Leserstimmen zu
Das Flüstern des Schnees

Alexi Zentner

(0)
(0)
(1)
(0)
(0)

Alexi Zentner hat bereits einige Kurzgeschichten veröffentlicht, doch bei “Das Flüstern des Schnees” handelt es sich um den ersten Roman des in Amerika lebenden Kanadiers, der unter dem Titel “Touch” im Jahr 2011 auf den Markt gebracht wurde. “Das Flüstern des Schnees” ist der Winter in Form des geschriebenen Wortes. Klirrende Kälte und sanfte Flocken sind auf jeder Seite zu finden, zwischen den Zeilen, in jedem Satz, in jeder einzelnen Silbe. Zentners Roman ist Magie, ist Winterkälte in all ihren Facetten. Zentner schafft Atmosphäre. Ein verschneites Dörfchen, das zusammen mit seinen Bewohnern alljährlich für mehrere Monate im Weiß versinkt. Ein Dorf, in der Goldgräberzeit erst wirklich zum Leben erwacht und das inzwischen nur dank der Holzfällerei überhaupt noch bestehen kann. Geschickt wird hier eine Geschichte über mehrere Generationen gewoben – der Sohn bzw. Enkel , Stephen, erzählt die Geschichte des Vaters und Großvaters und wächst dem Leser als Hauptstimme des Buches sehr schnell ans Herz. Doch die anderen Charaktere, sein Vater und Großvater sowie zahlreiche Nebencharaktere bleiben oft auf Distanz, als ob eine dünne Wand aus Eis Leser und Figuren voneinander fernhalten möchte. Die Mystik des Handlungsortes ist allgegenwärtig, tatsächliche Magie scheint ihren Weg in die tiefsten Wälder Kanadas gefunden zu haben. Magisch ist auch Zentners Schreibstil. Voller Details und Facetten zeichnet Zentner ein Bild anhand von wirklich wundervollen Beschreibungen. Einfühlsame und warme Worte, weich wie eine Neuschneedecke, wechseln sich ab mit eisiger Härte. Aber wie es so ist mit den Winterthemen, bin ich mit dem Roman nicht hundertprozentig warm geworden. Dies lag vor allem an den Charakteren und den manchmal etwas zu verwirrenden Zeitsprüngen, die den Fluss der Geschichte doch mehr unterbrochen haben als zur Faszination des Romans beizutragen. “Das Flüstern des Schnees” ist ein geheimnisvoller, mystischer Winterroman in dem sich Leben, Tod und die allgegenwärtige Liebe zusammenfinden. Zentners wundervoller Schreibstil sollte auf jeden Fall dazu beitragen dem Roman seine Aufmerksamkeit zu schenken, kann jedoch nicht über die kleinen Schwächen hinwegtäuschen.

Lesen Sie weiter