Leserstimmen zu
Wandervögler

Catherine Herriger

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Einwand

Von: Theo Kriebel aus Weßling (D)

17.08.2011

Einige Anmerkungen zum Buch "Wandervögler". Diese beziehen sich auf die Behauptung, dass die vielleicht einmal vorhanden gewesene männliche genetische Prägung zur Verbreitung des eigenen Spermas heute sicher nicht mehr vorhanden ist. Die schönsten Zeiten im männlichen Leben sind die Zustände der Verliebtheit, verbunden mit hingebungsvollem, intensivem Sex. Das ist Glück. Kein Mann kann diesen "paradiesischen" Zustand mit ein und der selben Frau auf Dauer erhalten. Glück wandelt sich so zur Zufriedenheit. Der Unterschied zwischen Glück und Zufriedenheit ist die Quelle des männlichen Bedürfnisses, den Zustand des Glücks wieder zu erreichen. (Ich postuliere dies auf Grund meiner Lebenserfahrung.) Dieser Unterschied kann durchaus auf eine genetisch bedingte Veranlagung zurückgeführt werden, die Männer dazu bringt in der Konkurrenz mit anderen Männern erfolgreich zu sein. Denn Männer haben bei Frauen umso leichter Erfolg, je erfolgreicher sie im Konkurrenzkampf sind ("nichts ist so erfolgreich wie der Erfolg", alte Volksweisheit). Dies mag daran liegen, dass Frauen lieber Kinder von erfolgreichen Männern bekommen, zwecks materieller Sicherung der "Aufzucht" (meine männliche Spekulation!). Frau Herriger behauptet nun kühn, dass diese genetische Veranlagung zum "Wandervögeln" nicht (mehr) existiert. Ich halte das für falsch. Das sogenannte erwachsene Verhalten eines Mannes besteht (neben den im Buch erwähnten Argumenten) schlicht darin, den Unterschied zwischen Glück und Zufriedenheit bewusst zu ertragen. Das ist zumutbar und machbar, wenn auch vielleicht kaum in jugendlichen Jahren, in denen der Testosteron-Spiegel einfach noch zu hoch ist und der Erfahrungsschatz zu gering. Ich finde das Buch höchst anregend und gut zu lesen. Ich kann die Argumentationen sehr gut nachvollziehen und finde sie überzeugend. Bis halt auf diese eine Behauptung (vgl. pp. 51 - 54 im Buch). Diese ist durch nichts begründet, außer durch Frau Herrigers Vorurteil. Die Berücksichtigung einer genetischen Veranlagung, die sozial nicht mehr vertretbar ist und die jeder Mann mit entsprechender Bildung bzw. Kenntnis beherrschen kann (wenn er denn will), hätte die Argumentationskette des Buches kein bisschen geschwächt. Sie verlangt aber die zusätzliche Forderung an die Männer, Großhirn-bedingte Kontrolle über Stammhirn-bedingte Veranlagung auszuüben. Das dies nicht einfach par ordre de mufti gelingt sondern immer noch viel Thematisierung und Aufklärung, z.B. in der Schule, verlangt, wird dadurch sichtbar, dass Wandervögeln immer noch so häufig ist und dass in bisher jedem Krieg, d.h. unter psychischem Druck, massenhafte Vergewaltigung erfolgt. Die derzeitigen slutwalks unterstreichen diese Notwendigkeit Ich wünsche mir, dass Frau Herriger in einer Neuauflage des Buches, die ich sehr befürworte, die auf den Seiten 51 - 54 des Buches gemachten Aussagen noch einmal überdenkt. Das Stammhirn hat sich vermutlich nicht geändert, wohl aber das Großhirn, das u.a. der Kontrolle des Stammhirns dienen kann und soll.

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