Leserstimmen zu
Anleitung zum Gehen

Edo Popović

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Poetisch-philosophisch wird Edo Popovićs Essay Anleitung zum Gehen angepriesen. Das hat mich auf die 176 Seiten des kroatischen Schriftstellers, erschienen bei Luchterhand in der Übersetzung von Alida Bremer, sehr neugierig gemacht. Mit geradezu elementaren Fragen geht der Autor hier seine Erlebnisse des Wanderns an. Er berichtet, wie er die Berge Kroatiens besteigt. Natürlichkeit, Besinnung, aber auch Existenzfragen und Stille sind es, die den Erzähler begleiten. Der ist hier nahe am Autor anzusiedeln. Unterlegt sind die philosophischen Gedankengänge mit Bildern, Momentaufnahmen aus den Bergen. Wieviel gerade in die anekdotenhaften Erlebnisse als literarisch zu verorten ist, bleibt unklar. Irgendwie ist alles im Bereich des Möglichen. Das zwischen den Steinen versteckte Mobiltelefon, weil nur dort Empfang ist etwa. Oder diese eigentümliche Verbindung von Menschen, weit ab der Großstädte. Dort, wo Einsamkeit Alltag ist, verschiebt sich der Blickwinkel. Doch nicht nur auf der sozialen Ebene, auch auf der der Wahrnehmung. Diese Mischung aus Faszination und Gefahr, aus Heimat und Fremde, die der Natur innewohnt. Sie dringt durch in den gemächlichen Seiten. Denn der Erzähler will nicht hetzen, im Gegenteil. Vielmehr verweigert er sich in Handlung und Wort der Beschleunigung des Alltags. Er stellt sie sogar zur Rede, die Hast, die uns jeden Tag ergreift. Karikiert sie in den Wanderern, die Gipfel abhaken, anstatt sie zu erfahren. Dass dabei Fragen nach Sinn und Zweck aufkommen, ist logisch wie verblüffend. Denn die Antworten werden, teilweise nur in Ansätzen, gleich mitgeliefert. Die große Kritik, die das allumfassende Böse in unserem Leben anklagt, bleibt aus. So sind eben Menschen, scheint der Text zu sagen. Ein bisschen großväterlich vielleicht. Aber auch mit Blick auf die Auszeit, die auch der Erzähler im Wandern erfährt. Eine Pause, aus der er aber wieder zurückkehren wird. Dass Popovic dabei nicht belehrend, sondern viel mehr betrachtend bleibt, finde ich sehr gut gelöst. Er schwingt keinen Zeigefinger, sondern staunt viel mehr. Das Staunen steht auch im Mittelpunkt, wenn es um die Natur geht. Die Berge, die Tiere, die Pflanzen, den Wind. Alltägliches eigentlich und doch in neuen Fokus gerückt. Bestaunenswert. Mit Sicherheit ist Anleitung zum Gehen kein aufregendes Buch. Der Text geht eben, er rennt nicht. Wer sich schon einmal im Wandern verloren und doch eigentlich gefunden hat, wird den Erzähler und den Autor verstehen. Es sind auch im Grund keine neuen Fragen, die dabei gestellt werden. Aber sie werden gut gestellt und weitergedacht. Ein Buch zum Mitdenken also. Nicht nur für alle, die diesen Sommer in Kroatien wandern gehen wollen. Auch Menschen, die einfach gerne den Wiedererkennungsmoment mit der Natur erleben, lesen sich in Anleitung zum Gehen völlig ein. Auf jeden Fall aber ist es tatsächlich poetisch-philosophisch. So einfach – einfach so.

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Bei dem Buch "Anleitung zum Gehen" von Edo Popovic handelt sich nicht um ein Sachbuch, wie man vielleicht zunächst denken würde, sondern um einen poetisch-philosophischen Ratgeber, der uns zeigt was wir im Leben tatsächlich brauchen. Der Autor kritisiert die Hektik, den Umgang mit der Natur und das selbstzerstörerische Wesen des Menschen. Durch die poetische Darstellung, der lyrischen Sprache, vielen Zitaten und traumhaften Bildern der Velebit Gebirge teilt der Autor seine Wandererfahrungen und gewonnenen Weisheit mit dem Leser. Meine Meinung: Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da viele Textzeilen und ausgewählte Zitate einen immer wieder Denkanstöße bieten und zum Nachdenken anregen. Zudem schafft es der Autor seine Kritik durch seinen besonderen und poetischen Schreibstil, der zugleich an einigen Stellen seinen Humor durchschimmern lässt, gut rüber zu bringen. Insgesamt ist das Buch außerdem durch die vielen Fotografien und eingebauten Zitate wundervoll gestaltet. Zitate aus dem Buch: "Wenn dein Ziel in der Zukunft liegt, dann ist es schon zu spät." - Kōdō Sawaki

