Leserstimmen zu
Odyssee

Homer

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"Andra moi ennepe, Musa, polytropon, hos malla polla". Mit diesen Worten beginnt eines der berühmtesten Werke der Weltliteratur: Die Odyssee, zugeschrieben einem blinden Dichter. Die Odyssee erzählt von der mühevollen Rückkehr des großen Kriegshelden Odysseus. Durch seine List hatten die Griechen vor Troja triumphiert und können als Sieger in die heimatlichen Lande zurückkehren. Nur Odysseus, König von Ithaka, und seinen Männern soll die Heimfahrt nicht glücken. Immer wieder entrinnen sie nur knapp dem Tod und verlieren immer mehr Gefährten: Durch den einäugigen Riesen Polyphem, durch Stürme und den Zorn des Sonnengottes, durch die grausame Wahl zwischen Skylla und Charybdis. Ein genialer Klassiker, vielgelesen seit seinem "Erscheinen". Immer wieder erscheinen auch neue Übersetzungen, die den Klassiker in neuem Gewande erscheinen lassen. So lesen sich etwa in der Übersetzung von Kurt Steinmann, erschienen im Penguin Verlag, die ersten Verse so: "Muse, erzähl mir vom Manne, dem wandlungsreichen, den oft es abtrieb vom Wege, seit Trojas heilige Burg er verheerte." Die in der Literaturkritik für ihre Exaktheit gelobte Übersetzung überzeugt: Sie ist gut lesbar, hält sich aber dennoch an das Versmaß des Hexameters und überträgt nicht in reine Prosa. Ergänzt ist das Buch um ein Nachwort, in dem die großen Fragen zur Odyssee angesprochen werden: Ihr Aufbau, die Textsicherheit, die Autorenschaft des wohl legendenhaften Homer. Kurt Steinmann äußert sich zudem zur vorgelegten Übersetzung. Ein Namensregsiter und einzelne Anmerkungen runden den schönen Band ab. Schade nur: Im Text ist nicht ersichtlich - etwa durch eine Fußnote - dass es zu diesem Wort eine Erläuterung im hinteren Teil des Buches gibt. Der Leser muss also entweder auf gut Glück nachschlagen oder am Ende alle Anmerkungen gesammelt lesen.

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Da ich durch die Percy jackson Romane zur griechischen Mythologie gekommen bin, wollte ich auch mal einen Klassiker lesen. Von der Neuübersetzung hatte ich schon vorher einiges gutes gehört und da wollte ich mich selbst davon überzeugen. Zum einen finde ich das Cover sehr schön. Weil es so dezent ist und aber trotzdem stimmig zum Inhalt des Buches ist. Ich muss zu geben, ich habe etwas gebraucht, um mich einzulesen, weil der Aufbau dann doch nicht so alltäglich ist und die Sprache auch nicht. Aber ich finde die Übersetzung gut gelungen. Diese ins greifbar und dennoch nicht zu abwägig gewählt, also ich meine damit, dass er verständlich geschrieben ist, ohne dass es in einem Jugendslang oder ähnlichen geschrieben ist. Ich finde es auch schön, wie viele Synonyme gewählt wurden in dem Buch. Was ich bei Klassikern auch immer gut finde, ist dass es noch einen Anhang gibt, in denen einige Begriffe erklärt werden. Dieser ist hier sehr umfangreich und nimmt sicher einen Viertel des Buches ein, aber das ist vollkommen ok. Und man lernt durch den Anhang auch noch etwas dazu. Irgendwie tue ich mich schwer was zu dem Buch zu schreiben, ich weiß auch nicht.

