Leserstimmen zu
Die Enklave

Ann Aguirre

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Mein Fazit: Ann Aguirre hat mit ihrem Buch “Die Enklave” einen wirklich spannenden Jugendroman und einen “finsteren” Ausgang der Menschheit erschaffen. Die Geschichte ist sehr realistisch geschrieben und man versetzt sich von der erste Seite an gut in den neuen Lebensstil der Bewohner der Enklave. Besonders gut gefällt mir , dass viele Dinge und auch Namen, die für uns selbstverständlich heut zu Tage sind, den Bewohner nicht bekannt sind und somit teilweise wirklich erstaunliche Namen dafür erfunden werden. Dies macht die Geschichte noch authentischer. Auch die Umgebung und die Kämpfe in den U-Bahn Tunneln sind sehr realistisch und gut beschrieben. Der Leser kann sich gut das “primitive ” Leben der Bewohner hinein versetzen und befindet sich somit in einer Welt, die unserer nicht ganz fremd ist, jedoch auch sehr starke Unterschiede aufzeigt. Allem in allem muss ich sagen, dass ich dieses Buch nur so verschlingen habe und ich freue mich wirklich schon auf die Fortsetzung dieser Reihe. Deshalb vergebe ich 5 von 5 Stern,Fazit: Das erste mal habe ich von diesem Buch gehört habe, war in einer Radiosendung. Ohne das Cover oder den Klappentext gesehen zu haben, wusste ich sofort : dieses Buch muss ich lesen. Also gesagt getan. Das Cover hat mich sofort angesprochen und passt perfekt zu dem Titel des Buches "One of us is lying". Also einer der Vier Hauptcharakter (oder alle?) lügt und hat ein dunkles Geheimnis.  Das Buch lässt sich leicht lesen und ist super verständlich geschrieben. Jedes Kapitel wird aus der Sicht eines Hauptcharakter ( Bronwyn, Addy, Nate und Cooper) und ihre Sicht auf das Geschehene geschrieben. Die Story handelt um einen Mord an einem Highschool-Schüler. Alle 4 Hauptcharaktere waren bei dem Tod des Schülers dabei und stehen nun unter Mordverdacht.  Wer wissen möchte, wer den Schüler umgebracht hat und was es mit den Skandalpost über die 4 Schüler zutun hat, muss dieses Buch unbedingt lesen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen, da ich dieses Buch einfach nur verschlungen habe und bis zum Ende nicht wusste wer es war. Spannung pur !