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Wer hier schon länger mitliest weiss, dass ich eine Schwäche für osteuropäische Autoren, ihre Geschichten und Erzählungen, ihre Sprache, ihren Humor und ihre Denkweise habe. Es verwundert also nicht, dass ich mir das neuste Buch von Popović - nachdem ich einige Monate lang um das Buch herumgeschlichen war - in einer schwachen Minute unter den Nagel reissen, respektive anfordern musste. Und meine Schwäche hat sich gelohnt, obwohl mich das Buch in seiner Aufmachung sehr überrascht hat, weil ich mir im Voraus ganz andere Vorstellungen gemacht hatte. Es fällt mir gar nicht so leicht, zu beschreiben, um was es in diesem Buch überhaupt geht. Es kann als eine Wanderung durch Gedankenwelten, als Denkanstoss, als Einladung zum Entdecken einer wunderschönen Landschaft, als philosophische Betrachtung des Lebens und als Zitate- und Bildersammlung verstanden werden. Vielleicht wird man dem Autor und seinem Werk aber auch nur dann gerecht, wenn man "Anleitung zum Gehen" aus allen genannten Perspektiven betrachtet. Die Kritik des Autors am Umgang des Menschen mit der Natur, an der Hektik des Lebens und an der Ruhelosigkeit und der Oberflächlichkeit unserer Zivilisation ist auf jeder Seite spürbar. Er bietet in seinem Buch aber gleich die Therapie all dieser "Beschwerden" an, indem er traumhaft schöne Bilder von seinen Wanderungen und Zitate, denen er in seinem Leben begegnet ist, im Buch verarbeitet und einbindet. So hat jedes der fünfzehn Kapitel ein bestimmtes, in sich abgeschlossenes Thema und lässt sich dadurch gut in kleinen Abschnitten lesen. Der Autor lässt aber auch immer wieder seinen feinsinnigen, manchmal provokativen, manchmal augenzwinkernden Humor durchschimmern und ermuntert so seine Leser daran, dass man das Leben auch nicht immer so todernst nehmen muss. Meine Empfehlung: Ich habe dieses Buch in den letzten Tagen immer zum ersten Kaffee am Morgen gelesen. Je ein Kapitel pro Tag. Mehr ist auch fast gar nicht möglich, da jedes der Kapitel so viele Denkanstösse in Form von wunderschönen Bildern und Zitaten bietet, dass man sich einen ganzen Tag lang damit beschäftigen kann und gar keine grösseren Häppchen zu lesen braucht. Ich empfehle "Anleitung zum Gehen" sehr gerne an alle Denker und an alle, die auf der Suche nach Denkanstössen sind, weiter. Zusätzliche Infos: Titel: Anleitung zum Gehen Bilder zu jedem Thema Autor: Edo Popović, geb. 1957, lebt in Zagreb. Er war Mitbegründer einer der einflussreichsten Underground-Literaturzeitschriften des ehemaligen Jugoslawiens. 1991 bis 1995 arbeitete er als Kriegsberichterstatter, dessen unideologische Reportagen ebenso angesehen wie gefürchtet wurden. Sein erster Roman „Mitternachtsboogie“ avancierte zum Kultbuch seiner Generation. Mit den folgenden Romanen, u.a. „Der Aufstand der Ungenießbaren“, „Ausfahrt Zagreb-Süd“ und „Stalins Birne“, seinen Erzählbänden und seinem Essay „Anleitung zum Gehen“ wurde Popović zu einem der aufregendsten osteuropäischen Erzähler. Fester Einband: 180 Seiten Sprache: Deutsch Originalsprache: Kroatisch Übersetzt von: Alida Bremer Verlag: Luchterhand Erschienen: 15.06.2015 ISBN: 978-3-630-87356-5

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Der Roman von Popovic handelt von der Suche nach der Ruhe in einer zu hektischen Zeit. Dort wo alles immer schneller funktionieren muss versucht er zu entspannen und begibt sich auf einen etwas anderen Selbstfindungsweg. Besonders gut gefällt mir das Design des Buches, welches immer wieder von großen Bildern gesäumt wird und auf sehr hochwertigem Papier gedruckt ist. Der Schreibstil ist recht kurzweilig und macht Lust auf mehr!