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Zugegeben: Das Buch liegt seit Wochen, Monaten auf meinem Nachttisch. Aber es ist auch nicht irgendein Buch. Es ist eine Art Reiselektüre unserer Zivilisation. Generationen vor uns haben den Geschichten, die es beherbergt, gelauscht – ja, es ist wie die Märchenbücher, die alten Sagen und Lieder, die Bibel – eine Vorlesebuch. Und wer es genauer nimmt, ein Gesangsbuch. Weltliteratur allemal, aber mehr noch, ein Menschheitsbuch, das uns nicht nur zeigt, wie die Welt früher war, sondern was den Menschen seit jeher ausmacht, von allen „Fortschritten“ mal abgesehen. Es ist ein Zauberspiegel, ein Wegweiser (für Freund/innen der Abschweifung), ein unermesslicher Steinbruch des Erzählens. Es ist exotisch und vertraut zugleich, es ist die Heldengeschichte par excellence mit mindestens zwei Helden: Odysseus UND Penelope. Es ist auch eine Geschichte der Naturgewalten. Ein Buch der Meere. In 24 Kapiteln für jede Stunde des Tages eines: Die Odyssee. Nein. Ich werde keine Inhaltsangabe geben. Ich kann auch keine Stilanalyse leisten, keine vergnüglichen neuen Lesarten anbieten, keine Zusammenfassung geben. Ich kann dieses Buch nur preisen (und es ist dieses altmodische Wort, das so gut passt): Dieser Text ist die Blaupause für alles, was seither geschrieben – oder eher noch – erzählt wurde. Wer auf eine Insel ginge, wäre mit dem Buch – zumal es jetzt bei penguin/Manesse als Taschenbuch aufgelegt wurde – bestens ausgestattet. Man kann es in einem Rutsch lesen, aber man kann es auch in homöopathischen Dosen geniessen, Satz für Satz. Um dann auch gleich mit dem ersten zu beginnen. Wer Literatur-Ohren hat, mag es hören: Hier hebt etwas an. Wir krachen nicht ins Geschehen, wir lehnen uns entspannt zurück, denn jetzt, liebe Leute, jetzt kommt etwas, und wir machen Platz im Kopf, damit wir auch alles gut und gerne hören: „Muse, erzähl mir vom Manne, dem wandlungsreichen, den es oft abtrieb vom Wege, seit Trojas heilige Burg er verheerte.“ Ein Satz zum in Marmor meißeln. Die ganze Geschichte in ein paar Worte gefasst. Und gleich schon ein Fingerzeig auf etwas, das mich bei der Lektüre aufs Höchste begeistert hat: die geradezu inflationäre Verwendung von „Beiworten“. Wir hören vom „wandlungsreichen“ Mann, dem „vielgewitzten“, „einfallsreichen“, der „vor Sehnsucht verging“ und auf dem Meer „viel Qual litt in seinem Gemüte“. Wer das Adjektiv hasst, wird hier eines viel (!) Besseren belehrt. Denn das Adjektiv kann – richtig eingesetzt – wie ein Accessoire verwendet werden in einer langen Erzählung, bei der das Personal auf vielen verschiedenen Bühneneingängen ein- und wieder abtritt. Und es ist eine große Herausforderung für erzählende oder schreibende Beobachter/innen: Denn das richtig eingesetzte Adjektiv muss sitzen. Wehe, wer sich hier in Allgemeinheiten verheddert. Eine Kostprobe? Wir lernen die „funkeläugige“ Göttin Athene kennen, die „haupthaarumwallten“ Achaier, und eine Menge „gefiederter“ Worte, die den Protagonist/innen im Laufe der Geschichte „entschlüpfen“. Die Geschichte läuft in mehreren Erzählfäden aufeinander zu und voneinander weg: Sohn und Vater bewegen sich über viele Kapitel hin aufeinander zu, während die Mutter/Ehegattin zwar am Platz bleibt, sich aber nach innen weg immer weiter entfernt. Sie spannt ein großes Gewebe, das in der Geschichte als Leichentuch für den Gatten beschrieben wird, und in das sie sich, aus Schutz vor den liebeskranken Männern, die ihr im eigenen Haus den Hof machen, immer tiefer eingräbt. Die Perspektiven, aus denen heraus die Geschichte erzählt wird, wechseln häufig. Ich habe oft gestaunt (übrigens auch etwas, was die Menschen in der Erzählung selbst oftmals und ausgiebig tun: staunen!), dass ein Buch, das lange vor der Erfindung des Films entstand (von geschrieben werden möchte man nur ungern reden…), so filmisch angelegt ist! Es wäre sicher eine Untersuchung Wert (und vielleicht ist sie auch längst schon unternommen worden), das Buch von einem Regisseur oder einer Regisseurin (Dramaturg/in) lesen und in einzelne Einstellungen zerlegen zu lassen. Und da gibt es gleich noch etwas für die Leute vom Film: Denn fast jeder Satz ist für sich ein eigenes Bild. Der Text treibt nicht nur eine lange Geschichte voran, er schafft Bilder wie ein mächtiger Filmprojektor. Kurze Schnappschüsse nur oder ganze Panoramen, wie (um nur ein winziges Beispiel zu nennen, der Satz zur Abfahrt des „klugen“ Sohnes Telemachos, um nach dem Vater zu suchen: „Und es (das Schiff) durchmaß seinen Pfad die Nacht durch und auch noch im Frühlicht.“ Wobei wir (spätestens hier) bei Kurt Steinmann sind, dem Übersetzer. Ich kann auch hier wenig Eigenes hinzusteuern. Eine Übersetzung aus dem (uralten) Griechischen übersteigt alles, was ich mir vorstellen kann. Auf meinem Taschenbuch-Exemplar klebt ein goldener Aufkleber mit einem Zitat aus der „Literarischen Welt“, dem ich mich unbedingt anschließen will: „Es gilt eine Übersetzungsleistung zu feiern, die ihresgleichen sucht.“ Oder, um es in eigenen Worten zu beschreiben: Ich mochte bislang die griechischen Mythen und Geschichten nicht (und zwar gar nicht) wegen ihrer gespreizten (Übersetzungs-)Sprache. Alles schien mir mit erhobenem Zeigefinger und ernster Miene vorgetragen und schon deshalb sterbenslangweilig. Nichts, aber auch gar nichts, überhaupt nichts und wieder nichts davon in der Übersetzung von Steinmann. Glasklar die Bilder, in leuchtenden Farben oder verschattet, stets so, wie vom Autor wohl vorgeben und in einem Rhythmus, der mich abheben lässt: Schon der Satz vom Schiff des Telemachos, das in See sticht! Denn nichts steht hier in Reihe und Glied. Nichts wird für eine leichtere Verständlichkeit abgeschliffen, aber auch nichts absichtlich in einen verästelten Satzbau gezimmert. Die Sätze kommen in einer lässigen Eleganz, fast ein bisschen so wie gerappt. Wobei wir wieder bei der Musik wären, beim Gesang, beim Lied. War Homer wirklich der blinde Sänger, der uns überliefert ist? Kann ein solcher Text von nur einem einzigen Menschen stammen? Wir wissen es nicht. Aber wir haben diesen Schatz und können ihn einen über den anderen Tag heben. Wer gerne liest oder wer noch lieber selbst schreibt, sollte die Odyssee nicht nur einmal, sondern immer wieder aufschlagen. Denn sie ist genau in diesem Sinne ein Menschheitsbuch, das alle seine Facetten erst zeigt, wenn es von so vielen Menschen wie möglich gelesen wird. Und das selbst im letzten Satz auf eine Zukunft verweist, die sich jeder Generation aufs Neue aufrollt. Homer, Odyssee, Penguin in der Verlagsgruppe Random House, München 2016. Mit einem herzlichen Dank an Penguin für das Rezensionsexemplar.