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Ich liebe Dystopien und Die Enklave hat wieder einmal meine Sucht befriedigt. In dieser YA-Dystopie geht es um Mädchen15, das lange genug überlebt hat, um endlich einen Namen zu bekommen. Da niemand sicher sein kann, dass er lang genug überlebt, werden Namen erst mit dem Eintritt ins Erwachsenenleben vergeben. Dazu gibt es eine Zeremonie, in der der Name bestimmt wird. Mädchen15 wird so zu "Zwei". Ann Aguirre hat mit den New Yorker U-Bahn-Tunneln ein Setting geschaffen, dass total düster und gefährlich erscheint. Wenn Zwei mit ihrem Partner Bleich auf die Jagd geht, läuft einem ein Schauer über den Rücken, da man sich die Welt, in der die Beiden leben, so gut vorstellen kann. Auch die Enklave wird gut geschildert, so dass man schnell einen Eindruck bekommt, wie die anderen Menschen dort leben. Auch das New York, in das Zwei und Bleich verbannt werden, ist so geschildert, dass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Man kann sich anhand der Ereignisse und dem Zustand der Landschaft auch ein Bild davon machen, was eigentlich passiert sein muss, dass die Menschen lieber in den U-Bahn-Tunneln leben, anstatt an der Oberfläche. Sprachlich ist es sehr strikt und eher jugendlich geschrieben, was aber durch die Perspektive, in der Die Enklave geschrieben wurde, verständlich ist. Anders würde das Buch nicht zur Protagonistin passen. Zwei macht mir von Anfang an einen speziellen Eindruck. Sie schildert mit Genauigkeit, wie die Menschen in der Enklave "College" leben und wie sehr sie sich wünscht eine Jägerin zu sein. Jahrelang hat sie eine Ausbildung durchlaufen, um schließlich mit einem Partner in die Tunnel gehen zu können. Gejagt werden kleine Tiere (Ratten), die in der Umgebung der Enklave leben und sogenannte Freaks (Zombies?), die das Leben und den Handel stören. Zwei ist eine willensstarke Person, die sehr kämpferisch ist und ihren Traum unbedingt erfüllen will. Ihr erster Kontakt mit "Oben" (New York) ist für sie verstörend, was ich sehr realistisch finde, wenn man das ganze Leben bislang nur in den finsteren U-Bahn-Tunneln gelebt hat. Bleich hingegen ist zurückhaltend und analytisch. Er tauchte irgendwann einmal vor den Wachen der Enklave auf und wurde aufgenommen, da er ein guter Kämpfer ist. Man erfährt über ihn nur das, was auch Zwei erfährt und lernt Bleich daher erst spät kennen. Bis dahin bleibt er mysteriös und geheimnisvoll. Er ist aber auf keinen Fall der perfekte Junge, den man ja öfter in Jugendromanen findet. Er leidet und macht Fehler, die ihn sehr menschlich erscheinen lassen. Zwei und Bleich sind daher ein richtig gutes Team, das man als Leser schnell ins Herz schließt. Das Buch ist in zwei größere Abschnitte eingeteilt. Im ersten geht es darum, wie Zwei und ihre Enklave überleben, was in den Tunneln sonst so geschieht und auf welche Weise "College" geleitet wird. Im zweiten Teil kommt es dann zur Verbannung, von der im Klappentext die Rede ist. Den ersten Abschnitt habe ich allerdings ebenfalls als sehr spannend empfunden, auch wenn ich mich öfter gefragt habe, wann Zwei denn nun verbannt wird. Es dauert eine ganze Weile, bis es zum Bruch kommt und man die Gründe für die Verbannung erfährt. Insgesamt ist der erste Abschnitt allerdings mindestens genauso wichtig, auch wenn er im Klappentext eher vernachlässigt wird. Ich habe es geliebt, wenn Zwei und Bleich durch die Tunnel gelaufen sind, weil die Schilderung so realistisch sind und man sich sogar vorstellen kann, wie es in den Tunneln riechen muss. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt jedoch: Man erfährt zu wenig darüber, was passiert ist und muss sich vieles zusammenreimen. Wie ist Amerika zu dem geworden, wie es im Buch beschrieben wird? Da auch Zwei und Bleich nach Antworten suchen und nur sehr wenig finden, hoffe ich, dass es in den folgenden Bänden der Reihe eine bessere Aufklärung gibt. Bewertung Was ein tolles Buch! Nachdem ich Die Enklave zugeklappt hatte, wollte ich sofort wissen wie es weitergeht und bin gerade ganz geschockt, dass der zweite Band diesen Herbst gerade mal auf Englisch erscheint. Ich hoffe, dass es bis zur deutschen Veröffentlichung nicht mehr allzu lange dauert. Sprachlich und inhaltlich hat mich Die Enklave von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt.