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Gleich ins Auge gesprungen ist mir das Cover sowie der Titel. Nach Jakobsweg-Erfahrungsberichten und anderen Erzählungen von Wander- und Pilgerreisen freute ich mich schon auf eine andere Art von Geherlebnissen. Bereits 2009 ist das kroatische Original erschienen und seit Juni 2015 auch auf dem deutschsprachigen Buchmarkt erhältlich. Auf 176 Seiten begegnen wir nicht nur Orten oder Wandererzählungen, sondern philosophischen Reden über Zeit, Wasser und Gipfelstürmerinnen. Diese poetischen Darstellungen werden von Bildern, genauer gesagt von Photos, und Zitaten verschiedenster Menschen untermalt. Edo Popović schafft es, zum Nachdenken anzuregen, allerdings würde eine Umsetzung der Anregungen, die dieses Buch enthält, für mich fast unmöglich sein. Wer kann sich schon von Arbeitgebern fernhalten und das tun, wozu er/sie wirklich Lust hat, wenn man nicht nur für sich selbst verantwortlich ist? Mit anderen Gedanken kann ich mich dafür recht gut anfreunden, zum Beispiel ist die Rede von der Zeit, die man hat und was man damit anfängt. Sehr gut gefallen hat mir das Kapitel ‚Literatur für Wanderer‘, welche in Leichtere Bücher (für den Rucksack) und Schwere Bücher (für das Regal) unterteilt ist. Dort findet sich eine zufällige Auswahl an Büchern, etwa von Lao Tse, T.S. Eliot oder Aldous Huxley und Stephen Hawking.

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Wo ist er gewesen?

Von: Heinrich aus Berlin

06.01.2016

Der Velebit ist schon ein außerordentliches Gebirge, auch durch die unmittelbare Nähe zur Adriaküste. Popović beschreibt mit viel Kenntnis und Erfahrung die Details der Landschaft und Natur und Kultur, die sie birgt. Schön wäre es, auch eine Karte zu sehen, die die Orte und Wege des Wanderers Popović aufzeigt. Die beigefügte Skizze ist leider nicht ausreichend.