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Homers Heldenepos „Odyssee“ ist eine der bekanntesten und in Film und Literatur am häufigsten interpretierten Dichtungen weltweit. Wohl jeder hat schon einmal Auszüge der Geschichte um Odysseus, der gemeinsam mit seinen Kriegern vom Trojanischen Krieg heimkehrt, gelesen, gehört oder gesehen. Mit dem neuen deutschen Penguin Verlag, der sich in die Random House Gruppe gliedert, ist jetzt eine viel gelobte Neuübersetzung von Kurt Steinmann erschienen. Der Übersetzer entschied sich für diese für eine hexametrische Wiedergabe des Textes. Die „Odyssee“ in einer Rezension zu bewerten, wäre wahrlich vermessen, daher möchte ich lediglich über die Vorlage des Penguin Verlages schreiben, die der Geschichte mit einer weiteren Übersetzung neues Leben einhaucht. Schade finde ich es, dass Kurt Steinmann trotz der vielen begeisterten Zitate aus der Presse im Klappentext und auf der ersten Seite nur unscheinbar im Innenteil unter dem Titel genannt wird. Immerhin im Nachwort werden ihm einige Seiten eingeräumt. Optisch besticht das Buch durch eine einfache, aber sehr ansprechende Gestaltung, die sich innen fortsetzt, denn der Leser wird nicht durch kleinbeschriebene Seiten erschlagen, wie es so oft bei literarischen Klassikern der Fall ist, sondern kann sich mit 35 Versen pro Seite die Zeit und Ruhe lassen, die die Erzählung braucht. In einer anspruchsvollen, aber dennoch einfach gehaltenen Übersetzung gelingt es Steinmann, den Text lebendig zu halten und es ist definitiv eine zurecht betitelte Meisterleistung, die hier vorliegt. Kurt Steinmanns authentische Ausgabe lädt umso mehr ein, sich in die spannende Odyssee fallen zu lassen, ohne von komplizierten Wortgebilden erschlagen zu werden. Wird es doch einmal ein Fremdwort und schwer verständlich, helfen detaillierte Anmerkungen im Anhang, die nicht nur die Wörter erklären, sondern auch einzelne Handlungsabschnitte kurz erklären und Hintergrundinformationen liefern. Ebenfalls integriert ist ein Namensregister, sodass es den Lesern an nichts mangeln sollte.