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Meine Meinung: Zwei war mir sofort sympathisch. Das Buch wird in Ich-Form aus ihrer Sicht erzählt und man taucht gleich in ihr Leben ein. Sie ist eine Kämpferin. Sie hat von klein auf verbissen trainiert, um eine gute Jägerin zu werden. Bleich ist am Anfang unnahbar und lässt niemanden an sich ran. Er ist anfangs ein Einzelgänger. Mit der Zeit hab ich ihn aber richtig lieb gewonnen. Unter seiner harten Schale verbirgt sich doch ein weicher Kern. Die Jugendlichen in der Enklave wirken alle sehr erwachsen und diszipliniert. In der Enklave gibt es nicht viel Zeit für die Kindheit. Die Bewohner müssen ihr Überleben sichern. Sie halten sich an die Regeln der Ältesten. Wer sich nicht daran hält, wird verbannt. Mit der Zeit erfährt Zwei aber, dass nicht alles, was die Ältesten erzählen, der Wahrheit entspricht, aber wahrscheinlich wissen sie es auch nicht besser. Die Bewohner der Enklave bekommen in einer Zeremonie ihren Namen. Die Idee zur Namensvergabe finde ich lustig. Da kann man ja wirklich nur hoffen, dass man nicht einen ganz blöden Namen bekommt. ;-) Die Orte der Handlung werden gut beschrieben. Das unterirdische Leben erinnert ein bisschen an "Seelen", die Freaks erinnern ein bisschen an die Kranks beim zweiten Teil von Mazerunner. Aber daran erinnern ist auch schon alles, weil das Buch wirklich komplett anders ist. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Der erste spielt sich in den Tunneln in der Enklave ab. Diesen Teil finde ich wirklich sehr schön. Es wird erklärt, wie die Enklave funktioniert. Leider gibt es keine Informationen über die Geschichte der Enklave, da alles aus Zweis Sicht geschildert wird und sie nicht viel davon weiß. Im zweiten Teil kommt Zwei dann an die Oberfläche. Ich finde schade, dass im Klappentext soweit vorgegriffen wird. Das passiert ja erst bei etwa der Hälfte des Buches. Schön finde ich die Beschreibungen, als Zwei und Bleich an die Oberfläche kommen und Zwei so viele Sachen nicht kennt, weil sie noch nie gesehen und auch noch nie von ihnen gehört hat. Jedoch finde ich, dass im zweiten Teil dann einige Sachen unlogisch und für mich nicht nachvollziehbar sind. ACHTUNG SPOILER: Ich hätte jetzt nirgends gefunden, wie lange der Krieg her ist, aber nachdem viele Dinge in Vergessenheit geraten sind und auch nur mehr wenige Menschen schreiben und lesen können, muss es doch schon länger her sein. Ich würde schon auf mehrere Generationen tippen. Und da finden die in Häusern Konservendosen, die noch essbar sind? Und Wasserflaschen? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Vor allem, dass die nicht auch schon vorher wer gefunden hat. Im Nachwort erzählt die Autorin von ihren Recherchen und auch, dass es Experimente gibt und Konservendosen nach langer Zeit wirklich noch essbar waren. Wahrscheinlich isst man in so einer Situation auch alles. Auch die Aufnahme von Pirscher in die Gruppe verstehe ich nicht. Nachdem sich Zwei, Bleich und das Mädchen Tegan von der Gang befreit haben, nehmen sie Pirscher in die Gruppe auf. Er wollte Bleich umbringen. Er hat Tegan misshandelt und zugelassen, dass sie von Gangmitgliedern vergewaltigt wird und hat sich selbst auch beteiligt. Dasselbe hatte er auch mit Zwei vor. Und den nehm ich dann in die Gruppe auf? Und Tegan vergisst dann alles, was er getan hat? Das kann ich mir nicht vorstellen. SPOILER ENDE Ich bin mir auch im zweiten Teil ein bisschen gehetzt vorgekommen, als hätte die Autorin keine Zeit mehr gehabt. Manche Sachen waren so schnell abgehandelt. Das hätte man noch viel mehr ausbauen können. Als Minuspunkt empfinde ich, dass im Klappentext nicht darauf hingewiesen wird, dass es sich um den Anfang einer Reihe handelt. Genauso steht auch beim zweiten Teil nichts im Klappentext, das Buch hatte ich nämlich schon zuerst, bis ich draufgekommen bin, dass es da einen Vorgänger gibt und den wollte ich dann doch vorher lesen. ACHTUNG SPOILER: Im Klappentext steht auch: "Aus den Trümmern der Welt erblüht eine unsterbliche Liebe …" Ja, es bahnt sich eine Liebesgeschichte an, aber die bleibt im Hintergrund, was ich als sehr angenehm empfinde. Als unsterbliche Liebe würde ich das jetzt nicht bezeichnen, kommt für mich zumindest nicht raus. SPOILER ENDE Der Schreibstil ist locker lässig. Das Buch ist gut und flüssig zu lesen. Fazit: Die Grundidee finde ich super. Schwächen im zweiten Teil. Aber ich finde, dass Zwei ein toller Charakter ist. Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie es weitergeht.