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Die Welt ist so schnell geworden. Wir alle hetzen und lassen uns hetzen. Wir sprechen nicht mehr miteinander, sondern allerhöchstens nebeneinander her - diese düstere Beschreibung steht am Beginn dieses doch recht ungewöhnlichen Buches, das ich mir im Bloggerportal ausgesucht hatte. "Anleitung zum Gehen" ist weniger ein philosophisches Sachbuch über Entschleunigung, wie ich es erwartet hatte, als ein sehr bildgewaltiges und sprachfabulierendes Werk über die Schönheit, die man im Langsamen findet. Genau das hat es mir aber auch recht schwer gemacht, mich hier fallen zu lassen. Besonders die ersten Seiten waren für mich so das übliche Gesellschafts-Lamento, wie schlimm doch die neue technisierte Welt ist und wie wenig achtsam wir mit unserer Umwelt umgehen. Das war so viel Altbekanntes, so viel Schwelgen in der Schlechtigkeit der Welt, dass ich um ein Haar aufgegeben hatte, weil ich dachte, ich kann jetzt genau sagen, worauf das Buch hinausläuft. Aber dann wurde ich doch eines besseren belehrt. Dann kamen da eben auch wunderschöne Betrachtungen über das Wandern, unterlegt mit großartigen Fotos, in denen manchmal Details festgehalten wurden, an denen man sonst vorbei gelaufen wäre. Das Buch ist kein Sachbuch. Es ist Lyrik in Prosaform - daran muss man sich gewöhnen. Edo Popovic schwelgt in Betrachtungen und einer sehr philosophisch-lyrischen Sprache. Aber nach zwei Stunden Lesen, wenn man dem Buch ein wenig Zeit gewidmet hat, merkt man, wie sehr man beim Lesen selbst entschleunigt hat. Und das ist doch eigentlich ganz schön :-) ,Die Welt ist so schnell geworden. Wir alle hetzen und lassen uns hetzen. Wir sprechen nicht mehr miteinander, sondern allerhöchstens nebeneinander her - diese düstere Beschreibung steht am Beginn dieses doch recht ungewöhnlichen Buches, das ich mir im Bloggerportal ausgesucht hatte. "Anleitung zum Gehen" ist weniger ein philosophisches Sachbuch über Entschleunigung, wie ich es erwartet hatte, als ein sehr bildgewaltiges und sprachfabulierendes Werk über die Schönheit, die man im Langsamen findet. Genau das hat es mir aber auch recht schwer gemacht, mich hier fallen zu lassen. Besonders die ersten Seiten waren für mich so das übliche Gesellschafts-Lamento, wie schlimm doch die neue technisierte Welt ist und wie wenig achtsam wir mit unserer Umwelt umgehen. Das war so viel Altbekanntes, so viel Schwelgen in der Schlechtigkeit der Welt, dass ich um ein Haar aufgegeben hatte, weil ich dachte, ich kann jetzt genau sagen, worauf das Buch hinausläuft. Aber dann wurde ich doch eines besseren belehrt. Dann kamen da eben auch wunderschöne Betrachtungen über das Wandern, unterlegt mit großartigen Fotos, in denen manchmal Details festgehalten wurden, an denen man sonst vorbei gelaufen wäre. Das Buch ist kein Sachbuch. Es ist Lyrik in Prosaform - daran muss man sich gewöhnen. Edo Popovic schwelgt in Betrachtungen und einer sehr philosophisch-lyrischen Sprache. Aber nach zwei Stunden Lesen, wenn man dem Buch ein wenig Zeit gewidmet hat, merkt man, wie sehr man beim Lesen selbst entschleunigt hat. Und das ist doch eigentlich ganz schön :-)

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Edo Popovic, kroatischer Schriftsteller und Journalist, bekanntester Kriegsberichterstatter Kroatiens, hat 50 Jahre lang Weisheiten über die Menschheit und ihr oft selbstzerstörerisches Wesen gesammelt und zusammengetragen in der „Anleitung zum Gehen“ , erschienen bei Luchterhand. Auf seiner Rückseite wird das Buch beschrieben als „ein poetischer Ratgeber, der uns lehrt, was wir selbst sind und unsere Welt zum Überleben brauchen.“ Zunächst vergleicht Popovic den heutigen Menschen mit seinen Vorfahren, die vor dreieinhalb bis vier Millionen Jahren lebten und die ersten aufrechten Schritte machten. Was haben wir noch mit dieser Kreatur gemeinsam und welche Entdeckungen, Errungenschaften und völlig Überflüssiges hat die Menschheit seitdem gesammelt und sich selber dadurch zum Sklaven dieser Errungenschaften gemacht. Angereichert werden diese Überlegungen zu den Aspekten Beschleunigung, Parzellieren der Welt und der Zeit mit Zitaten und Beschreibungen bekannter Denker wie z.B. Seneca. Es folgt eine Liste von überflüssigen Dingen und dann nimmt Popovic den Leser mit auf mehrere Wanderungen durch den Velebrit; er, der gerade ein schweres Lungenleiden einigermaßen überstanden hat und beim Wandern seine Lungen trainieren will, erfreut sich an der Natur. Ihn beeindruckt, das erste Mal eine Wolke zu atmen und den Felsen, die er sieht bringt er Hochachtung und Bewunderung entgegen, erfreut sich an frischem Wasser und der Gastfreundschaft, die ihm entgegengebracht wird und über sies und das – und begreift, dass alles, was er wirklich braucht in einen 40 Liter Rucksack paßt. Viele Fotos, hauptsächlich von Bergen und unberührter Natur lockern das Buch auf. Zugegeben, ich hatte mir unter einem poetischen Ratgeber etwas anderes vorgestellt und für mich zogen sich die Wanderungsbeschreibungen schon etwas, ohne mich wirklich zu begeistern. Nichts desto trotz sind die aufgestellten Denkanstöße interessant, wenn auch nicht so ganz neu. Was ist genug und hast Du soviel angesammelt, dass Deine Sachen Dich besitzen? Frage Deine Seele, was Du brauchst und bedenke, dass Du wirklich Wichtiges nicht kaufen kannst.

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