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Homer - Odyssee

Von: EvaMaria

27.01.2017

Manche wundern sich sicher, wieso ich solch ein Buch lese, aber ich brauche es manchmal einen Klassiker zu lesen. Nun ist dieses Mal die Wahl auf die Odyssee gefallen. Dieses wunderbare Buch konnte mich wirklich absolut begeistern, obwohl die Sprache stellenweise nicht unbedingt einfach war. Ich hatte allerdings absolut kein Problem damit. Auf einigen Seiten habe ich gelesen, dass manche die Übersetzung nicht so optimal fanden und auch manche es als störend empfanden, dass das Versmaß nicht eingehalten wurde. Beides Sachen, die mich persönlich nicht gestört haben. Die Übersetzung fand ich toll und für mich war es mal was Neues eine Geschichte in dieser Art zu lesen. Ich bin sehr gut in den Lesefluss gekommen und habe das Buch, trotz der eher schwierigen Thematik und Schreibweise recht flott lesen können. Ich möchte aber noch sagen, ich würde das Buch nicht unbedingt nebenbei lesen, da man sich schon darauf einstellen können muss. Das Buch wird ja in 24 Gesänge unterteilt und die Geschichte spielt an verschieden Orten und gibt die unterschiedlichsten Ereignisse von Odysseus und seinen Angehörigen wieder. Natürlich wird es aber auch zu einem positiven Ende kommen. Sehr positiv würde ich zudem den Anhang des Buches beschreiben, denn hier wird noch sehr vieles erklärt und beschrieben, deswegen sind bei mir auch keine offenen Fragen zurückgeblieben. Großes Lob gibt es auch für den Coverdesigner. Ich finde in dieser Farbgestaltung wirkt das Cover sehr edel und passt wunderbar zu diesem Klassiker. Fazit: 5 von 5 Sterne. Klare Kauf – und Leseempfehlung. Ich bin froh, dass ich diesen Klassiker nun ebenfalls gelesen habe.

