Leserstimmen zu
Steife Prise

Terry Pratchett

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Taschenbuch
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Von den Scheibenwelt-Romanen lese ich am liebsten die Bücher, in denen es um die Wächtertruppe rund um Samuel Mumm geht. Daher war dieses Buch ein absolutes Muss für mich, und was soll ich sagen - ein wunderbares Buch! Samuel Mumm, der Protagonist dieser Geschichte, ist eine sehr komplexe, interessante Persönlichkeit, und mein persönlicher Liebling unter den Scheibenwelt-Charakteren. Er hat ganz sicher Fehler, aber seine Zyniker-Persönlichkeit, seine Liebe zur Gerechtigkeit, und sein Drang alle einflussreichen Personen zu verärgern (auch wenn er inzwischen ja selbst irgendwie dazu gehört) machen ihn einfach sympathisch. Auch ihn jetzt wieder im Zusammenspiel mit seinem Sohn zu erleben, der in früheren Scheibenwelt-Romanen bereits vorkam, rundet seine Entwicklung ab. Ich habe es wieder sehr genossen mit ihm die Geschichte zu erleben, und wurde des öfteren zum Lachen gebracht, auch wenn die Geschichte aufgrund der Thematik sehr ernste Seiten hat. Apropos Thematik, kommen wir zum Kernpunkt des Werks. Die neuen "Wesen" die in "Steife Prise" eingeführt werden, wurden von der ersten Seite her komplex und ausführlich genug beschrieben, dass ich mir ihr Leben und ihre Kultur gut vorstellen konnte, ohne mich von Fakten überrannt zu fühlen. Die Erniedrigung dieser Spezies, die sich so sehr daran gewöhnt hat wie Abfall behandelt zu werden, dass sie sich inzwischen selbst so sieht - das kennen wir doch auch irgendwie in Ansätzen aus der Realität. Was man nicht kennt, ist schlecht, oder zumindest schlechter als man selbst. Im Laufe der Scheibenwelt-Reihe haben sich langsam Zwerge (und Zwergenfrauen ;)), Trolle, Vampire und Werwölfe, Igore und was weiß ich denn alles in der Gesellschaft etabliert und jede dieser Spezies ist inzwischen auch in Mumms Wache vertreten. Nun sind die Goblins an der Reihe. Diese Entwicklung im Laufe der Geschichte, und dass sich sozusagen die ganze Welt dabei weiterentwickelt empfinde ich als sehr erfrischend und authentisch, und es hat mir auch wirklich gefallen, wie der Autor mit dem Thema an sich umgegangen ist. Sensibel, ohne zu übertreiben oder zu beschönigen und offen und realistisch gegenüber der Grausamkeit mancher Menschen, ohne allzu blutig zu werden. Terry Pratchetts Schreibstil vergöttere ich ja - ja, auch in der Übersetzung von Gerald Jung ;) - und er hat es überzeugend geschafft, mich trotz eines eher ruhigen, gemächlichen Anfangs schnell zu fesseln, sowie mich zum Lachen und im Laufe der Geschichte auch zum Weinen zu bringen. Natürlich wurden aufgrund eines ganz neuen Handlungsortes - der für einige amüsante Szenen aufgrund von Mumms Reaktionen auf das eher traditionelle Landleben gesorgt hat - auch neue Nebenfiguren eingeführt. Innerhalb kürzester Zeit bekamen die Charaktere Substanz und blieben im Gedächtnis, auch wenn sie nicht allzu oft auftauchten. Über den wie schon gesagt recht zögerlichen, ruhigen Anfang konnte mir der ereignisreichere Hauptteil und die zweite Hälfte des Buchs hinweghelfen - das klingt jetzt so, als hätte mich der Anfang gestört: Hat er nicht, aber er hat auch nicht gerade von Actionszenen gewimmelt, das möchte ich damit sagen. Die letzen 200 Seiten habe ich jedenfalls in einem Rutsch gelesen. Ich war so gefangen von der Geschichte, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Das Ende empfand ich als sehr gelungen. Es rundet die Handlung gut ab und bietet durchaus ein Resumee. Mich hat es sehr zum Nachdenken gebracht, und wirklich berührt! Kurzum, ich war auch von diesem Scheibenwelt-Roman sehr überzeugt! Ich gebe freiheraus zu, dass ich nicht mehr ganz objektiv sein kann, was Bücher von Terry Pratchett betrifft, aber ich versuche mein Möglichstes. Und allein für den Umgang mit der Thematik der Goblins und den Humor hat das Buch die fünf Sterne definitiv verdient! Potenziellen Lesern kann ich raten, sich nicht von dem geruhsamen Einstieg entmutigen zu lassen - es wird spannender, und am Ende ergibt alles einen Sinn, ich verspreche es ;)

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