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Inhalt Die Oberfläche ist verseucht, giftiger Regen erschwert das Atmen und brennt auf der Haut. Viele der Überlebenden haben sich in die alten U-Bahntunnel geflüchtet, sich zu Kollektiven zusammengeschlossen und leben so tief unter der Erde. Das erzählt man sich jedenfalls. Doch ist die Oberfläche wirklich unbewohnbar geworden? Zwei kennt nur die Dunkelheit der Tunnel, in denen sie geboren und aufgewachsen ist. Mit der Überzeugung, dass die Enklave, der sie angehört, die wirkungsvollste Strategie zum Überleben gefunden hat, hat sie sich zur Jägerin ausbilden lassen. Gemeinsam mit ihrem Partner Bleich kämpft sie gegen die Freaks, zombieähnliche Monster, die immer wieder Menschen anfallen und ihre Gemeinschaft bedroht. Eines Tages sorgt allerdings eine gewichtige Entdeckung dafür, dass in ihr Zweifel an den Entscheidungen ihrer Anführer geweckt werden. Um ihre Freunde zu schützen, macht sie sich zur Zielscheibe und wird nach Oben verbannt. Und ist vollkommen überrascht davon, dass Bleich sofort einwilligt, sie zu begleiten. Meinung Die Idee des Buches, eine komplette Welt unter der Erde darzustellen, hat mich sofort fasziniert. Inhaltlich hat mich der Plot mit den unheimlichen Freaks sofort an Metro 2033 erinnert, das ich zwar noch nicht gelesen habe, aber zumindest das Computerspiel dazu kenne. Atmosphärisch bringt die Autorin genau das rüber, was ich von diesem Schauplatz erwartet habe, und schafft sogar noch mehr: Die an eine frühe Kultur erinnernde Enklave mit ihren Lebensweisen und vor allem Richtlinien zum Überleben wird realitätsnah beschrieben. Bedrückend, düster, gefährlich, schnörkellos, so präsentiert sich dem Leser der Alltag in den alten U-Bahntunneln. Anfangs erkennt man kaum, dass man eigentlich eine Zukunftsversion der eigenen Gegenwart und keine Höhlen einer vergangenen Epoche vor sich hat. Erst nach und nach erschließt sich die wahre Tragweite einer Existenz in jener unwirklichen Umgebung. Dabei hat mich Ann Aguirre immer wieder überrascht, wie gut es ihr gelingt, diesen unbedarften Blick auf für uns so alltägliche Orte und vor allem Gegenstände darzustellen. Man wird regelrecht in die Perspektive Zweis hineingeworfen und kann sich daher auch sehr gut mit ihr identifizieren. Der flüssige und fesselnde Schreibstil und die spannende, abwechslungsreiche Handlung tragen ihr Übriges dazu bei, dass man von der Geschichte gefangen genommen wird und unbedingt weiterlesen will. Die richtig dosierten Actionszenen und eine Liebesgeschichte, die sich entgegen anderer Dystopien nicht zu sehr in den Vordergrund drängt, haben mir besonders gut gefallen. Man ist wirklich mittendrin und fühlt sich nicht nur wie ein Beobachter. Gerade deswegen ist es manchmal etwas ärgerlich, dass gewisse Ereignisse zu schnell abgehandelt werden. An einigen Stellen springt die Handlung von einem Schauplatz zum anderen, was einen schon mal aus dem kurzweiligen Lesefluss reißen kann. Obwohl die knappe Art der Berichterstattung sehr zu Zweis pragmatisch veranlagtem Charakter passt, wirkt sie hin und wieder doch zu knapp. Fazit Die Enklave bietet eine mitreißende Story und mit den zombieähnlichen Freaks Gegner, die auch männlichen Lesern zusagen könnten. Anlehnungen an gewisse Computerspiele sind auf alle Fälle gegeben, selbst wenn Zweis Schicksal wesentlich tiefgründiger gestaltet ist als die meisten Horrorshooter. Die Hauptfiguren wissen zu überzeugen, ihre Lebensweise und Lebenseinstellung sind perfekt auf die Umgebung abgestimmt, in der sie aufgewachsen sind. Ab und zu ist die Handlung nicht so detailreich geschildert, wie ich es gerne gehabt hätte, aber das hält sich in Grenzen. Für all diejenigen, die eine andersartige Dystopie suchen, bei der weniger irgendwelche romantischen, sondern eher actionreiche Szenen im Vordergrund stehen, ist der Roman bestens geeignet.