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Studiert man Geschichte, muss man in jedem Grundstudium auch „Alte Geschichte“ belegen. Und hat man dies getan, ist man erstaunt über die Quellenlage. Ich meine nicht etwas den logischen Punkt, dass sie schlecht ist (-denn natürlich gibt es umso weniger Fundstücke, desto länger das Ereignis zurückliegt). Ich meine den Punkt, dass man sich historisch tatsächlich auf die Epen Homers bezieht. Die „Ilias“ und die „Odyssee“ gelten als historische Quellen für den Trojanischen Krieg, die Zeit drum herum und natürlich danach. Geht das? Ein primär literarisches Werk als historische Quelle? Es muss sogar! Denn beide Werke sind sehr viel mehr als reine Geschichten. Wie viel Wahrheit in ihnen steckt und ob wirklich ein einziger Mensch beide Bücher geschrieben haben kann, ist umstritten. Unumstritten hingegen ist der Fakt, dass beide Werke zur Weltliteratur zählen. Und mit der neuen Übersetzung der „Odyssee“ von Kurt Steinmann leuchtet dies auch jedem Leser ein. Der künstlerische Stil und eine gelungene Syntax führen dazu, dass dieses Buch trotz ausholender Geschichte zu einem spannenden Meisterwerk wird. Klappentext Kurt Steinmanns vielgelobte Versübertragung der »Odyssee« verbindet in idealer Weise hohe Texttreue mit sprachlicher Eleganz. Mühelos gelingt es ihm, dem jahrtausendealten Menschheitsepos um die Abenteuer des listenreichen Odysseus und dessen Gefährten neues Leben einzuhauchen. So erstrahlen einige der berühmtesten Episoden der Weltliteratur – die Gefangenschaft beim Kyklopen Polyphem, die verführerischen Gesänge der Sirenen, die Bedrohung durch Skylla und Charybdis – in frischem Glanz. Von der Sorgfalt der reich kommentierten Neuübersetzung – erstmals 2007 bei Manesse erschienen – zeugt auch die Taschenbuch-Ausgabe des kanonischen Großklassikers. Meinung Liest man den Klappentext, springen einem sofort die lobenden Worte ins Auge. Das wirkt auf den ersten Blick manipulierend und kaum einzuhalten. Des Weiteren hat der Leser unglaublich hohe Ansprüche an diese Ausgabe. Doch nun folgt das große Aber. Die neue Ausgabe der „Odyssee“ aus dem Penguin Verlag hält, was sie verspricht! Ich hätte nicht erwartet, dass ich mich so lobend über dieses Buch äußern würde, aber ich unterstütze die Behauptungen der Eleganz, Texttreue und des neu eingehauchten Lebens. Man muss vieles bedenken, wenn man zu der „Odyssee“ greift. Sie ist zwar ein eigenständiges Werk, doch es kann nicht schaden, die „Ilias“ zu kennen. Ich habe sie vor einiger Zeit gelesen und mich durchgekämpft. Nach dem Lesen war ich nicht viel schlauer als zuvor. Doch es half mir dennoch für die „Odyssee“ und verdeutlichte mir nun, dass das zweite Werk einfach so viel besser ist. Möglicherweise liegt dies auch tatsächlich an der Übersetzung, aber gerade deswegen preise ich ja auch Kurt Steinmann. Kennt man keine anderen Zugänge, weiß man vielleicht nicht zu schätzen, was der Übersetzer für einen herausragenden Job gemacht hat. Während ich mit tief hängendem Gesicht über der „Ilias“ brütete, strahlten meine Augen geradezu bei der „Odyssee“. Vergebt mir, dass ich hier leicht übertreibe und versteht mich auch bitte nicht falsch. Dieses Buch ist absolut nichts für zwischendurch. Es ist trotz wunderbarer Sprache extrem schwer zu lesen und anstrengend. Noch nie habe ich ein Buch so langsam gelesen, wie die „Odyssee“. Man kann nicht mittendrin aufhören und später weiterlesen. Man sollte sich Zeit für dieses Buch nehmen. Die „Odyssee“ besteht aus 24 Gesängen, die allesamt in Versen geschrieben sind. Sie weisen eine deutliche Syntax auf, was das Lesen auf eine gewisse Weise erleichtert, der ungewohnte Satzbau aber auch dazu führt, dass man die Worte beinahe mitspricht. Um alles zu verstehen, liest man sich das Buch quasi selbst vor. Das ist kompliziert, aber auch künstlerisch – und vor allem zeitaufwendig. Dennoch überraschte mich ein Fakt extrem: Obwohl das Lesen anstrengend ist, ist das Buch irgendwie auch spannend. Die „Ilias“ empfand ich leider nie wirklich als spannend, obwohl die Handlung des Trojanischen Krieges ja einigen Input gibt. Die Taten des Odysseus hingegen sind wirkliche Abenteuer. Jeder findet in diesem Buch irgendeinen Verweis auf etwas, das er kennt. Ist dies nun der Kyklop („Zyklop“, für alle die Percy Jackson gelesen haben) Polyphem und den Trick von „Niemand“ oder kennt man den Geist des Sisyphus, der bis in alle Ewigkeit den Stein auf den Berg schieben muss, oder sagt einem der Name „Kalypso“ einfach nur etwas. Aus der Odyssee sind so viele Elemente entsprungen, die in unsere heutige Welt Einzug gefunden haben, dass es unglaublich faszinierend ist. Mir gefielen die Geschichten um Odysseus, auch wenn es einen Mann wie ihn nie gegeben haben kann. Vor allem die letzten Gesänge sind wirklich lesenswert und spannend. Und damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Der Erzählstil ist einfach mehr als gelungen. Und zusätzlich gibt es ausführliche Anmerkungen zu den Gesängen, in denen Worte geklärt werden. Dies ist hilfreich und interessant. Kurt Steinmann hat Großes mit dieser Übersetzung geleistet, denn sie lässt sich für einen griechischen Epos erstaunlich gut lesen. Woran aber auch er nichts ändern kann, ist der Inhalt. Aus heutiger Perspektive muss kritisiert werden, wie brutal dieses Buch vor allem zum Ende hin ist. Auch wenn man weiß, was passieren wird, wird der Freiermord unglaublich präzise beschrieben. Das ist abschreckend, aber war im 7. Jahrhundert vor Christus wohl ein Publikumsmagnet. Man sollte sich die Umstände einfach bewusst machen, dann kann man diese Seiten schnell hinter sich bringen. Ebenfalls etwas störend sind die ständigen Wiederholungen und Beschreibungen von Opfern oder Menschen. Aber auch das ist der Dichtkunst von Homer geschuldet und man kann es in einer Übersetzung nicht einfach weglassen. Dann wäre es ja nicht mehr Homer. Ich kann dieses Buch nicht normal rezensieren und nun auch noch etwas über die Figuren sagen oder diese kritisieren. Dass Odysseus im Mittelpunkt steht, sollte bekannt sein. Da es noch sehr viel mehr Figuren gibt, gibt es ja das Verzeichnis über Namen und Orte am Ende der Ausgabe. Des Weiteren findet man noch ein Nachwort von Walter Burkert, das sehr gelungen ist. Ebenfalls gern gelesen habe ich die Zeilen „Zur Übersetzung“ von Steinmann. Beide Texte vermitteln ein gutes Gefühl für das Gesamtwerk. Fazit Die Übersetzung der „Odyssee“ von Kurt Steinmann, die der Penguin Verlag als Taschenbuch herausgegeben hat, ist ein wahres Wunder. Es ist trotz schweren Stils sehr schön zu lesen und entführt in eine ganz andere Zeit. Die Geschichte um Odysseus ist spannend und voller Abenteuer. Zusätzlich bildet sie ein kleines Stück Allgemeinwissen und Weltliteratur. Und selbst, wenn man es sich nicht zutraut, dieses Meisterwerk zu lesen, wird dieses Buch in jedem Regal zum Schmuckstück. Denn nicht nur der Stil beinhaltet Eleganz – das Cover tut es auch. Ich vergebe 5 Spitzenschuhe, da alles andere eine Beleidigung wäre. Investiert die Zeit, es lohnt sich!

