso interessanter ist deshalb die Darstellung der Erde, wie sie damals existierte. Und wie Asimov in seinem Nachwort gesteht, sind einige Details schlicht nicht realistisch findet. Vor allem die schwach radioaktive Strahlung, ein essentielles Element des Handlungsortet, hat er unterschätzt. Doch es passt einfach zum Roman, dass dieses wissenschaftliche Element nicht stimmig ist. Es schadet ihm nicht: Im Gegenteil, es sorgt dafür, dass er eine gewisse, charmante Patina hat. Doch es bleibt eben nicht nur bei diesem einen Fehler. Man merkt dem Buch einfach an, dass es sich um ein Frühwerk des Autors handelt und dass er bislang eher Kurzgeschichten gewöhnt war. So wirkt die Erklärung der Zeitreise herrlich hanebüchen. Allerdings hat das Buch einige Probleme. So wirkt die Entwicklung von Joseph Schwartz nicht mehr zeitgemäß. Er wird zu einer Art Übermenschen, der Kraft seines Geistes zu unglaublichen Taten in der Stande ist. Die Art und Weise der Darstellung und wie es herbeigeführt wird, erinnert heute an Horrorfilme, wo Experimente an Menschen ohne Rücksicht auf die Ethik durchgeführt werden. Ein anderes Problem ist der Spannungsbogen. Zu lange plätschert die Story vor sich hin. Und erst im letzten Drittel beginnt sie aufzudrehen und Spaß zu machen. Nur, wer hält überhaupt so lange durch? Am Ende ist "Ein Sandkorn am Himmel" ein Buch, das man perfekt "für Zwischendurch" lesen kann,

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