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Irgendwann in der Zukunft ... Jahrzehnte nach einem vernichtenden Holocaust ist New York eine verfallene, verwahrloste Stadt. Nur wenige Menschen haben überlebt und fristen ihr Dasein zurückgezogen von den Seuchen und dem sauren Regen in den weitläufigen U-Bahn Schächten und der Kanalisation. In großen Gruppen leben sie in sogenannten Enklaven zusammen und ihr System gründet auf dem Leitsatz, dass nur der Stärkere überlebt. Zwei ist eine von ihnen. Die Anführer ihrer Enklave sind noch jung, gerade mal Anfang 20, denn das Überleben in den finsteren Katakomben ist geprägt von Hunger, Degeneration und Kämpfen. Jede Enklave muss ihr Territorium verteidigen – nicht nur gegen die anderen Überlebenden, sondern auch gegen die Freaks: mutierte Wesen, die durch die dunklen Gänge streuen und alles jagen und töten, das ihnen über den Weg läuft. Zwei hat sich gerade ihren Namen und den Status als Jägerin verdient. Ihr Stolz darauf währt allerdings nicht lange, denn ihr neuer Partner, der ihr zur Seite stehen soll, ist alles andere als das, was sie sich erhofft hat. Sein Name ist Bleich und er ist anders. Er hat jahrelang allein in den düsteren Tunneln überlebt und hält sich nur aus Zwang an die Gesetze und Regeln, die die Anführer aufgestellt haben. Und er behauptet, er kam von Oben … Meine Meinung Als erstes muss ich leider (mal wieder) anmerken, dass der Klappentext viel zu weit vorausgreift und somit der ersten Hälfte des Buches die Spannung genommen hat. Darum habe ich in meiner Inhaltsangabe nur auf den Anfang zurückgegriffen. In die Geschichte hab ich mich eingewöhnen müssen. Es fiel mir nicht leicht, obwohl ich gar nicht so genau sagen kann, warum. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, aber nach einiger Zeit kam ich gut rein und die Handlung hat mich immer tiefer in diese düstere Atmosphäre gezogen. Manche Szenen wirkten „abgehandelt“, die hätte man noch weiter ausbauen können – dafür zieht es sich aber an keiner Stelle und es war eine fortlaufende unterschwellige Spannung spürbar. Die Handlung wird geprägt von einer trostlosen Stimmung, die nur von Kämpfen und dem konventionellen Zusammenhalt Einzelner unterbrochen wird. Das Sagen in der Enklave von Zwei haben der Anführer Dreifuß, der Worthüter Zwirn und die Jägerin Seide. Ihr Wort ist Gesetz und jede Missachtung wird mit Verbannung und damit dem Tode bestraft. Es gibt Schaffer, die für die handwerklichen Fertigkeiten zuständig sind, die Zeuger, die für das Fortbestehen ihrer kleinen Bevölkerung sorgen und die Jäger, die Nahrung beschaffen und die nahe Umgebung sichern. Die Kinder werden einfach nur „Bälger“ genannt und haben eine Nummer – ihren Namen erhalten sie erst, wenn sie sich in einem der Posten ausreichend bewährt haben. Die Namensgebungen wirkten anfangs seltsam, woran ich mich aber schnell gewöhnt habe. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Zwei. Dadurch kommt man ihr sehr nahe und erlebt ihre rationale, eher von Instinkten gezeichnete Natur. Sie wirkt stolz, ausdauernd, aber auch abgestumpft durch die grausamen Regeln, derer sie sich ihr ganzes Leben lang unterordnen musste. Aber auch in ihr regen sich Gefühle, die sie nicht einordnen kann - Mitgefühl und Unrechtsbewusstsein kratzen an ihrem Weltbild und die gemeinsamen Streifzüge mit Bleich stellen ihre ganzen Überzeugungen auf den Kopf. "Die Wahrheit hatte es manchmal schwer, wenn sie nicht unseren Erwartungen entsprach." S. 123 Der Charakter von Bleich kristallisiert sich im Laufe der Handlung immer sympathischer und überzeugender heraus und es ist spannend zu verfolgen, wie Zwei mit diesen neuen Erfahrungen und Gefühlen umgeht. Die brutale Welt, in der sie aufwachsen, zwingt sie dazu, alles aufzugeben, was einen "guten" Menschen ausmacht - doch Bleich hat erkannt, dass diese Art zu überleben keine Berechtigung hat. War ich anfangs noch skeptisch, hat mich das Buch Seite um Seite mehr mitgerissen. Vor allem die überraschenden Wendungen im zweiten Teil, die schlüssigen Entwicklungen und die düstere Atmosphäre haben mich überzeugt. Ich habe hier sehr zwischen 4 und 5 Sternen geschwankt, möchte mich aber dann doch für die volle Punktzahl entscheiden. Fazit Die Autorin hat hier eine düstere Postapokalypse beschrieben, die die Wahrheit in einem grotesken, beängstigendem Bild erscheinen lässt. Ein grausames, gefühlloses Leben, dem sich die Protagonisten stellen müssen, verlangt alles von ihnen ab und die Entwicklungen nehmen spannende, überraschende Wendungen. Wenn man sich auf diese Welt einlassen kann, kann ich es auf jeden Fall weiterempfehlen!

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Gut zu lesen

Von: Lisa

28.01.2015

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Enklave ist wie ein Action-Film: man lehnt sich zurück, genießt die Show und lässt sich gefangen nehmen.

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