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Odyssee

Von: Erika Mager

23.12.2016

Täglich versuche ich ein bis zwei Seiten in der „Odyssee“ zu lesen, die ich in einer schönen Taschenbuchausgabe im Penguin-Verlag gefunden habe. Hier liegt eine Neuübersetzung aus dem Griechischen von Kurt Steinmann vor, die gut zu lesen ist. Ich genieße es, die Zeilen wenigstens halblaut zu lesen. So erlebe ich die Musikalität und den Inhalt des Stücks hautnah. »Jener erkannte mich gleich, als er mich mit den Augen erblickte, und wehklagend sprach er zu mir die gefiederten Worte: >Zeus' Sproß, Sohn des Laertes, erfindungsreicher Odysseus, Ärmster, schleppst auch du mit dir ein böses Verhängnis, wie ich es droben stets ertrug im Lichte der Sonne?...< « Wer sich ohne Angst so einem großen Klassiker wie der Odyssee nähern möchte, kann hier sicher sein, nicht überfordert zu werden.

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Odysee

Von: Nicca

31.10.2016

All diejenigen, die Latein in der Schule hatten, werden Homers Odyssee kennen. Die einen werden sie lieben, die anderen werden sie hassen. Ich habe diese Texte in der Schule gehasst. Das lag aber nicht an dem Inhalt, sondern nur daran, dass ich das alles selbst übersetzen musste und es einfach nur schrecklich für mich gewesen ist. Aber ich wollte mir die ganze Odyssee endlich selbst durchlesen und mir eine eigene Meinung über den Inhalt bilden, anstatt mich von schlechten Lehrern, genervten Mitschülern & Co. beeinflussen zu lassen. Wie immer bei Manesse gefällt mir das Buch von Außen sehr gut. Schönes Cover, gutes Format, gut lesbare Schriftart. Ich finde die Geschichte sehr interessant. Man kann eigentlich fast überall Parallelen zum echten Leben erkennen, auch wenn manche Dinge (wie beispielsweise die Sirenen) logischerweise erfunden sind. Außerdem habe ich auch vor, mir das Theaterstück dazu anzusehen (kein klassisches sondern eher ein neu interpretiertes, welches an unsere Zeit angepasst wurde) und es wird bestimmt sehr interessant sein, die Stellen zuhause noch mal nachzulesen und vergleichen zu können. Fazit Ein Klassiker, den jeder lesen sollte.

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